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ESSEN.
brachte und deren Nachahmung hier und da veranlasste. Die Verwandten der Oltonen, diewie die Abtissinen von Essen den Schleier nahmen, brachten solche Werke byzantinischerPracht als Weihgeschenke dar. Die Verbindung zwiscbeit dem deutschen Kaiserhofe undByzanz wird sich erhalten haben. Gesandtschaften und Geschenke kamen daher. Zudemwissen wir, dass Ungarn Culturverbindungen zwischen Deutschland und Byzanz vermittelte. 41Und da die aus Byzanz eingeführten. Kunstwerke so sehr auf den europäischen Geschmackeinwirkten, dass man bald darauf allgemeiner in Byzanz Kirchenschmuck bestellte 42 , so wer-den auch die heimischen Goldschmiede sich der Nachahmung dessen bestrebt haben, wasman fern her bezog und bewunderte. Willigis von Mainz liess zur Zeit Otto's III. ein gold-nes Kreuz machen und das Kloster Abdinghof hatte seinen Goldschmied. Warum sollte Essennicht einen solchen gehabt haben? Essen war gewiss nicht ausser Verbindung mit Ilildesheimgeralben und dort entstanden unter Bernward ähnliche Erzgüsse wie der Essener Leuchter,und ähnliche Kreuze wie die von Essen. Der Fund der Bergwerke edler Metalle im Harzvermehrte die Freigebigkeit der Ottonen und beförderte diese Zweige der Bildnerei. 43 Diespätere rheinische Emaillen-Schule, die wir bei Tafel XXXI. noch besprechen werdenund wofür schon zwei Meister, Eilbertus auf einem altare portatile im Schlosse zu Han-nover und Beginald bei Labarte constatirt sind, kann unmöglich ohne heimische Vor-gänger geblieben sein. Die beiden Inschrifltäfelchen, worauf die Donatoren selbst erscheinen,beweisen, dass diese Kreuze nicht anderwärts hergenommen, sondern für die Geschenkgeberbesonders gemacht wurden. Die rohe Zeichnung der Emaillen in der feinen byzantinischenTechnik, die barbarischen unleserlichen Buchstaben lassen dann aber auch mit Sicherheitschliessen, dass 'diese von einer deutschen Äbtissin bestellten Werke in Deutschland, byzan-tinischer Kunstweise nachahmend, verfertigt wurden. Die beiden Geberinnen, die OttonischenVerwandten Mathilde und Theofanu, werden die Vorbilder gewiss in den Brachtgerälhen deskaiserlichen Hauses gesehen haben. Denn je weniger die Kunst in ihrer beginnenden Ent-wicklung schon in vollendeteren Formen sich bewegt, oder je mehr sie in ihrem Verfalle sichbereits davon entfernt, um so mehr wird sie diese durch Pracht, Buntheit und Kostbarkeitdes Materials ersetzen. Wir finden deshalb solche Goldkreuze ohne bestimmte Zeichnungund Compositionen mit Emaillen, geschnittenen Steinen und Perlen besetzt bereits bei der mit
der Apoealypse und des Thierkreises. Thietmar IV. C. 29. Gest. episcop. Cameracens. I. 1.Wilmanns in Ranke's Jahrb. II. p. 134—138. Ozanam: Graphia aurea urbs Roraae p. 174— 176. Perlz: Mon. germ. IV. 620. Schnaase IV. 2. p. 5G5.
41. Byzant. Geschenke bei Widuch III, 56. Eitelberger v. Edelberg, Ausflug nach Ungarn, im Jahrb.
d. k. k. Centralcommission v. 1856.
42. Besonders in Italien, z. B. die Paladoro in Venedig. S. Labarte, Recherches sur la peinturc en email etc.
Paris 1856. Andre Werke bei Arnelh, Einleitung zu den Cinque-Cenlo-Cameen d. k. k.Münzcabinets, 1858. Die Pantaleonslhüren, in Quast's Kunslblalte II. 3. p. 100. Günther,Hist. Const. XVI.
43. Dodechini chronicon ad an. 1160 und Wigand, Westfal. Archiv II. p. 335. Ueber den Reich-
thuin der Harzbergwerke: Fiorillo, kl. Schriften. J. p. 13.