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SIEGBURG.
Limoges, dessen Mönche unter Erzbischof Philipp von Heinsberg in Cöln und Siegburg Re-liquien der 11,000 Jungfrauen erbaten, diese bis zum Jahre 1789 in einem Schreine be-wahrten , welcher ausser dem Bilde des genannten Erzbischofs das desselben Abtes Ger-hard von Siegburg der den Annoschrein vom Custos Henricus anfertigen liess, und desVerferligers Reginald mit der Beischrift Reginaldus me fecil zeigte. 28 Grund genug, umzu erwägen, ob nicht wahrscheinlichst Philipp und Gerhard den Brüdern von Grandmontausser den Reliquien auch den Schrein mitgaben, ob nicht Reginald ein Siegburger und Ge-nosse des Henricus sei, und somit Beide unter dem Abte Gerhard den Schrein von Liinogesund den für den Körper des canonisirten Anno anfertigten. 29 Merkwürdiger Weise habensich auf den Rückseiten zweier jener emaillirten Heiligenscheine unserer Abbildungen (Taf.XLIV. 3) beistehende Monogramme gefunden , aber sie befriedigen den Wunsch nicht, in^^E ihnen unsere beiden Künstlernamen zu entziffern. Die grosse Zahl vonden nach allen Unbilden noch vorhandenen Emaillearbeilen des Uten und12len Jahrhunderts in einem Kloster, das keineswegs zu den reichsten seiner Zeit gehörte,deuten auf deren leichten Erwerb durch eigene Anfertigung, und deren dominirender Charakteran den meisten übrigen Schreinen der Rheinlande und vielen andern 3 ° lassen unbedingt auf
Trier in den Mittheil, des arehäol. Vereins daselbst I. p. 132 aufmerksam machte. Indem einen erbittet Gerbert ein Kunstwerk für den Erzbischof Adalbert von Eheimsund sagt: Destinato operi designatas mittimus species, admirabilem formam et quaementem et oculos pascat. Frater efficiet fratri, soror sorori: exiguam materiamnostram magnum ac celebre ingenium vestrum nobilitabit, cum adjunetione vitri,tum compositione artiflcis elegantis. Stoff und Zeichnung werden also mitgesandt,hinzufügen soll der geschickte Künstler noch Glas, worunter wir uns doch wolGlasmasse, Glasfluss zu denken haben. Im zweiten Briefe ertheilt Gerbert weitern Auf-
schluss.--------ut prolixam disiunetionem nostram ea coniunetione castigemus. Et quoniam
per Virdunum nobis iter est, eo crucem vestra seientia ut speramus elaboratam, si fieripotest, cal. November dirigite, sitque hoc pignus amicitiae. Ita opus placens dumoculis crebrius ingeretur indissolubilis amor in diis augmentabitur. Eine erhöhte Bedeutunggewinnt diese Nachricht durch den unter demselben Bischof Ekbert angefertigten goldenenTragaltar auf Taf. LV. und das von ihm herrührende Beliquiar des Petrus-Stabes zuLimburg (vergl. über letzteres meine Festschrift zum "Wiuckelmannsfest 1866 des Vereinsvon Alterthums-Fr. im Bheinlande), wie durch die Behauptung, von der auf Taf. LXI. 1.zum Emuilliren angefertigten und noch nicht ausgefüllten Trierer Kupferplatte befinde sichein vollständig emaillirtes Exemplar inLimoges (Mittheil. d. arehäol. Ver. in Trier I. p. 133).Die Bewährung der letztern Behauptung würde darthun, dass nicht allein frühzeitig inTrier byzanische email cloisonn6, sondern auch email champleve angefertigt wurde und dieAnnahme nahe legen, jene Emailleure, welche Abt Suger im I2ten Jahrh. zur Ausschmückungder Kirche von S. Denis aus Lothringen kommen liess, für Trierer Werkleute zu halten.
28. Texier: Epigraphie Limoisine und darnach Domblatt, 1843, Nr. 51; Mittheil. d. arehäol.Ver. in Trier I. p. 132; Organ f. christl. Kunst, VII. p. 80. Vergl. Duchesne hist. franc.scn. IV. 746. Das Siegb. Necrolog in d. Ann. d. hist. Ver. für den Niederrhein, Heft 8,p. 221, hat weder den Namen Henricus noch Beginaldus.
29. Labarte: Becherche sur la peinture en email, Paris 1856, und Heider, das Antipendiumzu Klosterneuburg in Band IV der Berichte des Alterthums-Vereins zu "Wien, nehmen ohneweiteres das deutsche Fabrikat des Beginald-Schreines an.
30. Den Anmerkungen 16 — 22 bleibt noch beizufügen, dass gewiss auch der ehemalige reicheSchatz der Annonischen Stiftung S. Maria ad gradus in Cöln (Gelen, de adm. sacra et civ.