AACHEN.
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Krone und Scepter aus England mitbrachte und der Marienkirche 1262 unter der Be-dingung, dass sie nicht von Aachen entfernt, unter Obhut und Siegel verwahrt und zu denKrönungen verwendet würden, schenkte, steht urkundlich fest. 252 Dass Wilhelm von Holland,der bekanntlich durch eine Belagerung 1248 den Eingang sich erzwingen mussle, nicht dieechten Beichsinsignien hatte, ist auch bekannt. Seine Krone wird auch ausdrücklich als einenachgemachte und zwar silberne bezeichnet. 2 , 53 Beide Kaiser trugen somit in Aachen eigensnachgemachte Kronen, der erstere schenkte die seinige ausdrücklich der Kirche; dass der andereauch Gegenstände seines Krönungsornates vergab, lässt ausser dem traditionellen Gebrauch auchdie mit seinem Wappen versehene und von uns besprochene Truhe (Tafel XXXVH. 4) ver-mulhen. Leicht wird es zu einem Erweise zu bringen sein, wer von diesen beidenKaisern der einstige Eigenthiimer unserer Krone nicht war. Gibt es für Wilhelm vonHolland keine zwingenden Erweise, so reichen sie für Richard von Cornwallis wahrlichnicht aus 254 , besonders für die nicht, welche der Existenz einer corona argentea Glaubenschenken. 255 Denn wäre die Krone, womit der deutsche König in Aachen gekrönt wurde,
252. Quix, Codex dipl. Urk. 192. p. 129.
253. Meermann von Daten, Geschichte Wilhelm's von Holland I. p. 281, II. 216. Chronic, belg. apud
PisLorius III. 263. Krönungsbericht des Joh. de Beka apud Böhmer Fontes III. p. 437.
254. In den Siegeln, deren Abbildungen Meermann beibringt, trägt Wilhelm eine Krone, die ganz wie
die unserige gebildet ist. Auf Abbildungen, welche Gundling von Siegeln in seinen „ThatenRiehard's und Wilhelm's", 1719, gibt, haben beide solche mit Lilien gebildete Kronen.Solche Slirnreife, welche oben in vier Lilien abschweifen, kommen nicht allein an den Kro-nen der Statuen der Reliquienschreine zu Aachen und Kaiserswerlh vor, sondern wir findensie auch auf verschiedenen Siegeln und Abbildungen, z. B. bei Martin und Cahier, Me-langes I. PI. XXX; Bülkens Tröphee de Brabant u. s. w.; Viollet le Duc, Diel, mob., p. 218;schon Conrad I. hat sie auf einem Siegel im Münchener Archive, und bis zum I4len Jahr-hundert fanden wir sie auf kaiserlichen Siegeln.
255. Wann sollte diese Corona argentea für die Krönung in Aachen zum Unterschied der Corona aurea
der Kaiserkrönung in Rom aufgekommen sein? In solchen Gebräuchen ging man gern aufCarl den Grossen zurück; dieser krönte aber nach Thegan., c. 6, seinen Sohn Ludwig miteiner goldenen Krone. Widuchind II. 1 nennt auch die Krone Otto's I. bei seiner Krönungin Aachen eine goldene u. s. w.-« Wäre aber nun die goldene, früher in Aachen, dann inNürnberg, jetzt in Wien befindliche berühmte Reichskrone nur für die Kaiserkrönungen inRom bestimmt gewesen, so müssle also auch neben derselben eine zweite, nämlich diecorona argentea, für die Aachener Königskrönung von jeher bestanden haben, deren Zurück-haltung in Trifels Wilhelm von Holland zwang, sich selbst die Insignien zu seiner Krönungzu beschallen. Und diese echte, von der grossen goldenen Krone wohl unterschiedene, inTrifels zurückgehaltene corona argentea würde dann doch später sich nicht haben ver-drangen lassen durch die vom NoLlibehelf geschaffenen Kronen Wilhelm's. und Richard'«,würde aber vor Allem in ihrer Existenz nachzuweisen sein. Wenn Chronisten wieNoppius, ]). 48 u. 57, sagen, Rudolf I. und Carl V. seien mit güldenen Kronen gekröntworden, obgleich die Hislorici sagten: dass der römische König in Aachen mit einersilbernen, zu Mailand mit einer eisernen und zu Rom mit einer güldenen Krone gekröntzu werden pflegte,' so wird man dieses „Sagen" der Historici nicht unbedingt annehmendürfen. Schon Meyer, p. 439 Annierk. 1, macht sich über die corona argentea lustig undmeint, das Gerede davon rubre von einem silbernen Reif her, den König Conrad zu er-
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