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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
Entstehung
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ESSEN.

offenen Augen, bärtig, mit langem Schurz, die Füsse nebeneinander auf einem Fussbrettstehend, Nägel durch Hände und Füsse. Vergl. die Hinterseite Tafel XXVI. 1.

2.

Das Mathildenkreuz 2 zeigt eine noch reichere Ausstattung; denn in derUmrandung der Kreuzarme findet ein steter Wechsel zwischen Steinen und Emaillen statt.Ausser dem Kreuztitel und der Widmungstafel erscheinen auch noch zu Seiten des Gekreu-zigten die Personificationen von Sonne und Mond in emaillirten Medaillons, und viele ge-schnittene antike Steine, besonders ein ruhender Löwe zu Füssen des Gekreuzigten, Cleopatramit der Schlange links und ein Krieger vor einer mit einer Kugel gekrönten Säule rechts vondemselben, erhöhen die Kostbarkeit. Die Christusfigur erscheint weniger gestreckt als aufdem vorigen Kreuze, steht, die Hände angenagelt, ebenfalls wie dort lang geschürzt auf einemFussbrette, ohne dass die Füsse angenagelt wären, und wendet den Kopf, bärtig und mitgeöffneten Augen, nach rechts. Sie ist aus gegossenem Silber, vergoldet. Das untere Balken-ende enthält unter einem Bergkrystall in der Mitte sichtbare Relkmien. Waren die E dervorigen Kreuzinschrift viereckig, so sind sie hier rund.

Auf den Widerspruch, der bei der Emaillentafel zwischen der Feinheit der Technik undDurchsichtigkeit des email cloisonne und der Rohheit der Zeichnung besteht, haben wir bereits hin-gewiesen, und können nur hinzufügen, dass auch die Darstellungen von Sonne und Mond dieseRohheit in demMaasse theilen, dass es kaum möglich wäre zu sagen, ob das, was sie in denHänden halten, Andeutungen der Sonnen- und Mondscheibe sein sollen, oder der üblichenTücher, Avomit sie ihr Angesicht verhüllen, wenn nicht die gleiche Farbe der Gewänder unddes in den Händen Gehaltenen auf die Tücher schliessen liesse. Ausserdem befindet sichin jedem Medaillon kaum erklärbar das Zeichen i^. 51 Vergl. die Hinterseite auf Taf. XXVI. 2.

3.

Das Theofanukreuz ist in der Mitte durch einen grossen Bergkrystall ausgezeichnet,unter welchem sich, ähnlich dem Bernwardskreuze zu Hildesheim, eine Partikel des h. Kreuzes be-findet. Die 18 Emaillentäfelchen dieses Kreuzes scheinen, wie es bereits erwähnt ward, ihrergeschwungenen Form halber nicht für das Theofanukreuz eigens angefertigt, sondern bei ihrerVerwendung an diesem Kreuze einer andern Bestimmung entzogen zu sein; denn auch ihreDarstellungen geflügelter Greife und antiker Masken haben keinen Gedankenzusammenhangmit dem Kreuze selbst, waren aber wegen der Uebereinstimmung ihrer Form und Zeichnungmit den Emaillen an einem Osculum pacis in Essen ursprünglich wohl mit letzteren zu glei-chem Zwecke verbunden. Das auf der Tafel in diesen Emaillen durch einen Irrthum des

Zeichners angegebene Gelb ist als Gold zu denken.

Vergl. die Hinterseite auf Taf. XXVI. 3.

aus.

Durch Reichthum und geschmackvolle Anordnung zeichnet sich dieses letzte KreuzAusgezeichnet sind besonders die" von kleineren Perlen gefassten grossen Perlen und

51. Dass die Personificalionen von Sonne und Mond hei der Kreuzigung in allen Zeiten auf ganz ver-schiedene Weise nebeneinander \orkommen siehe hei Piper Mythol. u. Symh. I. 2. p. 116—199.