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sechsten Platte findet sich das Traumgesicht Josefs und die Flucht nach Egypteu. Josef, amBarte erkennbar, liegt im Bette; unter demselben kauert eine kleine Figur. In der zweitenBegebenheil desselben Bildes fehlt dem vor dem Esel schreitenden Josef jetzt der Kopf. Mariasitzt in einer Art von Stuhl auf dem Esel. Alle haben mit Ausnahme der kauernden Figurunter dem Bette einen Nimbus. In der neunten sendet Herod.es die Schergen aus zum Kin-dermorde, dem wir im zehnten Reliefe begegnen. Das elfte Belief zerfallt in zwei Abthei-lungen. Die erste vergegenwärtigt die Darstellung im Tempel: Maria reicht dem greisenSimeon das Kind dar, hinter ihr steht eine Figur mit den Turteltauben in der Hand. Diezweite Abtheilung bringt die Taufe im Jordan zur Darstellung. Johannes erhebt die Handzur Taufe; über dem Täufling, unter dessen Füssen sich der aus dem Himmel auf die Erdegeworfene Drache (Oflenb. 12, 8), der Teufel, krümmt, erscheint die Taube, und rechts hältein Engel das übliche Handtuch. Die beiden letzten Darstellungen dieser Seite sind zu ver-stümmelt, um bei ihrer Deutung nicht sofort in das weite Reich der Vermuthungen zu ge-rathen. Somit fänden wir auf dieser ersten Seite die Jugendgeschichte Christi entwickelt.Nur zwei Tafeln, nämlich die siebente und achte, mussten wir in dieser Entwickelung über-gehen, weil sie auf den ersten Blick in dieselbe nicht zu passen schienen, und desshalb vondem früheren Erklärer, Gailbabaud, für die Zusammenkunft Jesu und Nicodemus und dasGleichniss des Zinsgroschens gehalten wurden. Bei der angeblichen Darstellung des Nicode-mus erscheinen aber im siebenten Reliefe nicht zwei sondern drei Personen, und weder dieauf dem Throne sitzende Figur darf als Christus, noch von den beiden andern eine alsNicodemus angesehen werden. Die Person auf dem Throne trägt eine Krone und kanndesshalb nur Herodes sein, der ja auch auf der vierten und neunten Darstellung ganz ähn-lich erscheint, wie auch die beiden vor ihm stehenden Personen zweimal hintereinander, aufden Reliefen 7 u. 9, ganz gleich erscheinen und nach Bedeutung und Charakterisirung alsKriegsknechtc aufzufassen sind. Bei 7 trägt der vordere eine Art Axt, der hintere ein kur-zes Schwert; bei 9 tragen beide Speere und der hintere ausserdem noch ein kurzes Schwert.Sie scheinen im siebenten Reliefe einen Befehl von Herodes erhalten zu haben, den sie imachten an einem Gefesselten gewaltsam ausführen. Dies könnte nur der Befehl des Herodessein, Jobannes den Täufer einzukerkern. Denn wenn wir daran festhalten, dass die gekrönteFigur auf dem Throne im siebenten Beliefe Herodes sei, so gibt es keine weitere biblischeScene, in welcher dieser König erscheint. Im Evangelium Lucä c 3. v. 19—21 wird abergerade diese Scene mit der Taufe Christi zusammen erzählt, ein Grund, auch ihre Dar-stellungen neben einander hegreiflich zu finden. Freilich so sicher, wie sich die siebenteDarstellung auf Herodes und die Kriegsknechte bezieht, lässt sich die achte nicht mehr er-klären; denn der sitzenden Figur fehlt der Kopf und die Hände halten etwas, was sich allerbestimmten Deutung entzieht. Die hinzutretenden zwei Personen haben wol das Costum mitden Kriegsknechten gemein, tragen aber keine Waffen, sondern kleine runde Scheiben, welcheallerdings an das Gleichniss des Zinsgroschens zu denken veranlassen.
Auf dem anderen Flügel erblicken wir zu oberst Christi Einzug in Jerusalem. Die-