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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
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AACHEN.

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Mitluntur dona Karolo, Christique CoronaSpinea, flos de qua novus exit, quo cirotecaTurgcns (dum Iraditur in) aere stans reperitur.

Gaben werden gesendet an Carl und die dor-

nene KroneChristi, aus welcher erspriesst eine frische

Blüthe; der Handschuh,Damit gefüllt, schwebt, da er gereicht wird,

frei in den Lüften.

Wie die wenigen Thatsachen des spanischen Krieges jenen reichen Sagenkranz er-zeugten, so halten die wirklichen Beziehungen Carl's zum Oriente kaum 150 Jahre nachseinem Tode sich zu einem vollständigen Kreuzzuge ausgebildet, der in vielfachster Gestaltvon den Chronisten erzählt wird. 226 Carl Meinet sagt, p. 513: „Carl erhielt vom KaiserConstanlin einen Brief, dass die Heiden das heilige Grab und Land in ihre Gewalt bekom-men. Carl bricht mit seinem Heere dahin auf und nach vielerlei Irrsäl besiegt er die Hei-den. Carl weist alle Geschenke für diese Tbat zurück. Darauf bietet Constanlin ihm stattirdischer Gaben einen Theil der Beliquien vom Leiden Christi. Als nun zu diesem Zweckedie Dornenkrone ihrer Capsel enthoben wurde, verbreitete sie einen wunderbaren Geruch.Carl fiel nieder und bat Gott um ein Zeichen, dass es die wahren Beliquien seien. Alsobaldfiel Thau vom Himmel, wonach die Dornenkrone an zu grünen begann, und als der BischofDaniel von Neapel sie theilen wollte, trieb sie Blüthen. Carl füllte mit diesen Blülhen seinenHandschuh. Als er denselben dem Bischöfe Ebroi'n, seinem Begleiter, geben wollte, geschahein Wunder und es blieb derselbe zwischen ihnen in der Luft schweben. Carl brachte dieseReliquien ins Münster nach Aachen.

8. Im letzten Reliefe (1 e) des Schreines erschauen wir Carl kniend gefolgt voneinem Bischöfe, der Madonna die Aachener Marienkirche weihend. Wenngleich bei solchenDarstellungen die Absicht nicht vorliegt, ein architektonisch genaues Kirchenmodell zu pro-duciren, sondern dies nur in dem Maasse geschieht, wie es die Versinnlichung der Handlungerheischt, und wir desshalb solche von den Donatoren dargebrachte Modelle ihrer Stiftungennicht zu sehr als diplomatische Urkunden betrachten dürfen, so gibt dieses Modell unsdoch immerhin einen prüfwerthen Beitrag für die ehemalige Gestalt des Oclogons, und be-stätigt die Annahme einer quadraten Apsis und eines Zeltdaches. Die Inschrift sagt:

(Huic) par et exemplum (praecelso eulmine)

templumKarole rex, a te matri datur inviolate,

Hie, ubi semper aquis ferventibus affluit,Aquis.

Diesem entsprechend im Bau wird ein Tem-pel erhabener Wölbung,

Carl, o König, von Dir der reinen Mutter ge-weihet,

Da, wo immerfort sprudeln die warmen Quel-len, in Aachen.

Und wenn es auch für die Stiftung des Aachener Münsters keiner besonderen Bei-

bringung von Nachrichten bedarf, so wollen wir doch eine erwähnen, des Zusammenhangs

wegen mit den vorigen Darstellungen. Turpin, c. 5, sagt: Von dem Golde, welches Carl aus

226. Vergl. Anmerk. 211. Ausserdem Ueberschrift des Manuscripts : „Wie Carl nach der Adlers-capelle den Nagel und die Krone des Herrn gebracht. Von der Eröffnung der Capsel derDornenkrone und wie sie Blülhen hervorgebracht." MaSsmanri IN. p. 1036; Vincenz vonBeauvais bei Floss, p. 199; Phil. Mousques u. A.

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