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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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VII. Kapitel: Zelte und Baracken.

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sich an dem einen Rohr ein Wasserkrahn zur Entnahmewarmen Wassers, welches im Kessel durch ein Zuleitungs-rohr wieder ergänzt wurde; ein Manometer zeigte denWasserstand des Kessels an.

Die Anlage erwies sich als völlig zweckentsprechend;durch das zirkulirende Wasserquantum von ca. 5.25 bis6.18 cbm wurde eine überall gleichmässige Wärme erzeugt,welche die Aussentemperatur bis um 24 ° überschritt, ohnedass Luftverderbniss eintreten konnte. Für Luftabzug sorgtendie fast stets geöffneten Fenster im Dach, während diedurch die Seitenwände eintretende kalte Luft gleich in denBereich der Rohre trat und gewärmt wurde.

Im Allgemeinen liess sich eine mittlere Temperaturvon etwa 13° R. mit Leichtigkeit unterhalten.

Die Kosten der ganzen Anlage ermässigten sichwesentlich dadurch, dass die Arbeiten grossentheils durchRekonvaleszenten und Kriegsgefangene ausgeführt und dassKessel und Rohre, ebenso wie die Gaseinrichtung zu dembilligen Miethpreise von 10 pCt. des Werthes überlassenwurden.

In Folge dessen kostetendie Zeltarbeiten 348 Thaler 6 Silbergroschen,

die Heizungsanlage 712 14

die Gasanlage 51 4

zusammen 1111 Thal er 24 Silbergroschen,was, auf 120 Betten vertheilt, pro Bett 9'/^ Thaler gleich28 Mark 50 Pfennig beträgt.

Das Zeltlazareth bestand von Anfang September 1870bis Ende Juli 1871, also 11 Monate.

In dieser Zeit wurden über 400 Typhuskranke in dem-selben behandelt. Die Heilerfolge werden gerühmt.

B. Einzelne Krankenzelte.

In etwas grösserem Maassstabe und längere Zeithindurch fand Zeltbehandlung nur noch in Neuwied inVerbindung mit Barackenbehandlung statt, worüber dasNähere später. 1 )

Ausserdem war die Verwendung eines oder mehrererZelte als Annexe der in festen Häusern oder Barackenetablirten Reservelazarethe vielfach gebräuchlich, dochbeschränkte sich ihre Benutzung auf die bessere Jahreszeit;bis Ende Oktober waren sie sämmtlich geräumt.

In dieser Weise fand gleichzeitige Zelt- und Baracken-behandlung statt: in Hannover (9 Zelte bei 3 Lazarethen), 2 )in Berlin (auf dem Tempelhofer Felde, wo bei den dreiBarackengruppen zusammen 13 Zelte von verschiedenerGrösse in Benutzung waren), 3 ) in Kassel (8 Zelte), inMinden (5 Zelte), in Posen (3 Zelte), in Hamburg,

*) Siehe unter II dieses Abschnitts, Gruppe 4.

2 ) Ausserdem 6 Zeltbaracken.

3 ) Ausserdem in der Charite eine Zeltbaracke und mehrereIsolirzelte.

Bremen, Halle, Stralsund (je 2 Zelte), in Li

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felde und Frankfurt a. M. (je 1 Zelt); bei Süddeutä<| e nsilien, umLazarethen in Darmstadt (12 kleine Zelte), in J|(Niederländisches Lazareth mit 10 Zelten), in Lud»bürg (30 kleine und 1 grösseres Zelt) und in Offent(1 Zelt).

Im Anschlüsse an stehende Lazarethe des luv [«rösseres

fanden Zelte vorzugsweise in Preussen Verwendung

Zeltbehandlung auch im Frieden schon seit Jahren am» selben wurc

eingeführt war, so zunächst in Berlin bei den Lazami

des Gardekorps 12 Zelte. Hiervon waren beim Garni»

lazareth in der Scharnhorststrasse vier im Gebrauch, w e ]

auch schon in den vorhergehenden Sommern dort bei

worden waren; ferner verfügte jedes der Reservelazan

in den Kasernen des 1. Garde - Dragoner - Regiment!

Kaiser Franz-Regiments und des Garde-Schützen-Batailfotaveth schon

über ein probemässiges Zelt auf den betreffenden Kasem deren aus de

höfen. Letztgenannter Kaserne gegenüber standen

weitere auf dem Albrecht'schen Grundstück aufgesti

Zelte als Annexe des in der Kaserne etablirten

lazareths.

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Endlich war dem Vereinslazareth in der Garde-Ulan kv. Schles

Kaserne zu Moabit ein Zelt aus fiskalischen Bestantüberlassen worden.

Diese sämmtlichen Zelte waren bis zum BeginnOktober belegt.

Im Anschluss hieran ist das bei dem Johann endeten belej

Zweiglazareth Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Primi

Carl in Potsdam nach dem Muster der offiziellen l ieseues probe

errichtet gewesene Krankenzelt zu 12 Betten, welchesMitte Oktober in Gebrauch blieb, zu erwähnen.

Ausserdem waren in der Provinz Brandenburgbeim Reserve- (Garnison-) Lazareth Frankfurt a.0.August und September 3 Zelte aufgestellt.

In der Provinz Posen fand Zeltbehandlung stattBromberg, wo bei dem dortigen Reserve- (GarnisLazareth 3 Zelte, welche sich schon seit 3 Jahren

im Gebrauch befanden, auch jetzt wieder bis Ende | wandelt, undtember benutzt wurden. Zu Polnisch Lissa hattedortige Lokalverein 1 Zelt zu 2 Betten für Schwervermd

im Garten des Stadtlazareths aufgestellt; endlich wsrl »Wirten Res*

Vereinslazareth zu Jauer ein Zelt als Speisesaal undienthaltsort für die Rekonvaleszenten im Gebrauch.

In Schlesien fand bei den Reservelazarethen e irden sie dui

lebhaftere Betheiligung an der Zeltbehandlungnamentlich in Breslau. Dort wurden im Juli undAipdem Garnisonlazareth seitens des Traindepots 2 Zeltt12 Betten überwiesen; ferner stand dem in der Diakonkianstalt Bethanien eingerichteten Reservelazareth ein

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zur Verfügung; ebenso benutzte das in dem städtki izareth 1 inKrankenhaus Allerheiligen etablirte Reservelazaretl Betten fneu errichtetes Zelt zu 14 Betten vom 26. August bislOktober; letzteres stand im Garten des Hospitals I ^Ebendasigrossen Linden, hatte einen doppelten Ueberzug von I 1 I Ebendasi