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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
Entstehung
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AACHEN.

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Die Krone auf Carl's Haupte würde von diesem früheren oder späteren Alter derHerme unberührt bleiben, wir halten sie in jedem Falle für das ältere der beiden Kunst-werke. Dass beide nicht unmittelbar für einen Zweck gearbeitet wurden, geht schon aus denverschiedenartigen Fassungen der Steine hervor, indem dieselben an der Hernie flach sind,und an der Krone, auf die Entfernung berechnet, weit abstehen. Ergänzen wir ihre An-schauung durch die folgenden beschreibenden Angaben und fassen dann die historischenMomente ins Auge, die sich an ihr Vorhandensein im Aachener Schatze knüpfen.

Der Stirnreif, welcher unsere Krone bildet, misst von Stirn zu Hinterkopf 8" 8 //; , vonSeite zu Seite 1" 1'" und besteht aus glattem, vergoldetem Silberbleche, schweift sich in deroberen Peripherie in vier gegenüberstehende Lilien und vier jedesmal regelmässig dazwischenliegende Blattformen aus und wird nur von einigen einfachen Profillinien contourirt. Aufdiesem Bande findet sich eine reiche Anzahl von Edelsteinen, interessant durch sich selbstund durch die Art ihrer Fassung. Ein Theil dieser Edelsteine besteht zwar aus glattenSteinen ohne Facetten und bietet kein weiteres Interesse dar, aber zum Theil sind es auchgeschnittene antike Steine, sowohl Cameen wie Intaglios. Vorn zu unterst befindet sich ein1'/+" messender Onyx mit der gefesselten Psyche, welche mit doppelten Schmetterlingsflügeln,nur halb bekleidet, die Hände über den Bücken gebunden, auf einem Felsen sitzt. Linksbindet ein Amor einen ihrer Flügel. Bechts steht ein zuschauender Amor, der die linkeHand hinter den Kopf nachlässig legt, in der rechten eine Siegespalme hält. Ein dritterAmor bemüht sich, das an einem Baum aufgestellte Büstzeug, Helm, Schild und Harnischumzustürzen. 2 ' 0 Der Stein über dem beschriebenen ist ebenfalls ein Onyx, und zeigt aufbraunem Grunde eine sich weiss abhebende weibliche Figur mit flatterndem Gewände undpantomimischer Stellung vor einer Herme stehend. Ein dritter Onyx seitwärts rechts, weib-liche sitzende Figur mit einer Schlange; andere unbedeutendere, wie 2a und 2b, über-gehen wir, indem wir überhaupt bemerken, dass keine über die spätrömische Zeit hinausgeht,noch durch zarten sicheren Schnitt sich auszeichnet. Alle diese Steine und Perlen, ungefährachtzig Stück, sind nicht flach auf den Kronreif aufgelegt, sondern werden von dünnen undoben sich verbreiternden l \-i" langen Stäben davon emporgehoben, auf welchen dann die ein-zelnen Steine von kleinen aus der Peripherie der Stäbe ausspringenden Krallen gehaltenwerden. Ein Bügel, welcher von der Hinterseite der vorderen Lilie aus die ganze Krone ineinem Bogen überwölbt und an der correspondirenden hinteren Lilie seine Befestigung findet,dürfte, wie das vorn an diesem Bügel befindliche glatte Kreuzchen, die Zuthat der vorge-schrittenen gothischen Kunstperiode sein. Denn die aufgelegten getriebenen dreitheiligenBlätter mit ihren markirten Blattnerven gehören nicht aliein dem gothischen Stile an, son-dern die Befestigung des Bogens an dem Stirnreife selbst scheint auch mehr ein Werk derAushülfe als bei der Anlage des Ganzen bedacht zu sein.

durch vorher stattgehabte Brande die Kirche jedenfalls noch mancherlei Herstellung bedurfte,vielleicht haben wir aber auch hier nur eine symbolische Hindeutung auf Carl d. Gr. zu suchen.250. Besprochen und abgebildet bereits in den Jahrb. d. Alterth.-Ver. in d. Itheinl. II. 72.