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VII. Kapitel: Zelte und Baracken.
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lehnte sich mit der Ostfront an die Gartenmauer des La-zareths. In dem 9.4 Centimeter von der Erde entferntenFussboden befanden sich mehrere siebartig durchlöcherteeiserne Platten. Die Wände waren bis zur Höhe von3 Meter doppelt verschalt und enthielten, ebenso wie diebeiden Dachseiten, mehrere grosse Fenster. Die inder Mitte der Westfront befindliche Thür mit Korridortheilte die Baracke in zwei Säle, deren jeder22 Betten mit 39.S6 Kubikmeter Luftraum pro Bett undzwei Oefen enthielt. Dicht neben der Baracke, durch einengedeckten Gang und eine Giebelthür mit derselben verbunden,lag die Latrine. Die Belegung der Baracke geschah mitRuhr- und Typhuskranken; die Resultate waren günstig.Am 6. Dezember erfolgte die Ablösung des Lazareths durchdie 1. Sektion Lazareth-Reservepersonals X. Armeekorps, 1 )welche dort ein stehendes Kriegslazareth errichtete undam 31. Januar 1871 durch die 3. Sektion 2 ) ersetzt wurde,welche daselbst bis gegen Ende April 1871 etablirt blieb.Die eintretende starke Kälte, welche einmal —14 ° R. er-reichte, erschwerte die Benutzung der Baracke; die Luft-löcher des Bodens mussten verschlossen, die Ritzen derWände verklebt, und jeder Saal mit noch zwei Oefen ver-sehen werden. Mit diesen Veränderungen konnte dieBaracke bis Anfang Februar belegt bleiben. Sie wurdesodann geräumt, im März und April aber wieder, und zwarals Pockenbaracke, benutzt. Als solche blieb sie noch biszum 13. Mai — zuletzt bei dem 8. Feldlazareth X. Armee-korps — in Gebrauch.
Die letzte Krankenbaracke erbaute am 11. Juni 1871zum Zwecke der Isolirung von Pockenkranken das 10. Feld-lazareth XII. (Königlich Sächsischen) Armeekorps in
!) Vergl. S. 216.2 ) Ebendaselbst.
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Brettern.
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Charleville auf einem Ackerfeld zwischen dem Lazarc, Noch imgebäude und der Maas. Bezüglich der Konstruktion ri c L otbfalle zuman sich nach dem Brinkmann'schen Modell. Nach J rtiggestellt.hebung der obersten Bodenschicht und Ersetzungdurch Schlacken wurde ein 1 Meter hoher Socke]Mauerwerk aufgeführt. Die Wände bestanden ausBrettlagen, deren äussere auf den Fugen mit Dectk urde auch cbeschlagen war. Am 29. Juni stand die Baracke «, rin"ung siebeDach, welches, mit Schiefer gedeckt, durchgehende IÖffnung mit Jalousieverschluss besass. Die Dielunoam 6. Juli beendet. Die für 16 Kranke bestimmte Bierhielt auf jeder Seite sechs hohe Fenster, von deneivier auf den Krankenraum kamen. Dieselben warenvon innen zu ziehenden, aber aussen angebrachten Uvorhängen versehen. Zur Ableitung des Regen»»diente ein rings um die Baracke geführter Graben.An Stelle der von Brinkmann vorgezeichneten Ttiti
an den Längsseiten wurden an beiden Seiten Vorrat»angelegt, die von den Krankenräumen durch Thürejischieden waren. Der au der westlichen Giebelseite Ifindliche Vorraum sollte zwei Wärtern zum Aufentlidienen, die nördliche Hälfte des östlichen Vorraums iBade- und Wäscheraum, die südliche zur Aufbewahruvon Geschirr und sonstigen Geräthschaftenstuhlen etc.) Verwendung finden. Für die Alifall-;;legte man in angemessener Entfernung Gruben an. JjHeizung endlich sollte durch zwei im Mittelgangegestellte eiserne Oefen, deren Rohre über das Dach hkiführten, bewerkstelligt werden.
Die so eingerichtete Baracke war bis auf die 1Vorrichtungen am 24. Juli 1871, also nach 43 Bautagffertig und zur Aufnahme von Kranken bereit, wurde allnicht in Gebrauch genommen, weil das Lazareth zu die*Zeit der Isolirung bedürftige Kranke nicht mehr beherbera
II. Bei Etappenlazarethen.
Baracken-Etappenlazareth Nancy.
Es ergab sich von selbst, dass an den Etappenortenzur Unterbringung von durchpassirenden, sowie zur Son-derung der verbleibenden, für eine weitere Evakuationnicht geeigneten Kranken und Verwundeten in erster Linieauf Räumlichkeiten der Bahnhöfe selbst oder in der Näheder letzteren belegene Gebäude gerücksichtigt wurde; wo esan ausreichenden Lokalitäten mangelte, genügte fast überalldie Errichtung einzelner Baracken einfachster Art. EineAusnahme machte Nancy, woselbst die ungewöhnlich grossen
Transporte von Kranken und Verwundeten, welche in iersten Zeit nach den blutigen Schlachten um Metz,von den Einschliessungs-Armeen vor Metz und Pari:zusammenströmten, zur Errichtung eines eigenen grosBarackenlazareths zwangen, 1 ) da die ohnehin anderweitigin Anspruch genommenen Bahnhofsgebäude sich als dmunzureichend erwiesen. Den Bau bewirkte auf Requisilder Etappenkommandantur und unter Aufsicht des Etap;arztes die Mairie der Stadt auf dem freien Platze vorneben dem Bahnhofe. (Vergl. Zeichnung 12, S. 327.)
!) Vergl. S. 148 und 237.
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