IL DIE SYNDIKATSBIBLIOTHEK
ie Anfänge eines städtischen Bibliothekswesenszeigen sich in Cöln, wie in einer Reihe von an-deren Reichsstädten, in der Gründung einer ju-ridisch-politischen Handbibliothek des Rathes.„Uff die guidestags rentcammer" — so lautetunter dem Randvermerk „nova bibliotheca" ein in getreuerNachbildung umstehend wiedergegebener Rathsschlussvom 27. Februar 1602 — „soll verurkündet werden, eynanzall geldts alle Franckfurther missen zo ingeltung etlicherboicher in jure denen zo kommen zo laissen, die van denhern syndici befellicht, specificirte stuck zo behoiff eynerneuwen bibliothece inzogelden. Gestalt dieselbe beharlichzo behoiff des rhaidt bey dem archivo uff dem rhaidt-huiss moegen verpleiben". Die Bestimmung dieser „novabibliotheca" war somit eine scharf umgrenzte, und ihreweitere Entwickelung hat sich dem entsprechend längerals zwei Jahrhunderte in den engsten Bahnen gehalten.Die als „Senatsbibliothek" oder „Syndikatsbibliothek" be-zeichnete Sammlung war schon um die Mitte des 17. Jahr-hunderts verhältnissmässig stattlich und leistungsfähig; einInventarium von 1653 nebst zwei Supplementen von 1658und 1659 nennt bereits 805 Nummern grösserer Druck-werke, wobei allerdings jeder einzelne Band eine besondereNummer trägt. Dieses Inventarium ist dann mehrfach neuredigirt worden, eine im Jahre 1824 vorgenommene Aufnah-me des Bestandes ergab 1040 Nummern in 1817 Bänden.Die Sammlung hat bis weit in das 19. Jahrhundert hinein