Druckschrift 
2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

CKKRESHEIM.

49

Sacranientshäuschen aus Sandstein, 35' hoch; 16. Jahrhundert. Bei ganz veränder-ter Anordnung, hesonders des Fusses, in der Vereinigung von Consolen und Säulen, findenwir doch üherall die gewundenen Säulen wieder, welche das Ende des Mittelalters in derSculplur bezeichnen.

6.

Grosse, 6' hohe Christusfigur von Holz von einem zertrümmerten Crucifixe. Diesenoch aus der letzten Hälfte der romanischen Kunstepoche herrührende Figur mit glattemHaar, kurzem Barte, offenen Augen, runden völligen Formen mit wenig anatomischen An-deutungen, erhält noch ein besonderes Interesse durch ihre erhaltene Polychromie. Haare undBart sind schwarz, der Körper fleischfarben, die Augäpfel schwarz, das Gewand nach aussengoldig, nach innen blau." Ihrer Grösse nach, auf die Entfernung berechnet, wird dieseFigur einem sogenannten Triumphkreuz angehört haben, wie sie unter den Triumphbogender Kirchen herabhingen oder auf einem Querbalken standen. 8

7.

Spätromanischer Altartisch aus schwarzem und weissem Marmor auf dem Chore zuGerresheim. Länge 8' 1", Breite 5' 6", Höbe 3'.

8.

Kleiner emaillirter Beliquienschrein aus dem Anfange des 13. Jahrhunderts. Derselbemisst 6" in der Länge, 1" in der Höhe und 3" in der Breite. Die vordere Hauptdarstellungenthält Christus bärtig, gekrönt auf dem Hjmmelsbogen thronend und zwei gleiche, nur miteinem Buche ausgestattete Heilige. Auf dem Dache erscheint in der Mitte ein Engel, wiederummit zwei nicht näher zu bezeichnenden Heiligen. Auf jeder Schmalseite erscheint ebenfallseine Heiligenfigur. Die ganze Hinterseite ist in Vierecke getheilt, in deren jedem sich einVierblatt befindet; hier öffnet sich das Kästchen durch eine A^erschliessbare Klappe. Die Ar-beit ist äusserst roh, z. B. sind die ausgestreckten Finger der Figuren oft länger als dieganzen Hände, das Gefält ohne Verständniss, an feineren Gesichtsausdruck ist nicht zu den-ken. Die Emaillentechnik ist diejenige des email cJiampleve, bei Avelcbem die Kupfertafelnfür die Stellen, welche durch Emaillen gefärbt werden sollen, reliefartig ausgearbeitet werden.Mit blauer Emaille sind die sämmtlichen Hintergründe gefüllt. Mit Ausnahme von vier Ster-nen oder Rosetten in den Ecken des Mittelfeldes der Christusfigur und ebenso des mittlerenEngels auf dem Dache sind alle Rosetten der Hintergründe wie die Vierblätter der Rückseiteund die Rlattform der Schmalseite mit hellblauer Emaille, die in einen weissen Rand, odermit hellgrüner, die in einen gelben Rand übergeht, ausgefüllt. In der Mitte dieser Rosettenbefindet sich dann ein rother oder schwarzer Punkt; in den Vierblättern, von einem vergol-deten Mittelpunkte aus, vier rothe oder schwarze Ausläufer. Endlich ist die vordere Dar-

7. Dieses Oucifix liegt kaum sichtbar auf dem Kirchenspeicher.

8. So zu Halberstadt und an vielen andern Orten.