Druckschrift 
Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
325
Einzelbild herunterladen
 

nid !

II. Abschnitt: Zelte und Baracken auf dem Kriegsschauplatz.

325

dem 4- Feldlazareth XII. (Königlich Sächsischen)

neekorps in Benutzung genommen wurde. Diese für

Typhnskranke bestimmte Baracke (siehe Tafel XXXIII)

47 8 Meter lang, 5.2 Meter breit, 2.5 Meter bis zur

hfläche und 3.8 Meter bis zum Giebel hoch, hatte keinen

lueiter aber eine Bodenerhöhung von 30 Centimeter;

var durch offene Luftkorridore in zwölf Räume für je

L granke abgetheilt; jeder Lagerraum von 4.8 Meter

Ug e und 3.2 Meter Breite hatte zwei gegenüberliegende

Eenster, ein stellbares Dachfenster und zwei Eingänge von

, jütte der Korridore aus; der Fussboden bestand aus

aiken Dielen; die Wände waren doppelt mit Brettern

lerschalt.

Das in Montmirail') etablirte 10. Feldlazareth

Armeekorps errichtete im September im Parke des

Ichlosses des Herzogs von Laroche-Foucault auf sonnigem

Uaplatze vor dem Schlosse eine Baracke zu 20 Betten.

Dieselbe, mit einem schrägen Fultdache versehen, war

ho Meter lang, 7.5 Meter breit, an der Frontseite 4.7 Meter,

der Rückseite 3.i Meter hoch, sie hatte einen hölzernen,

1,") Centimeter über der Erde liegenden Fussboden;

fände und Dach waren von Brettern, letzteres mit Zink-

»latten belegt. Die Vorderfront enthielt in der Mitteie Eingangsthür, seitlich jederseits zwei Fenster, welcheCentimeter vom Boden entfernt, 2.2 Meter hoch undi.5Meter breit waren; ein gleiches Fenster befand sich ander Giebelseite. Zwei an jedem Ende nahe der Vorder-iran il das Dach durchsetzende Dunstrohre verstärkten die"iiitilation. Die Heizung wurde durch 2 Oefen bewirkt,kse zur Aufnahme von Typhuskranken bestimmte Barackeden Oktober hindurch belegt; die Erfolge warenjinstig. Am 30. Oktober wurde dieselbe geräumt, weil sielen heftigen Stürmen und Regengüssen nicht widerstand.Nahe dem Lager von Chälons hatte sich das 10. Feld-izareth IX. beziehungsweise XIII. Armeekorps 2 ) am 25. Sep-kber zu etabliren und bezog dort das Höpital provisoire beiiouimelonle Grand. Dasselbe befand sich auf erhöhtemrrain mit trockenem, stark kalkhaltigem Lehmboden und«stand aus 16 Baracken, welche in zwei parallelen Reihentou je acht Baracken aufgestellt waren. Die Entfernungvdii einer Reihe zur andern betrug 15, der Zwischenraumfischen den einzelnen Baracken 30 Schritt. In unmittel-irer Nähe befand sich eine Oekonomie- und eine Wohnungs-araeke. Die Baracken standen mit der Längsrichtung von10. nach SW., waren 45 Schritt lang und 10 Schritt breit,As Ziegelsteinen aufgemauert und mit einem Schieferdach^ersehen.

Jede Baracke besass eine Thür, 12 je 1.15 Meter lange

nd 74 Centimeter hohe Fenster, ausserdem 10 kleine mit

Ichiebern verschliessbare, je 26 Centimeter lange und

Centimeter hohe Luftöffnungen über dem gedielten

') Vergl. S. 156.2 ) Ebendaselbst.

Fussboden. Die Wände waren innen mit Kalk gestrichen.In einem kleinen Anbau, zu welchem ein Gang mit Doppel-thür führte, befand sich die Latrine mit zwei Tonnen.

Der Krankensaal enthielt 25 eiserne Bettstellen. Aufden Kopf kamen 18.7 Kubikmeter Luftraum. Heizeinrich-tungen waren nicht vorhanden.

Das Lazareth wurde Anfang Oktober mit 120 grössten-theils Diarrhöe- und Ruhrkranken belegt; eine Barackediente als Pockenstation. Obwohl im Laufe des Monatsjede Baracke zwei Oefen erhielt, litten die Kranken sehrunter der Kälte, namentlich die Rheumatiker und dieRekonvaleszenten, deren eine grosse Zahl vorhanden war,da das Lazareth wesentlich zur Entlastung der überfülltenLazarethe von Reims diente. Trotz der Tag und Nachtunterhaltenen Heizung gefroren im Dezember mehrmalssämmtliche Mixturen. Am 23. Februar ward das Lazarethgeschlossen.

In Corbeil benutzten von den daselbst etablirtenBayerischen Feldspitälern zuerst das Aufnahms - FeldspitalNo. 6 1 ) vom 26. September bis 11. Oktober, dann dasHaupt-Feldspital No. 4 2 ) vom 12. Oktober 1870 bis MitteMärz 1871 zwei im Garten des Hospice Galignani seitensder Stadt erbaute Holzbaracken für je 25 bis 30 Kranke.Dieselben waren heizbar gemacht und bewährten sich vor-züglich. In ihrer Konstruktion zeigten sie Aehnlichkeitmit den zu Mosbach von letztgenanntem Haupt-Feldspitalerrichteten Baracken. 3 )

In Rethel begann das 4. Feldlazareth XII. (KöniglichSächsischen) Armeekorps 4 ) seit Mitte September mit demBau einer Baracke in der Nähe des Höpital general. Die-selbe sollte nach dem Voranschlag 200 Mann fassen, umbei grösserem Andränge den Bestand an Leichtkrankenaufzunehmen, kam jedoch für diesen Zweck niemals zurVerwendung. Sie war auf eine Pfählung gesetzt und be-stand aus einem mit Ziegelsteinen ausgefüllten Holzfach-werk. Die Fenster befanden sich in den oberen Ab-schnitten der Seitenwände, ebenso war das Bretterdach mitFenstern versehen. Latrinen brachte man innerhalb derBaracke an. Gegen Ende Dezember wurde ein Theil derBaracke von den Besatzungstruppen als Wachtlokal benutzt;schliesslich belegte die 1. Sektion Lazareth-ReservepersonalsXII. (Königlich Sächsischen) Armeekorps 5 ) dieselbe am7. April 1871 mit einigen Pockenkranken.

In Chaumont enBassigny fand die vom 14.Novemberbis 6. Dezember dort etablirte Sektion des 4. FeldlazarethsX. Armeekorps 6 ) eine im Garten des städtischen Kranken-hauses gelegene, Französischerseits errichtete und gut gebauteBaracke vor. Dieselbe stand von Norden nach Süden und

i) Vergl. S. 160.

*) Vergl. S. 177.

3 ) Siehe in Abschnitt 3 dieses Kapitels, Gruppe 6.

*) Vergl. S. 156.

6) Vergl. S. 176.

6) Vergl. S. 203.