SIEGBURG.
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Ende des 12ten Jahrhunderts, z. B. Eckblätter an den Säulenbasen und polygon geschliffeneKnäufe auf dem Dachkamme. Anno erscheint hier schon mit der Bezeichnung S^cs- Anno,welche man ihm keinenfalls vor seinem Tode gegeben haben würde.
la. Ib.
Theile der Kämme der beiden Giebelseiten.
lc.
Emailleverzierung vom Giebel: goldne Figuren in blauem Grunde.
ld — lh.
Filigranv.erzierungen verschiedener Fadenstärke, welche interessante Belege der Ent-wicklung dieser Verzierungsart sind.
2.
Schrein der hh. Mauritius und Innocentius, zweier Märtyrer der thebäischen Legion. 40Länge 4^-'. Auch der Figurenschmuck der vier Wände und der beiden Dachseiten diesesSchreines ist im vorigen Jahrhundert ein Raub frevelnder Hände geworden und nur das denbeiden vorigen Behältern ähnliche Gerüst als ein Rest ehemaliger Pracht zurückgeblieben.Emaillirte Säulen mit ciselirten Capitellen gleicher Schönheit, wie die frühern , trennen dienicht überwölbten Abtheilungen der Langseiten; die Schmalseilen bestehen auch hier auseinem grossen Dreibogen, den ein mit Filigran und Edelsteinen geschmücktes Giebelfeld über-ragt. Die Dickseiten des Dachstuhls verkleiden die schönsten Emaillen (Taf. XL1V. 5—5d),die Gesims- und Fuss - Schrägen ein reich ornamentirles, getriebenes und vergoldetes Band;das Rahmwerk der leeren Dachflächen 4 * bilden punzirte und mit heraustretenden Buckeln ver-sehene, vergoldete Messingbänder, und ein gleich den frühern vortrefflich gearbeiteter, miteiner Reihe Bergcristallkugeln durchsetzter und von dreien grössern solcher bekrönter Kammschliesst das Werk nach oben ab. — Die Vorderseite zeigte nach den Inschriften: S. In-nocentius. Sanctus Sanctorum. S. Mauricius den Erlöser zwischen den Heiligen Innocenzund Mauritius und unten die in blauer Emaille vergoldete Inschrift:
f En rex iustorum via gloria palma suorum [§§;
Die Hinterseite war geschmückt mit den Statuetten der Jungfrau Maria und denen des
Abtei versetzt wurden, was, durch eine hinreichende Quelle bezeugt, die Existenz derSiegburger Pfarrkirche, wie die Versetzung der Gebeine der Heiligen auf die Altäre im11. Jahrh. feststellen würde. — Auch in diesem Schrein befindet sich ein figurirter Sei-denstoff; ausserdem eine runde, glatte Eeliquienbüchse ohne belangreiche Verzierungen.
40. Die Reliquien des h. Mauritius und Innocentius kamen im Jahre 961 und 969 (Jahrbüchervon Magdeburg ad an. 961 und 969 und Thietmar II. 2. u. 11) unter Kaiser Otto I.nach Magdeburg; letztere sollen durch eine Schenkung der Markgräfin Adelheid von Sa-voyen auch an den h. Anno gekommen sein, der sie 1070 nach Siegburg versetzte. VitaAnnonis, I. c. 33. Die Reliquien sind eingewickelt in einen rothen, mit eingewebtenThierfiguren verzierten Seidenstoff und ein weisses Linnen mit phantastischen Thieren undOrnamenten in Weissstickerei.
41. Die beraubten Flächen der Nischen und Dachseiten auch dieses Schreines sind wie dieder beiden vorigen nunmehr mit bunt hinterlegten Glasscheiben verkleidet.