AACHEN.
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lnsignien noch vorfand, und wenn dieses geschah wo solche verbliehen. Nichts sieht indessenim Wege, das Kreuzchen 2 für den inneren Kern des carolingischen Brustkreuzes zu hallen.Da aber dessen reliquiarer Inhalt, das Holz vom Kreuze Christi, eingefasst von Goldblech undeinigen Perlen und Steinen, an den schraffirten Stellen offen liegt, so hat dieses Kreuzchenjedenfalls immerhin einer scbützenden Umhüllung bedurft. Die jetzige Umhüllung aber,deren beide Seiten wir bei 2a und 2b erblicken, können wir nicht für die ursprünglichecarolingische halten. Bei der Erwähnung des Kreuzes von Tbietmar und Späteren istimmer nur von einem goldenen Kreuze die Bede, und Carl's erhabene Stellung wie seinePietät vor der Beliquie lassen es nicht anders erwarten, als dass er ein goldenes Kreuz ge-tragen habe; wir wissen aber auch aus seinem Schatzreichthum, aus jenem Goldreichtbum,der bei den Ottonen noch herrschte, dass goldene Geräthe erst später seltener wurden. UnserKreuzchen ist aber nur vergoldetes Silber. Der leise Schwung im Unterkörper der kurzenChristusfigur und das Ornament der Bückseite erinnern ausserdem auch vollständig an das12. Jahrhundert, dem wir desshalb diese Umhüllung zusprechen. Füsse und Hände sind nichtdurchnagelt. Die Cbristusseite bildet ein getriebenes Belief; das Ornament der Bückseite istgravirt. Die Grösse beider Kreuze ist die der Originale. Die beiden Seiten der Umhüllung2 a und 2 b sind, wie zu sehen, durch ein Scharnier verbunden und werden zur Aufnahmedes Kreuzes 2 zusammengeschlagen. Oben befindet sich eine Oese zur Aufnahme einer Hals-kette. Auf den Seiten befindet sich der Anfang einer Antiphone, welcbe zu den laudes imOfficium der Kreuzauffindung'- 28 gesungen wird:
Ecce crucem. diu. fugite partes, averse. vicit leo. de tribu. Juda. radix David.
3. 3 a. 3 b.
Bückseite aus vergoldetem Silberblech vom Lotharkreuze. Die Darstellungen sindgravirt. Die lange gestreckte Figur, die gekrümmten Beine und der gesenkte Kopf des alsgestorben gedachten Gekreuzigten lassen es unseres Erachtens nicht zu, diese Bückseite fürgleichzeitig mit der allen, hei Tafel XXXIX. 1 zu besprechenden Vorderseite dieses Kreuzeszu halten, da wir eine Darstellung dieses Charakters frühestens an den Schluss der romani-schen Kunstperiode setzen können. Sie ist interessant wegen ihrer Symbole. Sonne undMond (3 a u. 3 b), durch Strahlenkrone und Sichel erkennbar, sind in sternenbesäete Gewän-der gekleidet, mit denen sie den trauernden Blick verhüllen. Die krönende Hand Gott Vatersüber dem Gekreuzigten kommt so vielfach an älteren Denkmalen vor 229 , wie am Fusse dieSchlange als Symbol des überwundenen Bösen. Die auf unserer Abbildung wegen ihrer Klein-heit unbeschrieben gebliebene Inschrifttafel trägt die Worte: Hie est HTC Nazarenus rexjudeorum. Höbe 1'7", Breite 15".
228. Martin, M&aiiges, Archeol. I. p. 170. Floss, p. 174.
229. Siehe Tafel XXVII. 1. Böttari, Roma sollerania I. p. 71 uiul Giämpini, monumenla vetera in
vielen seiner Abbildungen.
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