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3 = Abth. 1, Bildnerei (1868) Bildnerei
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SIEGBURG.-

auf die getriebenen Bänder 48 beschränken dürften und nicht feststeht, ob auch das BambergerDenkmal das charakteristischste Merkmal rheinischer Tragaltäre frühester Zeit, 49 die in geo-metrischen Mustern Gold in Braun in email peint ausgeschmückte Bodenfläche besitzt, findenwir keine Merkmale, den Siegburger Tragaltar früher als in die Mitte des Uten Jahrhundertszu setzen; wenngleich wir der Meinung sind, dass er insammt des zweiten SiegburgerTragaltars (Taf. XLVIII. 1) älter als die drei besprochenen grösseren Schreine sei.

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Beliquienschrein von vergoldetem Silber und Messing, in den Inventarien Area minorquadrata genannt. Dieser Behälter, der sich in seltner Form von 11" und 8" messendemviereckigen Grundrisse zu einer Höbe von 16" erhebt, blieb leider auch nicht unversehrt.Seine ursprüngliche Hinterseite ist ganz weggerissen und nunmehr mit Messingblech verklei-det; die Vorderseite entbehrt in der Mitte der grossen Figur des thronenden Heilandes, umwelche sich in offenen , in den Archivolten auch ihres Schmuckes beraubten Nischen die ingetriebenem Silber gearbeiteten, noch vorhandenen Apostelfiguren gruppirten. Auch die vor-dere Dachfläche, welche ursprünglich wol, ähnlich den beiden seitlichen Dachflächen, einedurchbrochene Ornamentation zeigte, erlitt eine unorganische Umgestaltung durch drei aufmodernem Messingblech angeheftete Emailleplatten (email champleve), aus der zweiten Hälftedes 12ten Jahrhunderts, von denen zweie in blauem Grunde Momente aus der Legende einesHeiligen enthalten. In ursprünglicher Erhaltung zeigen sich die beiden Schmalseilen. Die-jenige links (2 a) wird ganz von durchbrochenen silbervergoldeten Arabesken gebildet, derenMitte , sowol in der Wand wie in der Dachseite , eine Emailleplatte (email champleve) ein-nimmt (Taf. XL1V. 4). Eine etwas vortretende Doppelreihe offener Arkaden, gleichsamzum Sichtbarlassen des inwärts bewahrten Schatzes , schmückt die Mitte der die Thüre desSchreines bildenden rechten Seite. Die vier mittlem Säulen dieser Arkaden sind wie dieEcksäulen des Schreines gewunden; der Bogenfries beider Etagen zeigt auf blauem Emaille-grunde fächerartige Blätter, unten roth, oben grün und roth emaillirt; gleichsam das Ge-sims bildet dann ein dreizackiges, weiss emaillirles Band über beiden Etagen. Ein durch-brochenes und vergoldetes reiches Ornament füllt rechts und links den übrigen Raum derWand, welche dort wie oben von einem in Silber niellirlen Inschriftbande und einem rundumim Zahnschnitt übergreifenden Metallrande abgeschlossen wird. Auf der Dachfläche erschei-nen zwei gegen einander springende, roth gefiederte Vögel in blauem Emaillegrunde, derRaum darunter ist eraubt und durch ein modernes Messingstück gefüllt. — Als spätereZulhalen sind zu betrachten die Messingkämme auf den vier Dachkanten, wie der ganzeobere Dachhelm mit dem gothischen, durch niellirle Buckel geschmückten Knauf unter derbekrönenden Cristallkugel. Nachlässigkeiten der Herstellung, wie sie die Werkstatt nur

48. Dasselbe getriebene Band bat auch der Tragaltar von Xanten Taf. XVII. 4, ist niebt vielverschieden am Tragaltar Taf. XLVIII. 1 und wird sich überhaupt häufiger nachweisen lassen.

49. Ueber einige noch unbekannte rheinische Tragaltäre gedenken wir demnächst in den Jahrb.des Vereins von Alterthums-Freunden im Bheinl. zu reden.