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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
Entstehung
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ESSEN.

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Steine der Mittelfelder der Kreuzarme. Zu unterst befindet sich in bläulichem Chalcedon,dessen obere braune Lage geschickt zum Haare verwandt ist, ein geschnittener antiker Kopf.Die Umrandung des ganzen Kreuzes besteht wiederum abwechselnd aus Perlen, Steinen undkleinen viereckigen Emaillen, zum Theil fast gleichen Musters wie diejenigen der Umrandungdes dritten Kreuzes. Wie diese Emaillen der Umrandung sind auch die Symbole der Evan-gelisten an den vier Ecken und die Mitteltafel der Kreuzigung in email cloisonne ausgeführtund sämmtlich in erhöhte durchbrochene Fassungen gestellt, wie sie auf Taf. XXXIX. ersicht-lich sind. Bei dem Bilde der Kreuzigung ist zu bemerken, dass in den beiden Medaillonsvon Sonne und Mond sich in jedem sechsmal das Zeichen J^ befindet, wie dasselbe sich auchbei den Personificationen von Sonne und Mond auf dem Kreuze 2 befand.

Die Kreuze 1. 2. 3. tragen dann noch an ihrem Fusse Knäufe von Bergkrystall.Die beiden ersten sind rund, der eine glatt, der andere geschnitten. Der Knauf des Theo-fanukreuzes ist ebenfalls geschnitten mit Golddraht geschmückt und auf Taf. XXXIX. 9. sammtdem geschnittenen Knaufe des Mathildenkreuzes 10. abgebildet. Die Sitte, geschnittene Bergkrystallezum Kunstschmuck zu verwenden, muss in Deutschland wie Italien eine sehr allgemeine gewesensein; denn ausser den Knäufen der Kreuze von Essen findet man in den Schatzkammernder Kirchen von Halberstadt, Quedlinburg und Hildesheim Beste solcher geschnittenen Berg-krystalle. In derselben Weise gearbeitet ist dann die an der Kanzel zu Aachen (Taf. XXXIV)eingefügte Ober- und Unter-Tasse desselben Materials. Auch der Hohenstaufische Kron-leuchter zu Aachen (Taf. XXXV) trägt unter den Lichttellern Knäufe von Bergkrystall, und hierund da wird seine Anwendung in alten Schriftstellern erwähnt. 52

5.

Sitzende Madonna mit dem Kinde derselben Ottonischen Kunstepoche, aus getriebenemGoldbleche, welches über einen inneren Kern von Holz gelegt ist. Die Höhe beträgt 28".Der Stil des Ganzen und besonders das Profil des Kindes, die Behandlung der Gewänderim engsten Anschluss an die Körperformen, wie dies besonders am Leibe des Jesukindesersichtlich ist, die eingesetzten Augen von Emaille in Nachahmung dieser Sitte der römischenKunst, machen diese Gruppe ebenso bedeutungsvoll wie interessant. 53 Die Lippen bei denFiguren sind roth colorirt. Die Krone der Madonna aus Goldblech, Filigran, Perlen und ge-schnittenen Steinen dürfte etwas späterer Zeit angehören, während der mit Emaillen geschmückte

Nimbus des Kindes gleich alt sein wird.

Den Sitz bildet ein viereckiges mit Goldblech beleg-

tes Tabouret ohne Lehne, welches auf 4 geraden Ständern ruht. Eine ganz späte Zuthat istdas Brustschild des Kindes.

52. Sublac. Chronic. 938 apud Muralori XXIV. 927: Cantlelabra ex crystallo el auro. Carl der Grosse

trug eine Krystallcapsel: Floss p. 21. Ludwig der Fromme erhielt Reliquien in Krystall: Anna-*les Fuld. ad an. 872. Leben Bernwards p. 14. In Gandersheira waren Kreuz und Rcliquien-gelasse von Krystall. Eralh: Ann. Quedlinb. p. 60. Meinwerk schenkte seiner Kirche inPaderborn ausser anderen Kostbarkeiten Lapides cristallinos XXX. Vita Meinwerci (Ed.Brower 1616) c. 52 p. 49.

53. Zwei ähnliche Madonnen aus getriebenem Goldbleche befinden sich in Hildesh. Kratz Taf. 10.