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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
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AACHEN.

desshalb das zu 3 Gesagte. Im Gesichte Carl's auf unserer Abbildung ist der vom Litbografenvergessene Bart zu ergänzen.

6. Das sechste Relief (1 c) bringt uns zwei Vorgänge in einem kirchlichen Räumezur Anschauung. In der kleineren Abtheilung dieses Raumes sitzen Kaiser Carl und einGeistlicher in vertraulicher Mittheilung. Carl bezeigt sich durch die aufgehobene Rechte alsder Sprechende, der Geistliche, der Vertrauen erweckend ihm die rechte Hand auf's Knielegt, erhebt die Linke wie ein nach Verständniss strebender Zuhörer. Derselbe Geistlichecelebrirt im grösseren Räume nebenan die Messe. Der Kelch steht auf dem Altar. EinLevit hält hinter ihm die Patene. Gegenüber kniet Carl zum Empfang der Communion undein Engel reicht von oben dem Priester ein Inschriftband. Die Umschrift lautet:

Egidio Karolum crimen pudet edeire (ederesolum;

Egidio celebranti

Illud enim tanti gravat

Angelus occultum perhibet reseratque sepultum.

Eine Sünde nur schämet sich Carl dem Egi-

Dem Egidius

dius zu beichten,Denn sie beschweret ihn sehr

während der MesseZeigt die verborg'ne ein Engel und zieht sie

hervor aus dem Grabe.

Auf dem Schriftbande, welches der Engel herabreicht, stehen die Worte: Crimenmortale convertitur in veniale. Die Sage jenes Wunders, welches dieser Darstellung zu Grundeliegt, wird von Carl Meinet, p. 843, Philipp Mousques, v. 3974, und von der Kaiserchronik,v. 15031—15070 und III. p. 972 u. 1017, und daselbst in vielen anderen Bearbeitungenbehandelt. Wir ziehen die Kaiserchronik, als die älteste und vollständigste dieser Quellen,vor. Sie sagt: Carl hatte eine grosse Sünde begangen, welche er nicht beichten wollte. Erblieb die ganze Nacht mit Egidius im inneren Kampfe zusammen, bis Gott in der Messeeinen firief sandte: „Wer seine Sünde innerlich bereut und Gott vertraut, dem ist sie ver-.geben." Diese Sünde wird von Massmann nach Petrarca's Epislolae familiäres I. 3, der esalso auf seinen Reisen hörte, auf ein Liebesverhältniss bezogen, welches Carl im Walde miteiner gemeinen Frau begann. Er liess von derselben nicht ab, als sie schon gestorben war.Ein Priester, der sich darum bekümmerte, fand im Munde der Leiche einen Ring, der denZauber besass, seinem Besitzer Liebe zuzuwenden, und nahm ihn an sich. Alsobald liessCarl von der Leiche ab und wandte seine Neigung dem Priester zu, der nun, um jenenbösen Zauber von sich abzuwenden, den Ring in einen Teich warf. Und dieser Teich wardso sehr der Lieblingsort Carl's, dass er dort Aachen gründete.

7. Dieses Relief (1 d) theilt sich wiederum in zwei Räume. Der grössere zeigt aber-mals das Innere einer Kirche, in welcher vor einem mit einem Reliquienschreine und einerDornenkrone geschmückten Altar ein Herrscher mit dem Scepter steht. Carl kniet auf deranderen Seite und fleht etwas von Gott; hinter ihm ein Bischof und eine weltliche Person.An der Wölbung erscheint die Hand Gottes zur Gewährung der Bitte und von ihr herabhängen Lampen. In dem kleineren freien Baum sehen wir Carl mit dem Bischöfe, derhinter ihm in der Kirche kniete, hinwegreiten. Zwischen ihnen schwebt in den Strahleneines Sternes ein Handschuh. Die Umschrift sagt: