SIEGBUKG.
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Taf. L.
1. la — c.
Schrein des h. Honoratus, 24" lang, 10^" breit, 19" hoch, der kleinste unter denfünf grossen Siegburger Schreinen. Der Kern von Holz ist mit vergoldeten Kupferplattenbedeckt und weicht in seinem Aufbau von den übrigen durch die Construclion von vierDachgiebeln ab. St. Honoratus, der Titularheilige des Schreins, stand in der Mitte unterdem Dreibogen der vorderen Seite, umgeben von den Heiligen Pancratius und Quirinus.An der Hinterseite entsprach diesen Figuren Maria mit den Heiligen Balbina und Catharina.Von sämmllichen sechs Figuren sind nur die Umschriften erhalten , ihre Nischen haben inden Zwickeln einen reichen Schmuck von Filigran und ungeschliffenen Edelsteinen und wer-den von Doppelsäulen getragen, hinter denen nochmals Wandpfeiler bei-stehenden gravirten Schmuckes sich befinden. Auch von den getriebenensitzenden Apostel-Figuren der an den beiden Langseiten befindlichen zwölfNischen sind sieben verschwunden. Diese zwölf Bogennischen, die ur-sprünglich gegen einander alle durch Doppelsäulen getrennt waren,zeigen in den Zwickeln das älteste Beispiel jener getriebenen Halbfiguren,wie wir sie ausgebildeter am Annoschreine, am Karl'sschreine zu Aachenund am Kasten der heiligen drei Könige zu Cöln sehen. Mit nachlässigenInschriften bezeichnet, vergegenwärtigen sie an unserem Schreine einerseitsdie Heiligen S. Mauricius mr. S. Julianus. S. Clemens p. p., 60 anderer-seits S. Cecilia. S. Benedictus, und geflügelte Engelgestallen an den Ecken.
Der Schmuck des Daches in den Giebeln der Vierung bestand auszwei getriebenen Halbfiguren, von denen nur diejenige unserer Abbildungerhallen ist. Die Dachflächen füllen vier getriebene Darstellungen der Ver-kündigung, Geburt, Kreuzigung und Auferstehung (1 a. 1 b) und in den Winkeln, welchedie beiden Giebel der Mitte mit dem Dache bilden, acht vergoldete Ornamente auf braunemaillirtem Grunde. Der gegossene durchbrochene Kamm trägt fünf Knäufe von Bergkrystall.
Der verzierenden Bänder sind zu unterscheiden 1) diejenigen, welche organisch anihren ursprünglichen Stellen sich befinden, wie das gravirte Band an der Schräge des Sockels,die getriebene Gesimsleiste, die Dachverkleidungen von abwechselnden Emaille- und Filigran-stücken an den Giebeln der Schmalseiten (1 c und Taf. XLIV. 6 u. 6 a) und die Lissenenhinter den Säulen der letzteren; 2) verschiedene Verzierungsstücke, welche an ihren vor-findüchen Stellen so unorganisch angefügt sind, dass man zweifelhaft sein muss, ob mandarin eine Folge ursprünglicher Nachlässigkeit, ein Zusammenlesen vorhandener Reste oderaber eine frühzeitige Ausbesserung erkennen soll. So z. B. erblicken wir die Säulen baldmit glatten, bald mit getriebenen, bald mit braun emaillirlen Schäften; unter der Christus-figur im vorderen Giebel, an den Dachflächen überhaupt, auf den Böden der Apostelnischen
60. Zwischen Julianus und S. Clemens befinden sich noch zwei unleserliche Buchstaben.
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