ESSEN.
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3. Heisst es im dritten Kataloge p. 3 und übereinstimmend im lateinischen: AlheidisAbdissin die erste — des grossen Kaisers Ottonis I. Dochter hatt die gülden Kreut-zer mitt dem Nageil 48 so schwischen Ostern und Pingsten gedragen werde, nebenanderen Kleinodien der Kirchen verlassen, und am Fuuss derselben Kreutzer findtman folgende Wortt:
Alheidis abatissa Otto dux mitt den Wapen.Von diesen drei Kreuzen wissen wir gar nichts mehr; vielleicht ist nun dasjenigeNo. 4 auf unserer Tafel eins davon, welches seine Inschrift verlor. Aber diese 4 Katalogeder Äbtissinnen von Essen im Archive zu Düsseldorf sind in anderen Dingen so ungenau,dass wir auch hier Verwechselungen vermuthen dürfen. Wie alle Kunstformen im Mittel-aller bald typisch wurden, weil sie schöpferisch entstanden und somit, ihrem Zwecke und ihrerZeit analoge Bildungen annahmen, so scheinen auch diese Art Kreuze typische Geltung gehabtzu haben, wie ausser den erwähnten und denjenigen auf Taf. XXXIX die Anmerk. 23 und 37erwähnten Kreuze zu Osnabrück, llildesheim, Herford, Gandersheim und selbst die gleichzei-tigen Monumentalkreuze beweisen. 49
Wenden wir uns zur sachlichen Beschreibung unserer vier Kreuze, so finden wir beiallen zunächst eine ziemlich gleiche Grösse. Das Mathildenkreuz 1 misst 1' 5" in der Länge,llVa" in der Breite; das Mathildenkreuz 2 ebenso; das Theofanukreuz ist V 5 l j-i" lang,H72" breit; das Kreuz bei 4 hat 1' 5'/2 /y in der Länge V 7 2 " in der Breite. DieDicke beträgt bei allen ungefähr \" und wird gebildet durch einen Kern von Holz, aufwelchem die schmückende Bekleidung befestigt ist. Diese schmückende Bekleidung mitihren Steinen, Perlen, Emaillen und geperlten Filigranfäden erscheint in den Abbildungenhinreichend deutlich, um darüber hinweg gehen zu dürfen. Nur müssen wir noch bemerken,dass die Fassungen aus kleinen kunstvollen Bogcnstellungen bestehen, so dass die Steine mitFassungen kleinen gekuppelten Tempeln gleichen. 50
1.Das Mathildenkreuz 1 enthält nur 2 Emaillen und zwar email cloisonne, nämlichdie goldene Inschrift auf blauem Grunde über dem Gekreuzigten und die Widmungstafel, inwelcher, auf rothen Polstern stehend, Otto und Mathilde gemeinsam auf hoher Stange das vonihnen geweihte Kreuz halten Bei der oberen Inschrift, dem Kreuzestitel, ergänze man in demersten H und dem letzten X oben einen Abbreviatur - Querstrich. In der unteren Inschriftbegegnen wir jener schon erwähnten eigenthüinlichen Schreibart des Namens Malhilde mitzwei J^J£, wie dieselbe auch auf dem Kreuze 2, in Urkunden und auf dem Leuchter Taf. XXVIII.vorkommt. Die Figur des Gekreuzigten aus getriebenem Golde erscheint mit langem Haar,
48. Es befindet sich dieser Nagel in einem in der Weise der Kreuze mit Emaillen und Steinen geschmück-ten Osculum [lacis zu Essen.
4Ü. Die ziemlich gleichzeitigen Externsleine haben eine ähnliche Bildung in den Kreuzenden.
50. Vcrgl. die Fassungen auf Taf.XXXlX. Im Leben Bennvards p. 10 wird auch besonders seine Kunst, Steinezu lassen, erwähnt.