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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
Entstehung
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ESSEN.

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Dass wir hier mit jener Äbtissin Mathilde aus dem Ottonischen Hause zu thun haben,die um 1003 starb und gewöhnlich die zweite genannt wird, während sie wahrscheinlich dieerste dieses Namens war, erhellt aus der Besprechung der Kreuze, wo wir auch auf die Namens-schreibung mit zwei H aufmerksam machten. (Taf. XXIV u. XXV.) Den abgekürzten Schlussder Inschrift glauben wir lesen zu dürfen: iussit et Christo consecravit. (XP. CÖ§), bei wel-cher Erklärung allerdings das erste $ unberücksichtigt bleibt. An den vier Ecken des Fussesbefinden sich vier verstümmelte sitzende Figuren, bekleidet, aber mit nackten Armen, mitden Inschriften oriens. aquilo. occidens. Aus diesen Beischriften ergiebt sich, dass die vierteFigur den Südwind (auster) vergegenwärtigte. Diese Figuren müssen von phantastischerBildung gewesen sein, denn eine hatte offenbar Hörner. Ob jene eiserne Stange, welcheunter den Lichttellern die sieben Arme verbindet, ursprünglich da war oder später zugefügtwurde, lässt sich kaum entscheiden.

Wenngleich auch die Dome zu Prag, Mailand, Frankfurt a. d. Oder, Braunschweig, Col-berg und Halberstadt siebenarmige Leuchter besitzen oder besitzen sollen und schon im Kai-serpalaste in Byzanz ein solcher stand, so geben dieselben doch, so weit sie uns bekanntwurden, durch Verschiedenheit der Zeit oder Einfachheit der Formen keine spccicllc Parallelezu dem siebenarmigen Leuchter von Essen/' 0

Tafel XXIX.1.

Spätgothische, silberne Monstranz aus dem Schatze der Stiftskirche zu Essen. Höhe33". Der Aufbau dieser durch Grösse und Formreichthum wie durch treffliche Arbeit ausge-zeichneten Monstranz ist aus der Abbildung ersichtlich. Zur Erklärung des ausserordentlichreichen Figurenschmuckes heben wir hervor, dass auf der Spitze Gott Vater erscheint, unterdiesem Christus, darunter der heilige Geist, und unter diesem die heil. Gertrudis. Seitwärtsfolgen dann neben dem Glase Christophörus, Paulus, Petrus und Sebastian. Ferner die Heiligen:Cosmas, Damianus, Johannes, Bernhard, Bochus, Johannes der Täufer. Diese Statuetten sindsämmtlich vergoldet. Auf dem Fusse befinden sich noch in reichen Gravuren Figuren undArabesken, die den Stammbaum Christi zu bilden scheinen. 67

G6. Derjenige von Mailand bei Didron, Annales archeol. Tome 17. Livraison 4. p. 237; von Prag, wennauch millelmassig, bei Ambrosch, der Dom zu Prag 1858; der von Braunschweig: Jürgens,der Dom von Braunschweig und Kallenbach, Album mitlelalterl. Kunst. Heft 2. No. 6; die zuColberg und Frankfurt: Kugler 3. Aufl. II. p. 462. Ueber den siebenarmigen Leuchter inHeptalychnos des Palastes zu Byzanz, wo bei festlichen Aufzügen die Lichter angezündetwurden, Const. Porph. I. C. Üb. I. c. 1. §. 5. p. 7D, §. 21. p. 16D, cap. 2. p. 22A,c. 23. p. 78A. Vergl. Agincourt Taf. VIII. 8.

67. Beim Abschiede von Essen müssen wir bemerken, dass die Schatzkammer der Stiftskirche noch einengrossen Reichlhum von Kelchen und Monstranzen bewahrt, wenngleich dieselben den mitgetheiltenGegenständen an Alter und Bedeutung nicht gleich kommen. Auch die Johanniskirche besitzteine schöne golhisehe Monstranz. In der Kirche befindet sich ausserdem ein vorzüglich schönerAltaraufsalz in Form eines grossen Schrankes, der noch von vergoldeten gothischen Eissengitternverschlossen wird, welche den ehemals dahinter aufgestellten Reliquien zum Schutze dienen sollten.Eine lebensgrosse bemalte Grablegung von Stein ist von geringer Bedeutung; ebenso der Taufstein.