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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
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WERDEN.

WERDEN,

Werden (Wertliina im ducatus ripuarorum '), Städtchen am linken Ufer der Ruhr, ungefähr3 Meilen vor deren Einfluss in den Rhein, m einer herg- und waldumschlossenen, lieblichenLage, wie sie die Renedictiner so geschickt zu erspüren und für ihre Klostergründungen zubenutzen verstanden. Denn wie für so manchen Ort am Rheine wird es auch für Werden keinemZweifel unterliegen, dass es aus den allmälig sich vermehrenden Umwohnern jener berühmtenRenedictiner-Abtei entstanden sei, welche der heilige Ludgerus Anfangs des 9ten Jahrhundertshier errichtete; ging doch später die Erlaubniss zur Stadterhebung' ausdrücklich vom Abteaus. Wir besitzen noch jene langen Reihen von Urkunden, worin zunächst 799 das Terrainfür den Kirchenbau Werthina, zwischen zwei Rächen gelegen, wie noch jetzt, geschenkt wird 2 ,und sich dann weiter Schenkungen an Schenkungen, Gerechtsame an Gerechtsame reihen. 3Um 802 ist von der Kirche zu Werden, als von einer bestehenden, die Rede; denn Karl derGrosse nimmt sie in seinen Schutz und macht Schenkungen zum Rau des dabei zu errichten-den Klosters. 4 Wir sind auch über die ferneren Schicksale und Neubauten dieser Kircheunterrichtet, die jetzt als ein romanischer Rau der 2ten Hälfte des 13ten Jahrhunderts eineder grössten Merkwürdigkeiten des langen Andauerns des romanischen Stils im 13ten Jahr-hundert bleibt. Die Reichsabtei Werden war so unabhängig, wie die andern Abteien, diewir bereits kennen lernten; sie hatte die freie Wahl ihrer Aebte und ihrer Vögte, vollstän-dige Immunität, Zollfreiheiten, eigene Münze 5 etc. Zur Stadterhebung und Refestigung gab1317 der zeitige Abt unter Wahrung einiger Privilegien die Erlaubniss. 6

2. 2 a.Christusfigur eines Crucifixes aus gegossenem Erze. Wenn man die vollendeterenGusswerke der carolingischen Zeit zu Aachen (vergl. Taf. XXXII.) und die darauf folgendenWerke des Erzgusses in Hildesheim und Essen in Retracht zieht, so wird man dieses rohereWerk nicht anders als vor den Schluss des ersten Jahrtausends setzen können, wo dieAngst vor dem vermeintlichen Weltuntergänge einen schnellen Verfall der Bildung herbeiführte,die unter Karl dem Grossen und unter den Ottonen plötzlich und einzeln erstand. Die un-verhällnissmässig langen Arme und Beine, die eckigen Formen des Schädels, überhaupt diemangelhafte Reobachtung anatomischer Richtigkeit, — man sehe nur die verkehrte Stellung des

1. Lac. I. 31 und 37. Ledelmr, Archiv I. p. 360-

2. Lohde und Stüler, Die Ablei-Kirche zu Werden.' Berlin 1857.Geck, Die Abtei-Kirche zu Werden 1S56.

Biuterim, Erzdiücese 1. p. 86.

3. Luc. I. 2—24, 1 6—40 u. s. w.

4. Lac. I. 26. In Werden befand sich einst das Kleinod des cod. argenteus des Ulfila in Upsala.

5. Lac. I. 118, 70 u. 76, SO, 90, 92, 125. III. 731.

6. Lac. III. 162.