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Die Thätigkeit, welche Wallraf, der Begründer auchunseres Museums, als Sammler entwickelte, ist nicht durch-weg günstig beurtheilt worden, seine Büchersammlung lässtaber jedenfalls das Walten eines „methodischen Geistes"nicht vermissen. Die Sammlung zeigt gewissUngleichmäs-sigkeiten, die jede Privatbibliothek aufweist, die hier aberaus ihrer Entstehungsgeschichte ohne Weiteres verständlichwerden. Wallraf lebte von Jugend auf in den bescheiden-sten Verhältnissen und wurde in der vollen Bethätigung sei-nes Sammeleifers durch einen beständigen Geldmangel be-hindert; ein an Werth und Umfang hervorragender Theilseiner Sammlungen besteht überdies aus den Schätzen, wel-che bei Beginn der französischen Okkupation und infolgeder Säkularisation des katholischen Kirchen- und Kloster-gutes verschleppt und dann durch Wallraf angekauft wur-den; von einer systematischen Sammelarbeit konnte danicht immer die Rede sein, wo es galt, Alles zu retten, wasnur irgend der Erhaltung im Interesse der Vaterstadt werthsein mochte. Im Uebrigen zeigt die Zusammensetzung desBücherbestandes, dass kaum ein wichtiger Literaturzweigvernachlässigt worden ist und dass dieser Sammlung, wennman ihrer Beurtheilung den Maassstab der Zeit ihres An-falles an die Stadt Cöln zu Grunde legt, unter den Privat-bibliotheken der damaligen Zeit eine hervorragende Stelle,in Bezug auf Drucksachen zur Rheinischen und besonderszur Cölnischen Geschichte wohl die erste Stelle gebührt.
Bei Untersuchung des literarischen Nachlasses ergabsich an Drucksachen die stattliche Zahl von 14303 Bänden.Wallraf hatte zur Erbin seines sämmtlichen Vermögensseine Vaterstadt Cöln eingesetzt, „und zwar unter der aus-drücklichen, unnachlässigen Bedingung, dass meine Kunst-,Mineral-, Mahlerei- und Büchersammlung zu ewigenTagenbey dieser Stadt und Gemeinde zum Nutzen der Kunst undder Wissenschaft verbleiben, derselben erhalten und unterkeinem erdenklichen Vorwande veräussert, anderswo auf-gestellt und derselben entzogen werden soll."
„Zum Nutzen der Kunst und der Wissenschaft" solltendie Sammlungen von der Stadt verwaltet werden. Dererste Anlauf, dieser Bestimmung zu genügen, war, soweit