STIUELEN.
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STUAELEN,
Stadt südwestlicli bei Geldern, tritt zuerst als ein Allodialgut auf, welches Erzbischof Annovon Köln bei Gründung der Abtei Siegburg letzterer 1061 verleibt. Wahrscheinlich bestanddamals schon eine Kirche', wenngleich dieselbe urkundlich auch erst viel später erwähntwird. 2 Die Grafen von Geldern besassen zu Straelen die Vogtei. Als Stadt erscheint Slraelenerst im löten Jahrhundert. 3
Tafel XXII.
l.
Taufstein aus schwarzem Marmor von Namur, in jenem durch die bereits mitgeteil-ten Taufsteine festgestellten Typus. Er ruht auf einem Mittelpfeiler und 4 Ecksäulen, ist un-gefähr 3' hoch u. hat so ziemlich dasselbe Mass im Durchmesser. Die vier Reliefs der vierSeiten, von denen wir eins, welches Adler und Ochs als Symbole der Evangelisten Johannesund Lukas darstellt, seiner Beschädigung halber nicht mittheilen, zeigen eine so er-staunliche Rohheil, dass es schwer wird, in jenem Relief, welches sich in unserer Ab-bildung am Taufsteine selbst befindet, die Geburt Christi und in der mittelsten eingebündel-ten Figur Maria zu erkennen. Anfangs hielten wir die Unterkörper der im dritten Reliefanbetenden 3 Könige sogar für Fischleiber. Das mittelste Relief unserer Abbildung zeigt diesymbolischen Thiere des Matthäus und Marcus. Wir würden uns versucht fühlen, Kunstdarstel-hmgenen so barbarischer Art an den Schluss des lOten Jahrhunderts zu setzen, belehrtenuns nicht die Reste von Eckblättern an den Säulenbasen, dass wir es frühestens mit demSchlus des Uten und anstatt mit einer barbarischen Zeit nur mit einer sehr nachlässigenArbeit zu tlmn haben. 4
2.
8 S ,V',
Weihwasserkesselchen aus Metallguss mit einer späteren Handhabe von Eisen, untenoben lO'/i" Durchm., 10" Höhe. Da die romanische Kunstperiode diese Gefässe
so nach Monntanus Vorzeit, p. 430, Heinrich I. und seine Gemahlin Eleonore im Kloster Camp,ebenfalls da Otto II. v. Geldern. Diese Gräber sind nicht mehr vorhanden. Nach einem1857 erschienenen Buch: Nederland'sche Begravingswyze en Grafsteden door Bloemart, be-fände sich zu Neukloster bei Goch noch ein Grabdenkmal Otto's III. gest. 1250 mit seinerausgehauenen Figur im Chore. Der Verfasser irrt; denn von der Kirche steht nur noch einTheil des Kreuzganges und von diesem Grabmale der glatte Deckstein ohne Inschriften u. Ver-zierungen. Er liegt im Grase.
1. Knippenberg, Hist. eccl. duc. Gelv p. 294.
2. Lac. III. p. 422 Anmerkung.
3. Lac. I. 202, 328, 342, 352, 371, 378, 387, 397, 450, 478; III. 346, 518; IV. 55, 537.
4. Aehnliche rohe Taufsteine findet man nach in Leukum, Veen und Menzelen bei Xanten, zu Nieukerk
und zu Kloster Hamborn, zu Gladbach, Kapellen, Grefralh und Süchtelen, angeblich zu Ilins-beck, Herongen, zu Linnieh und Coslar u. s. w. Auf dem Taufsteine von Menzelen erschei-nen zwei kämpfende Krieger mit Schwertern und runden Schildern.