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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
Entstehung
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AACHEN.

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und elegantesten Goldschmiedewcrke des vierzehnten Jahrhunderts, hat eine Höhe von 6 2 /3"und misst unten 9" im Durchmesser. Zu unterst ä jour durchbrochen, das Sechsblattdurch anfliegende unten in zierlichen Blättern endende Rippen gelheilt, trägt er in den einzel-nen Blättern, die mit einer getriebenen Musterung versehen sind, unter erhaben gearbeitetenBaldachinen die Kreuzigung und einzelne Heilige. Auf den sechs Buckeln des Knaufes ingravirter Darstellung auf einem Grunde schwarzer Emaille erscheinen die Heiligen Catharina,Dorothea, Ursula und Barbara, und auf zwei Feldern die beiden Figuren der Verkündigung.

2. 2 a. 2 b. 3.Bei der Beschreibung des herrlichen Schreines, in welchem sich die Gebeine Carl'sdes Grossen befinden (Tafel XXXVII. 1) erwähnten wir bereits, dass ein Theil der Hirnschale,ein Arm- und ein Bein-Knochen des Leichnams in besonderen Belicjuiarien aufbewahrt wur-den. Zur Aufbewahrung des ersteren Körpertheils dient die Büste unserer Abbildung, welcheeine Höhe von 25 x \-i" erreicht. Beliquienbehälter für die Häupter der Heiligen in Büsten-form, in der man die Züge des Heiligen nacbzuabmen sich bestrebte, kommen seit früherZeit und vielfällig vor. Das älteste uns bekannte solcher Häupter ist das des heiligen Candi-dus in der Schweiz, das schönste dasjenige des heiligen Oswald in Hildesheim. 217 Beideüberragt das Haupt Carl's an Grösse. Auf einem sechseckigen Untergestelle, in dessen dun-kelblauem Emailleüberzug sich ein Schmuck getriebener vergoldeter Lilien befindet, erhebtsich das stattliche Brustbild. Es ist in Silber meisterhaft getrieben und bis auf das Auge-sicht, für welches die Silberfarbe beibehalten ward, vergoldet. Die Brust ist von einem Ge-wände bekleidet gedacht, dessen Musterung in getriebenen und schwarz einaillirten Reichs-adlern besteht, welche sich in regelmässigen Vierecken wiederholen. Den Saum des Gewan-des am Halse bildet ein breites filigranirtes, mit Edelsteinen besetztes Band, das sich vornüber die Brust und über die Schultern fortsetzt und auch unten rund herum die Büsteabschliesst. In den Gesichtszügen bat man offenbar eine Portraitälmlichkeit Carl's desGrossen zu erzielen sich bestrebt. 248 Wenn wir in Erwägung ziehen, dass die schönenHäupter des heiligen Oswald in Ilildesheim, des Titularheiligen in S. Denis, das des h. Lud-wig in der S. Chapelle zu Paris und dasjenige in der Sammlung Fould und manche anderein Deutschland sämmtlich aus dem dreizehnten Jahrhundert stammen, so würde daraus derSchluss sich von selbst ergeben, dass in jenem Jahrhundert die Sitte dieser Kunslbildung be-

cin Processionalkreuz war, und man den Kaisern zum Kusse das kleine Carlskreuz (TafelXXXVII. 2) darreichte.

247. Das Haupt des h. Candidas, spätestens aus dem zehnten Jahrhundert, hei ßlavignae, Ilisloire de

rArcliitecLure, p. 162; das des h. Oswald hei Kratz, der Dom zu Ilildesheim, II. p. 144 u.Taf. 9, und Viollet le Duc, dict. de moh. PI. VII. Eine Menge solcher Häupter hefandeuund befinden sich in der Sammlung des Ministers Fould, in den Kirchen zu S. Denis, das-jenige des h. Ludwig in der S. Chapelle zu Paris, zu Lausanne, Troyes, Burtscheidt u. s. w.Unsere Ahhihlung wurde nach einer von Herrn Caplan Bock gegen Taf. XXXIII, 2. ausge-tauschten Zeichnung angefertigt.

248. Die ältesten Porlraits Carl's d. Gr. findet man zusammengestellt hei Fiorillo, I. 42.