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AACHEN.
Pampelona mitgebracht hatte, baute er nebst vielen anderen Kirchen den Tempel der seligenJungfrau Maria zu Aacben. Nach Carl Meinet, p. 492, baut Carl die Marienkirche zu Aachenin Folge der im fünften Relief besprochenen Sünde, als ihm durch den in den Teich gewor-fenen Ring die Oertlicbkeit so überaus lieb geworden war. 227
Betrachten wir zum Scblusse noch die künstlerische Arbeit dieses herrlichen Schrei-nes, so erreicht er allerdings nicht die prachtvolle Kostbarkeit des Marienschreines, steht aberan geschmackvoller Anordnung gegen denselben nicht zurück. Die Masse der Metallbeklei-dungen ist vergoldetes Silber, mit Ausnahme der aus vergoldetem Kupfer bestehenden "achtgetriebenen Reliefplatten. Der Sockel besteht aus zwei Stufen in der unteren abwechselndgravirter und emaillirter, in der oberen emaillirter Platten und Filigrannetze mit Edelsteinen.Die folgende Schräge wie diejenige unter dem Dache sind getrieben. Auf letztere folgt ein
Fries abwechselnder Emaillen und Filigrannetze mit Steinen.
Die um den Kasten aufge-
stellten runden Figuren wie die der Engel in den Zwickeln der Bogen sind getrieben. DerDachrahmen und die Stege der Feldertrennungen haben gravirten Schmuck, der Ramm desFirstes ist durchbiochen. Die Reliefe des Daches liegen, von einer Schräge getriebener Arbeituinfasst, etwas vertieft; zwischen diesen Schrägen und den Reliefen stehen die schmalen ge-triebenen Inschriftbänder. Die Säulenschäfte, die Bogen der Langseile — in den Giebelseitensind letztere mit Filigrau und Steinen geschmückt — und die Knäufe auf dem Firste,mit Ausnahme des mittelsten von Bergkrystall, bestehen aus Emaillen. Alle Emaillen sindemail champleve. Einige dieser Emaillen sehen wir auf Tafel XXXIX, 5. Interessantsind diese Emaillen und die Gravuren der Dachstege durch den Schwung und diephantastische Kühnheit der Arabeske, welche sich noch in den wunderlichsten Bestiarienergeht. Interessant ist die ganze Anlage des Schreines durch seine prototypische Bedeutungfür den ein halbes Jahrhundert später entstandenen Schrein des heiligen Suilberlus zuKaiserswerth (Taf. XXX), wie durch die bereits erwähnte technische Gemeinsamkeit mit Bar-barossa's Kronleuchter in jenen in der Schmuckart des letzteren braun auf Goldgrund ge-malten Lissenen hinter den Doppelsäulen der Langseiten.
2. 2 a. 2 b.Im Eingange des Textes zu Tafel XXXVII haben wir gehört, dass Carl's Leichen-schmuck, freilich nur nach Thietmar's Bericht, auch aus einem goldenen Kreuze bestandenhaben solle, welches angeblich über seiner Brust hing und von Otto III. hinweg genommenworden sei, von welchem Kreuze freilich weder der von uns angeführte Begräbnissbericbt derLorscher Annalen noch der Besucher des Grabes, Otto von Laumel, spricht. Das Schicksaldieses carolingischen Brustkreuzes, wenn es im Grabe war, kennen wir nun desshalb nicht,weil wir nicht erfahren, ob Barbarossa bei der zweiten Graböffnung dasselbe mit den andern
227. Thenen sagt: Carl gelobte für ein glückliches Gelingen des span. Krieges der Mutter Gottes eineKirche zu Aachen. Unsere eingeklammerte Ergänzung der letzten Verse wird sich aus derDarstellung selbst rechtfertigen.