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IH. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.
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die Aussenluft abgeschlossen bis auf einige Venti-
ö j nun gen, von welchen aus Luftröhren unter dem
den hin zu den Oefen führten; letztere waren eiserne
Mienöfen, deren vertikale Kauchrohre im oberen Theile
Baracke ein Dunstabzugsrohr umgab.
Die durchschnittliche Belegung betrug bei Baracke 1 : 35,■ n^cke II: 32 und bei Baracke III: 55 Mann.
Pie Baukosten der Baracken beliefen sich auf 11 516Thlr.gerr. also pro Baracke (im Durchschnitt) auf 3838 Thlr.
ger. und pro Lagerstelle auf 82 Thlr. 7 Sgr. 9 Pf.
In der wärmeren Jahreszeit waren bei dem Lazarethich drei Zelte zu je 12 Betten im Gebrauch.
In Sprottau verfügte das Reservelazareth währendI September über eine von der Stadt erbaute Sommer-Lcke zu 12 Betten mit Dachreiter etc.
In Hildesheim waren bei dem Reservelazareth aufI Steingrube, einem freien Platze an der Stadt, zwei miti Längsrichtung von N—S stehende, 12.5 m von einanderfernte 32.s m lange, 7 m breite und bis zum Dachin hohe Baracken errichtet worden. Die Dachhöhe der-lei betrug 2.7 m; der Fussboden lag auf einem 18 bisein hohen Balkenrost. Die Eingangsthüren befandench in den Stirnseiten; neben dem südlichen Eingänge■en zwei Nebenräume abgeschieden. Von der Ostseite■te ein gedeckter, mit Doppelthüren versehener Gangder 8 Fuss entfernten Latrine. Der Krankensaal ent-lt 60 Betten. Die Ventilation erfolgte durch Dachreiter
durch 21 vom Boden 2.2 m entfernte, 1.6 m hohe undcm breite Fenster in jeder Längswand. Die Beleuchtungchah durch 10 Petroleumlampen, die Heizung durch
efen, welche unten aus Eisen, oben aus Kacheln be-inden und lange Bauchrohre besassen.
Anfang November wurde in Dachhöhe ein Bretter-fond angebracht, Papier zur Verklebung der Wändeutzt und der Raum unter dem Fussboden aussen mitksteinen zugesetzt.
Die Baracken blieben von Anfang September bis 27. April,
eine noch bis zum 23. Mai, dem Tage der Auflösung
Reservelazareths, belegt. Die durchschnittliche nionat-e Belegungsziffer betrug 82.
In Kreuznach verfügte das Reservelazareth über vierverschiedenen Punkten vor der Stadt liegende und ähnlich
oben beschriebenen konstruirte Baracken, drei zu
eine zu 40 Betten, welche nur von Anfang August bis'ang Oktober belegt blieben.
Von den zwei Krankenbaracken bei dem ReservelazarethHomburg v. d. IL 1 ) war die eine (vergl. Tafel XLIV),
der Stadt und der Kurhausgesellschaft erbaut (Baracke
1), I6.7 in lang, 7.4 m breit; die Seitenwandhöhe betrugm. Die Höhe vom Fussboden bis zum Dachreiterfirstm. Der Fussboden lag dem Terrain entsprechend auf
') Betreffs der Baracke Birer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit| Frau Kronprinzessin des Deutschen Reiches und von Preussen zumburg siehe dritte Gruppe.
SanitSts-Bericht iTber die Deutschen Heere 1870/71. I. Bd.
0.30 bis 1.5 m hohen Steinpfeilern. Die Wände hatten dichtüber dem Fussboden je 1 Fuss von einander entfernteVentilationsöffnungen von 8 qcm Grösse. Die Fenster,deren sich jederseits fünf vorfanden, waren in ihrer unterenHälfte um eine vertikale, in der oberen um eine horizon-tale Achse drehbar. Ueber den Fenstern befanden sichrunde, 13 cm im Durchmesser haltende Oeffnungen. Derdurchlaufende Dachreiter hatte in seiner ganzen Längejederseits 14, je 48 cm hohe, mit Leinewand überzogeneund tapezierte stellbare Klappen.
Der Krankenraum, zu 16 Betten eingerichtet, war6885 cbm gross, so dass auf jedes Bett ein Luftraum von43.2 cbm kam.
Am nordöstlichen Stirnende befand sich ein durch eineFreitreppe zu erreichender Eingang; neben demselben ineinem durch einen Vorraum getrennten Anbau die Klosets,am entgegengesetzten Stirnende, durch einen Vorbau ge-schützt, ein zweiter Eingang mit seitlicher Oeffnung, da-neben drei abgetrennte Räume für Wärter, Badeeinrichtungund Utensilien.
Für den Winter wurde der Hohlraum unter dem Fuss-boden mit Freilassung einiger Oeffnungen durch Mauer-werk geschlossen, das Fachwerk der Wände mit Back-steinen ausgesetzt; die Wände erhielten innen einen Leine-wandüberzug und bis zu 2.2 m Höhe Tapetenbekleidung,darüber einen Leimfarbenanstrich. Das Dach wurde innendurch eine blinde, mit Leinewand überzogene Decke, welcheden Dachreiter freiliess, abgesperrt. Das Dach selbst undder Dachreiter bekamen eine Deckung von Patentziegeln.
Die Heizung geschah durch zwei runde Steinkohlen-öfen mit senkrechten Rauchrohren, welche im Dezemberbei —4.7° R. mittlerer Aussentemperatur 6.7 ° durchschnitt-liche Innenwärme, im Januar bei —3.i° aussen etwa 4.3°innen erzielten.
Die Hauptschuld der ungenügenden Heizresultate sollan der schlechten Beschaffenheit der benutzten Kohlen ge-legen haben.
In Baden wurde noch zu Freiburg i. B. nach demMuster der Friedrichs-Baracken in Karlsruhe von der Kriegs-verwaltung im Garten des akademischen Krankenhauseseine Baracke zu 32 Betten erbaut, welche, anfangs fürTyphöse bestimmt, später als Pockenlazareth diente.
In Hessen waren ähnliche Baracken wie die beiGiessen erwähnten errichtet worden: in Darmstadt eineBaracke zu 20 Betten beim Reserve- (Garnison-) Lazareth— von Anfang August bis Mitte Juni 1871 benutzt — undeine Baracke zu 16 Betten bei dem Krankenhause derbarmherzigen Schwestern; bei dem Reservelazareth in Fried-berg eine vom Staate erbaute Isolirbaracke für 10 Mann;eine von der Bergwerksgesellschaft zu Oberrossbachzur Verfügung gestellte Baracke zu 30 Betten; in Pfung-stadt eine vom dortigen Alice-Frauenverein errichtete, demReservelazareth überwiesene Baracke zu 20 Betten nebstKüchenbaracke; in Nauheim eine Isolirbaracke für 8 Mann.
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