ESSEN.
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Vflich auftritt, das Kreuz gestiftet habe 38 , treten gegen unsere Annahme an Berechtigungzurück.
Noch weniger stimmen wir aber der Ansicht Kugler's 39 bei, Mathilde, die Geschenk-geberin der Kunstwerke, sei die zwischen 1080 und 1110 angebliche dritte Äbtissin diesesNamens aus bayrischem Hause, und Otto dux der gleichzeitige Otto von Nordheim. Kuglerwird dabei von der Ansicht geleitet, die Malhildenkreuze seien Werke einer künstlerischenIdee, zu deren Ausführimg alles Detail, so wie es ist, absichtlich angefertigt worden, währenddas in der Mitte des elften Jahrhunderts entstandene Theofanukreuz mit Emaillen geschmückterscheine, die ihrer geschwungenen Form halber augenscheinlich nicht für das Theofanukreuzeigens angefertigt, sondern anderweitig zusammengelesen und hier verwandt worden seien.Das Theofanukreuz als ein mittelmässigeres Werk hält Kugler deshalb für älter, als die voll-endeteren Mathildcnkreuze, und vindicirt letztere somit der dritten Äbtissin Mathilde. Wennwir nun auch nicht bestreiten wollen, dass die Emailleu täfeichen des Theofanukreuzes ihrergeschwungenen Form halber von einem anderen Kunstwerke ursprünglich entstammen undsogar in dieser Ansicht durch die Wahrnehmung bestärkt werden, dass in der geschwunge-nen Form wie im Muster ganz gleiche Emaillen, die deshalb zu denen des Kreuzes gehörthaben müssen, sich an einem Osculum pacis im Schatze zu Essen befinden, so drängt sichuns doch zugleich auch die Wahrscheinlichkeit auf, dass diese Emaillen eher später hinzuge-fügt, als gleich angebracht wurden. Und zwar deshalb, weil alle Fassungen der Steine wiebei den übrigen Kreuzen in kleinen erhöhten Bogenstellungen bestehen, während die Emaillen,davon ausgenommen, nur eine gewöhnliche glatte Fassung haben. Zudem wird das Netz derFiligranfäden in seinem Muster von den Emaillenplatten regellos unterbrochen, was nichtgeschehen würde, Menn der Raum, den die Emaillen einnehmen, ursprünglich in der Anlagefür dieselben ausgespart worden wäre. Auch ist es nicht zu übersehen, dass die uncorrectenSchriftzüge der Mathildenkreuze vor den regelmässigen Buchstaben des Theofanukreuzes unddie dünneren Goldfäden der Emaillen der ersteren vor den breiteren Stegen des letzteren alsdem eMail 'champleve schon zuneigend das höhere Alter beanspruchen können.
Und das scheint uns vor Allem unbegründet zu sein, wenn man die Vortrefflichkeitder Arbeit der Ottonischen Zeit absprechen zu müssen vermeint. Denn wenn die Ottoneuauch keine Pflanzschulen byzantinischer Kunst in Deutschland gründeten, und in jener Zeitder Auflösung ums Jahr 1000, wo man allerorts an den Weltuntergang glaubte, sich nichtallgemein eine den Malhildenkreuzen und dem Mathildenleuchter von Essen entsprechendeKunstthätigkeit für Deutschland annehmen lässt, so ist es doch auch ebenso gewiss, dass dieHeirath Kaiser Otto's mit der griechischen Prinzessin Theofanu, welche die heimatblichePracht mit sich führte und beibehielt 40 , vielfach Werke bvzantinischer Kunst nach Deutschland
38. Vita Ezonis C. 2.
39. Kugler im Ma'rzhefte des deutschen Kunstblattes: „Zur Geschichte des Emails" p. 69.
40. Otto II. hatte schon byzantinisches Ceremoniell und byzantinische Ilolamter eingeführt. Otto III.
folgte diesem Beispiel und erschien in auffalliger Tracht weiter Mäntel mit den Darstellungen
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