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COLN.
sem scliliessen sich zwei Wunder an. Christus berührt mit der Hand die Augen eines vorihm Stehenden; kein Zweifel also, dass wir die Heilung eines Blinden vor uns haben, wiesie Marci 8, 24 und 10, 46 berichtet werden. Sieht man von dieser Berührung ab, sokann freilich die nachbarliche Stellung dieser Tafel beim Einzüge in Jerusalem und der vor-handene Baum auch an den Zachaus erinnern, der nach Lucas 19 auf einen Baum stieg,um den Heiland zu sehen, und von diesem herabzusteigen geheissen wurde. Die Auferweckungdes Lazarus im folgenden Beliefe ist klar dargestellt. Maria, die Schwester Lazari, liegt zuJesu Füssen (Job. 11, v. 32), zwei seiner Jünger halten den in seine Grabtücher einge-wickelten Verstorbenen, den Christus mit einer Handbewegung belebt. Lazarus, Christus unddie beiden Jünger haben einen Nimbus. Die historische Reihenfolge verlangt nun das Abend-mahl, welches des grösseren Raumbedürfnisses halber aber erst im sechsten Felde diesesFlügels sieben werden konnte. Die beiden vorher kommenden Tafeln zeigen Christus amOelberg mit vier schlafenden Jüngern. Gewöhnlich sieht man deren drei nach den Evan-gelien Marci und Matthäi, da aber nach den beiden andern Evangelien nicht von drei Jüngern,sondern von denselben überhaupt die Rede ist, kann auch die Vierzahl nicht auffallen. Dieandere Tafel zeigt Christus mit einem Buche vor zweien seiner Jünger lehrend; alle drei habeneinen Nimbus; es ist wahrscheinlich die Berufung Petri. Nach dem Abendmahle, bei demder geringe Baum die Zwölfzahl ausschliesst, schreiten wir zu der unter demselben befind-lichen Kreuzigung, die uns zwar die Füsse des Gekreuzigten noch neben einander, aber schondie Beine in einer gekrümmten Linie zeigt. Oberhalb des Kreuzes lassen einige Niellöcbervermuthen, dass dort die jetzt verschwundenen Personifikationen von Sonne und Mond be-festigt waren. Gerade unter der Kreuzigung erscheinen die beiden Marien am leeren Grabe.Die vordere hält in derselben AVeise, wie wir es an dem Antipcndium und Evangelienbuch(Tafel XXXIV) sahen, ein Rauchfass, die hintere eine Rüchse mit Spezereien. Auf dem Grabesitzt der Engel, welcher ihnen die Worte zuruft: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden"(Matth. 28, 1—6 und Marc. 16, 5—6). Oben über dem Grabe, das durch eine Art Kuppelbedeckt wird, wie wir sie auch auf den Aachener Denkmälern bemerkten, sieht man dieschlafenden Hüter des Grabes. Gailbabaud hat diese Darstellung sonderbar verkannt, aus demauf dem Grabe sitzenden Engel und der vorderen Maria die Scene zwischen Jesus und derSamariterin am Brunnen componirt, und dabei die drei übrigen Figuren ganz unberücksichtigtgelassen, ja sogar, um die seine Annahme störenden Flügel des Engels derselben homogenzu machen, Beweise für die geflügelte Darstellung Christi gesucht. Neben den Beliefen derKreuzigung und des Grabes sind übereinandergeordnet zwei Tafeln, welche die Himmelfahrtzur Anschauung bringen. Oben schwebt der Auferstandene, in der Rechten ein Kreuz, in derLinken ein Ruch hallend. Mit denselben Attributen war der zum Himmel fahrende Christusauf dem Evangelienbuche zu Essen (Tafel XXVII) ausgestattet. Neben ihm stehen die Männerin weissen Gewändern, welche (Apostelgescb. 1, 10) zu den in der Tafel darunter nach-sehenden Aposteln sprachen: „Jesus ist aufgefahren gen Himmel." Diese Figuren sind sehrverstümmelt, scheinen aber Scepler gehalten zu haben. Die grosse nun folgende Tafel enthält