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das gedruckte „Handwerkszeug" des Archivbeamten zubetrachten, wie es in anderer Form auch der wissenschaft-liche Bibliothekbeamte nöthig hat. Alle anderen Bestand-theile eines Archivs — mit Einschluss der ganz überwie-gend den wissenschaftlichen Bibliotheken zugetheiltenhandschriftlichen Codices, der „Handschriften" im land-läufigen Sinne — müssen als Fremdkörper oder als An-hängsel betrachtet werden, welche höchstens aus äusserenZweckmässigkeitsgründen dabei verblieben sind. Die A r-chive setzen, wie sie eine besondere Vertiefung ihrer Be-amten in die Eigenart des Materials verlangen, auch beiihren Besuchern in der Regel gelehrte Bildung, jedenfallseine Kenntniss der historischen Hülfswissenschaften vor-aus, sie sind gelehrte Anstalten im eigentlichenSinne, deren Thätigkeit der geschichtlichen Forschungdirekt, den allgemeinen Bildungsinteressen erst indirektzugute kommt. Auch die Bibliotheken, wie alle anderenwissenschaftlichen und Kunstsammlungen, haben der ge-lehrten Forschung zu dienen, wie die Archive, aber derSchwerpunkt ihrer Wirksamkeit verschiebt sich heuteimmer deutlicher nach ihren Aufgaben zur Förderung all-gemeiner Bildung, zur Anregung und ernsten Belehrungauch der nicht gelehrten Kreise. Denn der grossen Mengeder Gebildeten wie der Bildung Suchenden kann es nichtdarum zu thun sein, selbst unmittelbar an den Quellen ge-schichtlicher Erkenntniss zu schöpfen, nicht einmal immerdie Einzelnheiten der gelehrten Forschung sind für sie vonInteresse, wohl aber die grossen, in allgemeinverständlicherForm verbreiteten Ergebnisse gelehrter Arbeit, und viel-leicht noch ihre Methode. In dieser unmittelbaren Bedeu-tung der Bibliotheken auch für Alle, welche nicht selbst ander geschichtlichen Forschung betheiligt sind, liegt es be-gründet, dass sie in ihrem inneren Wesen mit den Archivenwenig Gemeinsames haben; um so näher ist ihreVerwandt-schaft mit den Museen, denn sie sind, wie diese, in dauern-der unmittelbarer Einwirkung auf alle Belehrung suchen-den Kreise der Bevölkerung, sie sind Bildungsanstaltenim eigentlichen Sinne. Und es ist für die fortschreitendeErkenntniss des Werthes der Bibliotheken und ihrer Stel-