AACHEN.
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Zelte, und die jugendlichen unbärtigen Gesiebter erkennen. Was es mit diesen gepanzertenFrauen mit den blühenden Lanzen für eine Bewandtniss habe, erzählt uns die Kaiserchronik:„Der Heidenkönig in Galicien erschlug Garl's ganzes Heer, Carl entkam allein und sassweinend auf einem Stein, der noch heute nass ist. Ein Engel tröstete ihn und rielh ihm,statt der erschlagenen Männer Jungfrauen kommen zu lassen. Dies geschah. Es kamen50,366 ad Portam Gaesaris und sammelten sich in Carl's Thal. Da erschraken die Heidenso sehr über die wiedererstandenen vollbusigen Krieger, dass sie aus Schrecken sich taufenliessen. Als aber die Jungfrauen Abends auf grüner Wiese lagerten und ihre Lanzen inden Boden steckten, grünten diese während des Schlafes, woher der Wald Schäftewald heisst."Ueberzcugen wir uns aber, dass die Art der Umarmung und der Charakter der Personen zurAnnahme von Frauen zwingt, und wir somit die Kaiserchronik unserer Darstellung zu Grundelegen müssen, so bleibt auch die Beihenfolge dieses Beliefes nach dem vorigen richtig; denndie Kaiserchronik schliesst mit diesem Ereigniss den spanischen Feldzug. 225 Diese Auffassungverlangt der Charakter der Darstellung. Die Inschrift ist aber nur mit der ersteren verein-bar, denn der Ausdruck perimendi setzt Männer voraus, und Diejenigen, auf welche perimendisich bezieht, sollen im Kriege umkommen, was freilich in der Erzählung der Kaiserchroniknicht geschieht. Vielleicht sind also hier beide Auffassungen der Sage in einander geflossen,denn beide sind berücksichtigt.
5. Dieses Belief ist das erste auf der anderen Dachseite und wir finden es abgebil-det bei 1 b. Die Darstellung zeigt die in der Inschrift des dritten Beliefs bevorstehendeSchlacht, denn wir sehen Todte und Gefallene an der Erde liegen. Carl erblicken wir untereinem erhöhten Bogen, die untere Körperhälfte von den Todten verdeckt, so dass uns dieAnnahme offen bleibt, ihn auf einem Bosse durch einen Thorbogen in eine eroberte Stadteinziehen, oder auf einem Thurme in Befehl oder Beobachtung zu denken. Die Bichtungaller Gesichter und auch Carl's nach vorwärts zu diesem Bogen hin macht einen Einzugam wahrscheinlichsten. Indess stellt er vielleicht auch weinend in der Capelle, wo er dieTodten findet. Die Ilandbewegungen Carl's können ebenso wol Erstaunen wie Beniilleidungausdrücken. Die Inschrift lautet nach unserer eingeklammerten Herstellung:
Welche, nicht wagend den Kampf, indess sich
verborgen, sie sterben.Siegreich kehrt er zurück, der Verborgenen
(Mortem non ausi moriuntur) tempore clausi.
Victor ah hoste redit, clausorum funera plangit.
Tod zu beweinen.
Die alten Worte der Inschrift zwingen uns, in dieser Schlacht jene zu sehen, welcheauf den Vorgang im dritten Belief folgte. „Denn nachdem er siegreich vom Feinde zurück-kehrte, bejammerte er den Tod der Eingeschlossenen." Für diese Schlacht vergleiche man
225. Das Mänuscript der Bollandisten sagt: „Von den Lanzen, die Nachts in die Erde gesteckt, Mor-gens mit Rinde und Laub bekleidet waren." Nach Carl Meinet, p. 532, fanden jene KriegerCarl's, welche in der Schlacht zu fallen bestimmt waren, ihre Speere angewachsen und blühen.Kaiserchronik, II. p. 385, u. III. p. 971 u. 1013, wo auf die älteren Vorbilder dieser Sagebei Paulus Diakonus, Fredegar u. s. \y. hingewiesen wird.