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VII. Kapitel: Zelte und Baracken.
Im Grossherzogthum Mecklenburg-Schwerin wurdezu Rostock eine vom dortigen Lokalverein im Augusterbaute Baracke zu 24 Betten von der Reserve-Lazareth-kommission für das Reservelazareth angekauft. Dieselbestand im Garten des Professors Zehender bei der Stein-thor-Vorstadt, im Ganzen nach der offiziellen Vorschriftaber mit durchlaufendem Dachreiter erbaut; der Kranken-saal war 18.4 m lang, 5.9 m breit. Für den Wintererhielten die Wände eine zweite Bretterverschalung; derDachreiter wurde unten mit stellbaren Holzklappen ab-geschlossen; die Heizung erfolgte durch zwei mit Blech-mantel versehene eiserne Oefen mittels Steinkohlen undTorf (siehe Temperatur-Tabelle). Die Baracke wurde vom6. Oktober bis Ende Mai 1871 benutzt.
In Oldenburg stellte der dortige Lokalverein eineBaracke zur Benutzung für Schwerverwundete und Typhösezur Verfügung.
Dieselbe, auf freiem, erhöhtem, sandigem Platze, mitder Längsrichtung von 0—W gelegen, war 32 m lang,7.5 m breit und bis zum Dach 3.8 m, bis zum First 4.7 mhoch. Der Zwischenraum des 62 cm über der Erde aufsteinernen Pfeilern ruhenden doppelten Fussbodens warmit trockenem Sande, der Hohlraum der doppelten Bretter-wände und des gleichfalls doppelt verschalten Daches mitTorf und Sägespänen gefüllt. An beiden Längsseiten be-fanden sich 6 hohe und breite Fenster, deren oberer Theilgeöffnet werden konnte, und zwischen den Fenstern in derNähe des Fussbodens besondere Ventilationsklappen. DenFenstern entsprechend trug der Dachfirst an sechs Stellen2.2 m lange und 1 m breite, mit Holzjalousien verseheneDachreiter.
An den Giebelseiten und in der Mitte der Längswändebefanden sich grosse Flügelthüren, am Westgiebel ausser-dem abgetrennte Räume für Wärter, Utensilien, Thee- undBadeküche. Die Klosets barg ein besonderer Anbau.Der Krankensaal selbst war 28.5 m lang und enthielt32 Betten.
Im Winter wurden die Thüren der Längsseiten ver-schlossen, die der Giebelseiten mit Windfängen versehen,die Ventilationsklappen am Boden und drei der Dach-reiter mit Brettern vernagelt. Die drei eisernen Säulen-öfen, deren Rauchrohre von der Sparrenkreuzung auf-wärts ein Ventilationsmantel umgab, wurden mit Torfgeheizt. Die Baracke blieb von Anfang September biszum 23. April mit Verwundeten und Kranken belegt.
Zur zweiten Gruppe sind auch die von dem 5. Baye-rischen Haupt - Feldspital zu Bretten in Baden (vergl.S. 317 und 318) errichteten Sommerbaracken zu rechnen.
Bei seiner Etablirung in den ersten Tagen des MonatsAugust konnte das genannte Haupt-Feldspital in Brettengeeignete Räume zur Krankenaufnahme nur für etwa220 Mann ermitteln, weshalb sofort der Bau von Barackenprojektirt und theilweise auch ausgeführt wurde.
Zunächst war hierfür ausser einigen kleineren L Idas Trockenhaus einer Zuckerfabrik in der NilBahnhofes zur Verfügung gestellt worden, welcheslieh als Speisehalle für durchziehende Truppen dienen
Während dieser grosse Holzbau durch entspreclÄ.ptirungsarbeiten (Einsetzen eines Etagengebälke*Beseitigung der Wasch- und Brunneneinrichtung) zu £ r .zwecken eingerichtet wurde, Hess gleichzeitig di enach Angabe des dirigirenden Arztes eine Holzb'für 50 Kranke in günstiger Lage auf einer Anhöheder genannten Fabrik und ganz nahe der Eis*erbauen. Beide Gebäude wurden bis 8. August ftgestellt. Im Trockenhause konnten 100 Feldbettengeschlagen werden; auch waren daselbst noch klegesonderte Räume für Aerzte etc. vorhanden.
Statt der ursprünglich geplanten Anlage eines grosBarackenkomplexes von 10 Krankenbaracken zu je 50 J|ordnete schliesslich die Militärverwaltung die Herstellvon noch vier Krankenbaracken an, welche möglichstgebaut und nur während der besseren Jahreszeit biwerden sollten. Sie wurden auf einer 15—20 cm cAufschüttung mehrerer Schichten von gepulvertemEisenschlacken und Lehm errichtet; jede Barackeeine Aussenlänge von 90 m, eine Breite von 4.5 m, einebis zur Dachfläche von 3.5 m, bis zum Giebel von 5.s mHauptlängsfront stand nach Süden. Das Innere bildete eieinzigen Krankenraum mit 50 Lagerstellen in einer!bei 90 cm Bettenabstand; an der gegenüberliege«!Längswand befanden sich Tische, Bänke und GestelleUtensilien.
Der stumpf gefugte Bretterfussboden lag hohldass er auf Rippenhölzern befestigt war, die ihrerseüdrei Langschwellen ruhten. Die Hauptständer der Bariwaren eingegraben; die Wände hatten einfache ätBretterverschalung, an beiden Längswänden je 16respondirende Fenster von l.i m Höhe und 0.6omBiim Lichten. Das einfache Satteldach, auf stumpfBretterverschalung mit Theerpappe eingedeckt, hatte|Firste zwischen je zwei Bundgespärren O.90 m langereiter; die Dachflächen überragten die SeitenwändeBaracken um O.45 m. Jede Baracke besass drei Eiizwei kleine an den Stirnwänden und einen Haupte(Thor) in der Mitte der einen Längswand mit Vund breiter dreistufiger Treppe.
Aussen waren die Baracken noch ringsum mitstreben und Abzugsgräben versehen.
Gedeckte Latrinen, zu denen Laufbretter ßlbefanden sich nahe bei jeder Baracke. In grössererfernung wurden tiefe Gruben zur Unschädlichmachunggebrauchten Verbandstücke etc. angelegt. KücheApotheke waren in benachbarten Gebäuden unterge
Während des Baues der letzten vier Barackenam 18. August der Befehl zum Aufbruch des Hauptfspitales ein, was die Einstellung des Baues zur Folge