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3 = Abth. 1, Bildnerei (1868) Bildnerei
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SIEGBURG.

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wir sahen, sein eigenes Bildniss darauf anbringen, hinreichender Grund, ihn als den Stifter anzu-sehen. Mit welchem Rechte sollte aber neben ihm der zweimal dargestellte Cuslos Henricus, unterwelchem wir uns auch zugleich den .Thesaurarius 24 denken dürfen, erscheinen, der sich dochals solcher kein Verdienst dadurch erwarb, das edle Metall des Schatzes der Abtei für dieHerstellung ausgehändigl zu haben, wenn er nicht selbst der Verfertiger oder Aurifaber desSchreines, der Meister der angeblich in Siegburger Urkunden vorkommenden Aurifabri ge-wesen wäre. 25 Für uns ist das Vorhandensein einer Kunstwerkstatt in der Abtei Sieg-burg keinem Zweifel unterworfen. Wird ihre Annahme doch von der weitern Thatsacheunterstützt", dass das Mutterkloster Siegburgs, S. Maximin in Trier, einen Ausgangspunktder Cultur am Rheine bildete, 26 dass schon am Ende des lOten Jahrh. von Rheims aus inTrier Kunstwerke mit Emailleschmuck verlangt wurden, 27 dass das Kloster Grandmont bei

die Daten seines Todes und Begräbnisses angaben und nach dem "weitern Bericht derTranslatio: inter alia pontificalia prolatus est annulus episcopalis aureus cum gemma inquo exaratum fuit Henricus imperator Annoni Archiepiscopo . Das Datum der Translationwird am Schlüsse angegeben: Translatum est autem de tumulo corpus illustrissimi presuliset patroni nostri splendide ac feliciter cum gaudio et felici spe totius cleri ac populi terciokal. maii sexta sabati et in brevi intra locellum auro et gemmis fulgentemdecenter reconditum. Acta sunt hec anno ab incarnatione domini Milles. centesimo octo-gesimo tercio c. 9. Die im k. Proyinzialarchiv zu Düsseldorf befindliche Handschrift istvon drei Händen am Ende des 12. und Anfangs des 13. Jahrh. geschrieben, an dieselbeschliessen sich de translatione s. Annonis episcopi et confessoris libri IV. von verschiedenenHänden Saeo. 13, bis fol. 114 im Ganzen 254 "Wundererzählungen enthaltend. (Mss. des17. Jahrh. haben 430 Wunder.) Die drei ersten Bücher berichten die im ersten Jahrenach der Translation geschehenen Wunder, das vierte ist zugesetzt, aber grossentheils vondemselben Verfasser, der in den nächsten Jahren nach 1183 geschrieben haben muss, umso mehr, als schon die Translationsgeschichte den „sübsequens libellus miraculornm' 1 be-zieht (fol. 109—114 ist Zusatz eines Andern, auch Saec. 13). Im vierten Buche kommtder Verf. (ein Cellerarius der Abtei) auf die Translation zurück und erzählt, Fol. 107, -wiedie Gebeine Anno's kurz nach der Translation aus dem Schreine gethan und der Luft undSonne ausgesetzt worden, um sie dauerhafter zu machen (quo durabiliora consisterent).„Ita factum est et in capella beati Nycolai super lobium (Laube) posita quam pie recor-dationis abbas Gerhardus (f zwischen 1183 und 1187) ibi construxit, serico preciosesubtus strato ante altare exposita sunt." Es folgt eine Wundererzählung von einemhimmlischen Vöglein, das sich die Messe über auf die Gebeine gesetzt und nicht zu ver-treiben gewesen.---------In dem Früheren wird fol. 24 des Siegburg benachbarten Berges

Caldinbeche gedacht, wo sich eine Met all grübe befunden — die Abtei besass das Münz-recht — und wo argentarii (Silbergräber) arbeiteten. Man vergl. noch Acta Sanct. Boll.zum 29. April; Gottfr. Pantal. ad an. 1183.

24. Thesaurarius = Custos. Binterim und Mooren, Erzdiöeese I. p. 56.

25. Dass die Thesaurarier auch die Künstler der Kirche waren, so lange die Kunst der Klo-sterthätigkeit angehörte, liegt auf der Hand. Ein neuestes Beispiel gewährt der Codex %Theodorici (vergl. Jahrb. des Vereins v. Alterth.-Er. im Kheinl. XLI. p. 43), in welchemder Schreiber sich selbst als Theodoricus custos bzeeichnet. Welche Urkunden das sind,worin nach Müller's Siegburg, p. 156, die aurifabri vorkommen, sagt er nicht.

26. Für unseren Zweck genügt die Hinweisung auf das unter Abt Folcard von dem Fr. Goz-bert und Absalon gegossene Tautbecken.

27. Diese höchst wichtige Thatsache bekunden zwei Briefe Gerbert's, des berühmten Abts vonEheims, an Bischof Ekbert von Trier, jSTo. 104 und 106, auf welche zuerst Prof. Marx in