SIEG BURG.
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eine Herstellung von gleichem Ausgangspunkte schliessen. So viel steht fest, Trier ist nun-mehr der älteste nachgewiesene solcher Ausgangspunkte der Emaillearbeit für das lOte, Sieg-burg die wahrscheinlichste Hauptwerkstatt Tür das Ute und 12te Jahrhundert, an welchesich die Klosterwerkstä'tten Cölns 3 J und anderer Gegenden angeschlossen haben werden.
Der chronologischen Entwickelung der Emaillekunst in Deutschland, wie wir sie imlOten Jahrb. in Trier, Anfangs des Uten in Essen und darnach in Siegburg vorfinden, ent-spricht die technische. In Trier und Essen 32 finden wir Werke byzantinischer Technik(email cloisonne) in Deutschland gefertigt, dann in Essen das älteste Beispiel des Ueber-ganges dieser byzantinischen Technik in die aus dem Ersätze des Goldes durch Kupfer ent-standenen neuen deutschen oder vielmehr rheinischen Kunst 33 des email champleve, end-lich in Siegburg diese letztere in voller Blüthe.
7.
Antike Kamee gleicher Grösse vom Annoschreine : den Triumphzug der Galathea dar-stellend.
8.
Mittelalterliche Gemme gleicher Grösse ebendaher, die Kreuzigung in roher Weise ver-gegenwärtigend.
9.
Filigranverzierung gleicher Grösse vom Annoschreine.
magnitud. Col. p. 307) mit jener von Anno gestifteten, zehn Talente Goldes wiegendenAltartafel (Lacomblet I. p, 12 6), ferner der kleine Carlsschrein im Louvre (Jahrb. d. Ver.v. Alterth.-Fr. im Eheini. 40. Taf. VII u. VIII), dessen Zwickel-Emaillen genau dem mitt-lem der auf Taf. XLIV. 3 abgebildeten Heiligenscheine entsprechen, wie auch das Anti-pendium der Eathscapelle zu Cöln, jetzt im städtischen Museum daselbst (Nr. 83 und 84des Catalogs), der Siegburger Kunstthatigkeit angehören dürften.
31. Vor Allem ist hier S. Pantaleon zu beachten, das wie Essen mit der Kunstthatigkeit derKaiserin Theophanu zusammenhing (Gelen de magn. Col., p. 367). Aus dem ehemaligen Be-sitze dieser Kaiserin rühren auch gewiss die Beste zweier merkwürdigen Gewebe her, in wel-chen sich die Gebeine des h. Anno innerhalb des Schreins eingewickelt befinden, nämlich:
1) ein griechischer violetter Byssus, in welchem gelbe Löwen, paarweise stehend, diegriechischen Worte zwischen sich nehmen: f E/n Pco/iutvnv x«t "/QiOTOcpctxjnv ztov(pihoyQiovwv öeottotüv , mithin den seltenen Fall einer Datirung des lOten Jahrh.gewähren;
2) ein orientalisch gelb-grüner Seidenstoff, in welchem in abwechselnden Eeihen paar-weise rothe Giraffen gegenüberstehen und einzelne rothe Doppeladler mit ausgebrei-teten Flügeln, in denen sich goldene kufische Inschriften befinden, erscheinen. — Wirgedenken diese Stoffe mit denjenigen, welche sich in den anderen Schreinen befan-den, besonders zu veröffentlichen.
32. Gerbert sagt zwar nichts davon, dass Gold den Grundstoff bilden solle, aber wir dürfenes aus den in diesem Material gearbeiteten anderen Kunstwerken Egberts schliessen, näm-lich dem Tragaltar in Trier (Taf. LV.) und dem goldnen Stabe in Limburg Die Emaillendes letzteren sind wie diejenigen der Mathildenkreuze in Essen (Taf. XXIV. und XXV)ihrer rohen Zeichnungen halber offenbar Werke deutscher Kunst in byzantinischer Technik.
33. Dieses älteste Beispiel gewährt nach wiederholter Prüfung das Thcophanu-Kreuz in Essen(Taf. XXIV. u. XXV), dessen Emaillen eine Mischung des cloisonne und champleve' zeigen.