SIEGBUIiG.
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Taf. XLIX.1. la.
Reliquienschrein gleicher Grösse von Holz, bekleidet mit emaillirten Kupferplatlen (emailchampleve) vom Ende des 12ten Jahrhunderts. Auf einem dunkelblauen, mit bunten Ro-setten bestreuten Hintergründe zeigt die Vorderseite in gegossenen vergoldeten und auf-genieteten Figuren unten die Rreuzigung mit Maria, Johannes und zwei Engeln nebst vierHeiligen, oben den Salvator mundi mit den Symbolen der Evangelisten und ebenfalls vierHeiligen. An jeder Schmalseite befindet sich eine Heiligenfigur. Die Ausschmückung derHinterseite besieht in bunt emaillirten Rosetten auf blauem Grunde (1 a). Kamm und Füssesind vergoldet, ersterer durchbrochen, mit drei Bergcristallen und zwei emaillirten Medaillonsverziert und von drei glatt vergoldeten Knäufen überragt, letztere mit eingerissenen Linea-
menten gemustert. 53
2. 2 a.
Aehnlicher kleinerer Reliquienschrein, der Muttergottes geweiht. Gleiche Grösse. Inblauem, unten mit grünen Querbalken durchzogenen und mit bunten Rosetten geschmücktenGrunde erblicken wir in vergoldeten und gravirten Figuren die Darstellung im Tempel unddie Flucht nach Egypten. Die Seilen zeigen je eine Heiligenfigur, die Hinterwand geome-trische bunte Muster in blauem Grunde (2a). Auf der Vorderseite haben die Figuren relief-artig erhöhte Köpfe, die Altarplatte daselbst ist von schwarzer Farbe. Den durchbrochenen,mit glatten Knäufen geschmückten vergoldeten Kamm füllen drei emaillirle Rosetten. Dievergoldeten Füsse zeigen Gravuren.
3. 3a.
Reliquienschrein des h. Andreas, in gleicher Grösse, von Holz und mit vergoldeten undemaillirten Kupferplatten (email champleve) bekleidet. Die ehemaligen Metallfüsse sind abge-rissen. Sockel, Gesims und Ecken haben eine Bekleidung von vergoldeten, theils glatten,theils getriebenen und gravirten Kupferleisten. Die vier Seiten zeigen in blauem Emaille-grunde und vergoldeten, farbig eingeriebenen Gravuren folgende Darstellungen: an der Vor-derseite das Abendmahl mit zwei hinzutretenden Engeln, welche durch emporgehaliene Feuer-töpfe gleichsam die Nacht erhellen; an der Rückseite in sitzenden Figuren, Christus mit achtnicht näher bezeichneten Heiligen; an den Schmalseiten, links fünf sitzende Heilige mit un-beschriebenen Spruchbändern, rechts Maria mit dem Kinde, auf einem an den Füssen mitThierkrallen, am Sitze mit Thierköpfen verzierten Stuhle thronend, und vier unbezeichneteHeilige. Einen reichen, durch verworrene und fehlerhaft geschriebene Schriftbänder abge-theilten Darstellungscyclus vergegenwärtigt der Deckel (3a). Jede Abtheilung hat, wiedas die hier heraldisch angewandten Strichlagen andeuten, einen bald helleren, bald dunk-leren grünen oder blauen Hintergrund. Die Heiligenscheine und Spruchbänder, das Tisch-
53. Aehnliche Reliquiare vielfach, z. B. Taf. XXXI. 8 und im Museum zu Cöln; in Kloster-neuburg, Mittheil. d. k. k. Centralcommisson, 1801, Nr. 9 u. s. w.