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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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I. Abschnitt: Entwicklung der freiwilligen Krankenpflege bis zum Deutsch-Französischen Kriege.

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, f re iwilligen Krankenpflege vorzugsweise den Genossen-haften der Johanniter und Malteser zu entnehmen seien.Im Feldzuge 1864 errichtete der in Rede stehendeOrden auf dem Kriegsschauplatz eigene, vorzugsweise zurAufnahme von Offizieren bestimmte Kriegsspitäler, nahmjedoch später (und zwar schon im Kriege des Jahres 1866)on dieser gesonderten Wirksamkeit Abstand.

In voller Gemeinsamkeit mit dem evangelischenJohanniter-Orden wirkten in den Kriegen seit 1864 diekatholischen Genossenschaften der Malteser-Ordens-Ritterund zwar sowohl die ältere Rheinisch-Westfälische, als dieim Jahre 1866 begründete Schlesische Genossenschaft.Uretero hat sich insbesondere auch die Unterstützung derseelsorge beim Heere und in den Lazarethen zur Aufgabe

gestellt.

Auch ausserhalb Preussens war unter dem Eindruckder Kriegsereignisse von 1866 die Bildung von Vereinenrüstig vorwärts gegangen, von welchen sich ein Theil(deich den früher erwähnten Preussischen Korporationennach dein Friedensschluss als ständige Hilfsvereine behufsVorbereitung der freiwilligen Krankenpflege im Friedenkonstituirte.

Im Jahre 1869 bestanden:

1) Der Bayerische Verein zur Pflege etc. 1 )

2) Im Königreich Sachsen: der Sächsische Landes-verein 2 ) und der Albert-Verein. 9 )

3) Der Württembergische Central verein. 4 )

4) Der Badische Frauenverein. 5 )

5) Im Grossherzogthum Hessen:Der Hilfsverein fürdie Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten imFelde." 6 ) Im Anschluss an denselben wurde im Frühjahr1867 unter dem Präsidium Ihrer Königlichen Hoheit derFrau Prinzessin Ludwig von Hessen derFrauenvereinfür Krankenpflege im Grossherzogthum Hessen" gegründet.Auch noch einige andere Hessische Vereine (zur Unter-stützung von Invaliden etc.) stehen in Beziehung zumHilfs-verein etc.", gehören jedoch mit Rücksicht auf ihren beson-deren Zweck nur bedingt hierher.

') Am 5. Januar 1868 konstituirt als Fortsetzung des am 18. Ok-tober 1866 begründeten Bayerischen Iiivaliden-Uiiterstützuiigsvereiiis.

2 ) Der vollständige Name lautet:Internationaler Vereinzur Pflege im Kriege verwundeter und erkrankter Soldaten für dasKönigreich Sachsen". Derselbe zählte in dem genannten Jahre224 Mitglieder.

3 ) Als erster internationaler Frauenverein am 14. September1867 unter Oberleitung Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Kron-prinzessin Carola von Sachsen begründet.

4 ) Im Frühjahr 1864 konstituirt. Derselbe befindet sich in Besitzeines eigenen Diakonenhauses zu Ludw-igsburg behufs Ausbildungjunger Männer zur freiwilligen Krankenpflege

5 ) Bereits am 6. Juni 1859 unter dem Eindruck der durch denItalienischen Feldzug bedingten Kriegsbedrohung gestiftet.

i; ) Im Dezember 1864 ins Leben gerufen 2100 Mitglieder.

6) Im Grossherzogthum Sachsen - Weimar derWei-marische Landes verein zur Pflege etc.". 1 )

7) Der Mecklenburgische Landesverein zur Pflege etc. 2 )

8) Der Oldenburgische Landesverein etc. 3 )

9) Der Landesverein etc. für das Herzogthum Sachsen-Altenburg. 4 )

10) Der Anhaltische Landesverein etc.

11) Der Landesverein des Herzogthums Braunschweig.

12) Der Hamburger Verein zur Pflege etc. 5 )

13) Der Bremische Verein zur Pflege etc. fi )'14) Der Lübecker Verein zur Pflege etc.

Einen äusserst werthvollen, stets bereiten Bestandtheilder freiwilligen Krankenpflege bilden die in allen TheilenDeutschlands bestehenden evangelischen wie katholischenreligiösen Genossenschaften, welche in grossen eigenenKrankenhäusern ein zahlreiches, namentlich weiblichesPflegepersonal heranbilden, das sich in allen modernenKriegen der überwiegenden Mehrzahl nach durch Sachkunde,Disziplin, Anspruchslosigkeit und Aufopferungsfähigkeitbesonders bewährt hat.

Der Grad der Durchbildung, welchen die Idee derfreiwilligen Krankenpflege im Felde überhaupt und hin-sichtlich der Friedensvorbereitung insbesondere seit denGenfer Konferenzen durch die Kriegserfahrung von 1864und 1866 und durch die öffentliche Diskussion erlangthatte, wird durch die Resolutionen der vom 22. bis27. April 1869 zu Berlin abgehaltenen internationalenKonferenz bezeichnet, welche zugleich (in Verbindung mitder Instruktion für das Sanitätswesen im Felde vom29. April 1869) als das historische Dokument für denStand der gesammten Frage bei Beginn des Krieges1870/71' angesehen werden können. 7 )

Eben so dringlich wie zur Vorbereitung im Friedenhatten alsbald die ersten mit der freiwilligen Krankenpflegegemachten Erfahrungen zur Zusammenfassung und einheit-lichen Leitung der Kräfte gemahnt. In dieser Beziehung

') Am 14. November 1868 als Zweigverein des PreussischenLandesvereins konstituirt 169 Mitglieder.

2 ) Bereits seit dem Jahre 1864 in Wirksamkeit; etwa 1300 Mit-glieder.

3 ) Im Anfang des Jahres 1866 gebildet 251 Mitglieder.

4 ) Am 30. Januar 1869 gegründet mit Anschluss an das PreussischeC'entralkoniitee 70 Mitglieder. Derselbe veranlasst die Aus-bildung von Krankenpflegerinnen im Charite-Krankenhause zu Berlin.

ö) In Folge der Kriegsereignisse in Schleswig - Holstein am18. Oktober 1864 begründet. Am 16. Dezember 1868 ward in Folgeder Kriegserfahrung von 1866 der Anschluss an den PreussischenVerein beschlossen.

6 ) Am 10. November 1868 konstituirt unter Anschluss an denPreussischen Landesverein 100 Mitglieder.

7 ) Wegen dieser den oben erwähnten Resolutionen im Hinblickauf den Deutsch-Französischen Krieg beiwohnenden Bedeutung sinddieselben in Beilage 100 im Wortlaut abgedruckt.

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