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III. Abschnitt: Zelte und Baracken in Deutschland.
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- Eiuzelzelte weitere Verwendung fanden. Somit verfügte[ Lazareth über 348 Betten in Zelten, dazu 90 in derLjßfbaracke, im Ganzen also 438 Betten; die stärksteelecrung fand in den Monaten Februar und März 1871
408 bezw. 401 Mann statt.
p a s Lazareth blieb bis zum 22. Juni 1871, also volleMonate, in Wirksamkeit und behandelte in dieser Zeiti Ganzen 934 Mann, von denen 40 = 4.28 pCt. starben.Lnital- oder Wundinfektionskrankheiten traten nur ver-hielt auf; die Zahl der Verpflegungstage betrug 54 523,, Durchschnitt pro Kopf 58.4. Die Kosten der ganzen
ge (mit Einrechnung des Taxwerthes der geschenktenAte) beliefen sich auf 122 562 Mark, pro Bett auf
Mark 50 Pfennig und nach Abzug des Verkaufserlöses1161 Mark 50 Pfennig.
Im Anschluss hieran ist ein an demselben Orte etablirtestätliches Beservelazareth zu erwähnen, bei -welchem inerbindung mit permanenten Gebäuden eine grössere Zahlin Zelten zur Verwendung kam, und welches sich gleich
vorigen durch den Versuch auszeichnete, die Zelte auch
Winter hindurch belegungsfähig zu erhalten. Est dies
3. das Garnison- und Belagerungslazareth Köln a. Rh.
Bei demselben waren seit Anfang September drei probe-fcsige Krankenzelte zu je 12 Betten für Typhuskrankebestellt, drei andere mit chirurgischen Kranken belegt;tztere wurden im Oktober geräumt, und nebst siebenfciteren ebenfalls der Typhusstation überwiesen, welchelach 13 Zelte mit 156 Betten umfasste.
Um die Zelte für den Winter benutzbar zu erhalten,irde das Projekt einer Zusammenstellung der Zelte und>r Heizung derselben durch eine Niederdruck-Wasser-iizung auf Befürwortung des Provinzial-Generalarztes ge-einigt und unter Leitung des Ingenieurs Langen aus-führt.
Zwölf Zelte wurden in der Weise gruppirt, dass jerei durch Vereinigung in ihrer Längsrichtung eineniankensaal bildeten, dass je zwei solcher Krankensäle,urdi einen 6 Fuss breiten Zwischenraum getrennt, inleicher Richtung hintereinander folgten und eine gemein-une Heizanlage erhielten. Es entstanden dadurch zwei■nippen von je zwei Krankensälen (sechs Zelten), welcheSt einem Zwischenräume von etwa 7.5 Meter parallelebeneinander standen. Die Länge des Krankensaals betrugiei einer Zeltlänge von 8.8 Meter) 26.4 Meter, die Breite
Meter, die Höhe der Seitenwände 1.56 Meter, die Höheis zum First 4.23 Meter. Die Zusammenstellung der dreielte geschah in der Art, dass diejenigen Giebelwände,eiche in l.n Meter Entfernung von der Wand mit einemrischenvorhang versehen waren, 1 ) die äusseren Enden deswies bildeten, der dadurch beiderseits einen doppelten
') Vergl. Beilage 95 (I Pass. 2).
Abschluss erhielt. Durch die anderen im Innern befind-lichen Wandvorhänge konnten nach Bedürfniss isolirteRäume abgetrennt werden. Der Spalt an den Verbindungs-stellen der Zelte wurde mit einem 30 Centimeter breitenLeinwandstreifen übernäht; jedes Einzelzelt erhielt in derMitte jeder Dachseite, nahe dem First, ein 94 Centimeterlanges, 78 Centimeter breites Fenster mit Zinkrahmen,welches von innen mittels einer Drahtstange geöffnet undaufgeklappt erhalten werden konnte. Die unteren Endender Zeltseitenwände wurden zwischen zwei auf der Kantestehende Bretter geklemmt und durch eine Erdanschüttungvon aussen, sowie durch innen eingeschlagene Pfähle be-festigt. Der Fussboden erhielt eine Schüttung mit grobemKies und Holzdielen. Der Eingang in die Zeltsäle fandvon dem l.so Meter breiten Zw r ischengang aus statt. ZurBeleuchtung waren pro Saal drei Gasflammen, an jedemMittelständer jeden Zeltes eine Gasflamme angebracht.
Längs den Aussenseiten der Krankensäle verlief jeder-seits ein Graben.
Die Belegung mit Betten fand in etwas geringerer Zahlstatt, als dem Räume der Einzelzelte entsprach; es wurdenin jedem Krankensaale statt 36 nur 30 Betten aufgestellt,und dadurch Raum für zwei Badewannen und ein Spindgewonnen.
Die Heizanlage ward in folgender Weise ausgeführt:
An dem einen Ende jedes Doppelsaales befand sichein 2.i9 Meter hoher, I.09 Meter im Durchmesser haltenderKessel, welcher unten den Heizraum, oben den Wasser-raum enthielt; der Heizraum war unterirdisch, der Wasser-raum stand nach oben mit der äusseren Luft in Verbindung.Der Kessel war von einem Kesselhaus umgeben, welchesbei den Zeltsälen 1 und 2 aus einer Bretterhütte, bei 3 und4 aus dem schadhaft gewordenen 13. Zelte bestand. DieFeuerungen der Kessel führten durch unterirdische Luft-schachte zu dem dazwischen stehenden, gemeinsamen,15 Meter hohen Schornstein. Vom Wasserraum des Klosetsaus verliefen die Heizrohre so, dass Kessel und Rohre eingemeinsames Reservoir darstellten, in Avelchem das warmeWasser andauernd zirkulirte Die Ausflussrohre aus demKessel lagen in einer Höhe von I.41 Meter über dem Boden,verliefen innen längs der Zeltwände, durch Holzpfähle oderHolzböcke getragen, sich allmälig und gleichmässig senkend,gingen am Ende des 2. Zeltsaales auf die andere Seiteüber, liefen ebenso zurück und mündeten, dem Ausflussgegenüber, im Niveau des Erdbodens wieder in den Kessel.
An der Stelle, wo die Rohre den Zwischenraum zwischenden beiden Zeltsälen passirten, waren dieselben auf der einen,höheren Seite durch eine auf- und wieder abwärtsführendeTreppe, auf der anderen Seite durch eine ebensolche Rampeüberschreitbar gemacht und an diesen Stellen mit Strohumwickelt.
Die Leitung selbst bestand aus zwei parallel mitein-ander verlaufenden IO.5 bis 15.5 Centimeter im Durchmesserweiten Eisenrohren. Im Innern jedes Zeltsaales befand