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3 = Abth. 1, Bildnerei (1868) Bildnerei
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OBERWESEL.

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2.

Seilenansicht der Chorstühle derselben Kirche , welche in zwei einfachen Reihen imChore gegenüberstehen und mit einer modernen Brüstung versehen sind. Dieselben zeigennoch nicht die vom Niederrhein ausgehenden Darstellungen der Thierfabel und sind an denSitzen nur mit einfachem Blattwerk, an den vier abschliessenden Seitenwangen — von denenunsre Abbildung eine vergegenwärtigt — mit durchbrochenem Masswerk und im Ganzenfigürlich nur mit vier 2' hohen Slatuelten verziert, welche letztere sich an den beiden west-lichen Seitenwänden befinden. Es sind zwei mit Schriftbändern versehene, auf der oberstenKreuzblume und zwei seitlich auf Consolen unter Baldachinen stehende Heilige. Die Höhe,ohne die obere Figur, beträgt 12', die Länge 38'. 7

Die Chorstiihle reichen -westlich über die Ecke, welche der Lettnerabschluss bildet, hin-aus und setzen sich noch in zwei Sitzen an der Lettnerwand fort. Einige Details dieserStühle geben Statz und Ungewittcr, Goth. Musterbuch, Taf. 186. 1. 188. 1 — 12. Vgl.Domblatt, 1847, Nr. 30. '

In Oberwesel befinden sich ausserdem:

I) Ein Votivrelief von Sandstein links neben dem Hochaltar der Frauenkirche inschriftl.Ton 1524: Madonna mit dem Kinde von zwei Engeln gekrönt, unten der Donator. Kugler,kl. Sehr. II. 276. 2) Zwei, je auf einer Säule ruhende fünfeckige Sacramentshäuschen inder Martins- wie Frauenkirche. 14. Jahrh Statz und Ungewitter, Taf. 139, 3 — 8.3) Einfache spätgothische Chorstühle in der Martinskirche mit Blattverzierungen und einzelnenwenigen Thiergestalten (Löwe, Hund). 4) Durchbrochener Lettner in der Frauenkirche mitvier vortrefflichen noch conventioneilen Gewandfiguren der Evangelisten und schöner Holz-thüre von Masswerk. 14. Jahrh. 5) Grabmal des Canonicus Petrus Lutern, f inschriftl.1515, in der Stiftskirche. Lebensvolle llelief-Figur in gothischer Blende, seitlich in kl.Fig. auf Consolen Maria und Martha. Kugler, kl. Sehr. IL 267. 6) Epitaph in lebensgr.Fig. der Frau Elisabeth v. Ottenstein mit ihrem Gemahl, an einem Pfeiler der Nordseiteder Frauenkirche, f inschriftl. 1520. 7) Epitaphien in g. Fig. des Friedrich v. Schönburg,t 1550, des Johann v. Schönburg u. s. Frau f 1370 und noch zwei derselben Familieaus dem 17. Jahrh. im Chor des nördlichen Seitenschiffes d. Frauenk. Kugler, kl. Sehr.IL 277. Mehrere Gräbst, derselben Familie in mittelm. Arbeit u. schlechtem Zustandebefinden sich in der Vorhalle der Frauenk. 8) Grabsteine in g. Fig. zweier inschriftl. 1336u. 1339 gest. Cleriker im Chor des Südschiffes d. Frauenk. 9) Madonnenstatue in S.Martin an einem Pfeiler d. nördl. S. Schiffes, derjenigen zu Altenberg (Taf. LIII, 8.) undeiner dritten zu Sinzich gleich. 10) Madonnenstatue auf dem südl. Seitenaltar der Martins-kirche, sie hat durch neue Uebermalung d. gr. Lob Kuglers (kl. Sehr. II. 265) verloren.

II) Holzschnitzaltar in einer Blende des Chors der Martinskirche: Geburt Christi; roh,aber individuell. 12) Ein ähnlicher mit dem Leben Christi in flachem Belief, früher, abermittelmässig. 13) Holzbüsten einer Jungfrau u. eines Geistlichen nach dem Leben ge-schnitten und bemalt, in der Martinskirche auf dem Altar des nördlichen Seitenschiffe(Hefner, Trachten, 2, 119) 15. Jahrh. 14) Kleines heil. Grab, in der West-Ecke des Südschiffesder Frauenkirche. Vortreffliche kl. Figuren, dem Hochaltar verwandt. 15) Christus am Oel-berg, Holzfigur an d. S-"Wand des Chors der Frauenkirche. 16. Jahrh. Inniger AusdruckKugler, II. 272. 16) Aussen am Chor der Frauenkirche: Madonna, neu bemalt. 15. Jahrh17) Desgleichen am Mittelpfeiler des Südportals. 14. Jahrh. 18) Desgleichen an derMartinskirche: Christus am Kreuz mit Maria und Johannes, mittelmässig. 19) GothischeEisenbeschläge des 15. Jahrh. an der Saeristeithüre von S. Martin. 20) GemusterteThon-Fliessen im Fussboden hinter dem Hochaltar derselben Kirche. 15. Jahrh. 21; Aqua-manile von Gelbguss, 8" hoch, oben einen bärtigen Kopf bildend, in der Frauenkirche.