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ST. GOAK.
ST. GOAR.
Die Anfange dieser Stadt gehen zurück auf die ZeJle des im siebenten Jahrhunderthier lebenden Aquitaniers Goar, aus welcher schon in fränkischer Zeit eine Wallfahrtskircheentstand, die, 768 geweiht, dem Kloster Prüm untergehen und von diesem mit einem ße-nedicliner-Priorat verbunden wurde. Thassilo von Bayern trat angeblich 780 hier als Mönchein. Gelegentlich eines räuberischen Ueberfalles brannte 1137 die Kirche ab und fand mitihrem Neubau die Umwandlung des Priorats in ein regulirtes Chorherrenslift statt. * DieVögte von St. Goar, die Grafen von Katzenellenbogen, erbauten 1245 zum Schutze deraus den Umwohnern des Klosters entstandenen befestigten Stadt 2 und des Rheinzolles dieVeste Rheinfels. Philipp, der letzte Graf von Katzenellenbogen, vollzog zwischen 1441 bis1469 den jetzigen Umbau der Stiftskirche mit Beibehaltung der frühromanischen Crypta; 31527 wurde erstere von Philipp dem Grossmiithigen, dem Erben der früheren Grafen, denEvangelischen übergeben. St. Goar hat durch seinen Zusammenhang mit der Burg Rhein-fels bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts eine Reihe der rühmlichsten Belagerungen, wieaber auch alle Verheerungen des Krieges erfahren.
Gothisch. 22) Unter einem Chor-Fenster der "Wernerskirche: Steinrelief, darstellend dasMart3 f rium des heil. Werner; rohe Arbeit von 1500. Kugler, II. 274.
Oberhalb Oberwesel und im Thale der Nahe sind uns nur folgende hierhin gehörigeGegenstände bekannt geworden: 1) In der Clemenskirche bei Bingen: Eeste spätgothischer,vor einigen Jahrzehnten aus einer andern Kirche hierhin translocirter Chorstühle mit Wap-pen, Gesichtern und einzelnen Thierfiguren an den Consolen, Thiergestalten als Lehnreitern,und zwei streitenden Mönchen wie zwei Bestien in runden Figuren (ähnlich wie in Boppard)auf den mit aufgelegtem Masswerk verzierten Wangenstücken. 2) In Kreuznach in derkatholischen Pfarrkirche hinter dem Hochaltar zwei durch eine Bretterwand verstelltegothische Grabsteine, dann ein pomphaftes, spätgothisches, 4' hohes Reliquienkreuz vonvergoldetem Silber, dessen auf drei Löwen ruhendes Fussgestell 8" hohe, runde Figurenin durchbrochener gothischer Architectur enthält. Vergl. Andreae Crucenacum illustr.p. 9, 111 u. 147 und Widder, Versuch einer Beschreibung der Pfalz, 1733, t. IV. p. 43.In der englischen frühern Liebfrauenkirche 4 eingemauerte gothische Grabsteine in g.Fig., nämlich des 1359 gest. Bheingrafen Conrad von Stein, des 1412 gest. AmtmannsHermann Stumpf von Waldeck, der 1455 gest. Rheingräfin Lukardis von Eppensteinmit ihren beiden Kindern u. eines 1452 gest. Bitters von Löwenstein; ausserhalb derKirche über d. ehemal. südl. Chorthüre die edle aber sehr beschädigte Halbfig. Christi u.nebenan der mittelmässige Gräbst, eines 1492 gest. Abtes. 3) In der Kirche zu Spon-heim: Best frühgothischer Chorstühle;. Rest romanischen Fussbodens yon verschieden-farbigen Fliessen in geometrischer Musterung gelegt aus der TJebergangszeit; einzelne indie Aussenmauern eingelassene Relieffiguren eines Löwen, Adlers u. s. w. 4) In derKirche zu Heddesheim befinden sich drei zum. Theil vortreffl. aber beschädigte figurirteGräbst, des 16. Jahrh.
1. Grebel, Geschichte der Stadt St. Goar, 1848.
2. In den Kämpfen zwischen Kaiser Philipp von Schwaben und Otto IV. wurde 1205 St.Goar vergeblich von Werner von Bollanden belagert. Brower, Annal. Trev. IL p. 104.
3. Die Bau-Inschriften befinden sich an der JSTordseite und an dem ersten nördlichen Pfeilerim Innern.