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VII. Kapitel: Zelte und Baracken.
mobilen Sanitätsformationen, sondern auch den in Lazarethendes Inlandes thätigen Aerzten so komplizirte Beobachtungen,wie zu einer vergleichenden Betrachtung in dieser Hinsichterforderlich wären. Die häufig erfolgte Verlegung der Krankenaus einem Lazareth in ein anderes und innerhalb der einzelnenLazarethe aus einem Raum in einen anderen macht es auchhinterher unausführbar, exacte Thatsachen nach dieser Richtunghin in grösserer Zahl zu sammeln. Was für den Werth derZelt- und Barackenbehandlung überhaupt — ohne Rücksichtauf die einzelnen Konstruktionen — aus den während desKrieges 1870/71 erlangten Resultaten etwa gefolgert werdenkann, wird im chirurgischen und medizinischen Theile desBerichtes seine Stelle finden. Im Allgemeinen wird angenommenwerden müssen, dass die einzelnen Konstruktionen therapeutischum so zweckmässiger sind, je mehr sie den allgemeinen Forde-rungen der Hygiene (hinsichtlich des Untergrundes, des Materials,der räumlichen Anordnung der Gebäude, der Ventilation, derHeizung, der Abortanlagen etc.) entsprechen, und dass im Uebrigen
der Werth eines Systems überwiegend durch admimsiGesichtspunkte (Leichtigkeit der Materialbeschaffung g^'keit der Aufrichtung, Versendbarkeit, Erleichterung des Dibetriebes, Kosten etc.) bedingt wird.
Für einen Theil der dem Nachstehenden beigegeWbildungen sind als Vorlagen einige der Zeichnungen beiworden, welche Dr. Friedleben aus Frankfurt a. M. seiner]mit einem kurzen begleitenden Text auf der im Jahre lffljBrüssel veranstalteten Ausstellung für Hygiene und Rettnwesen zur Kenntniss weiterer Kreise gebracht hat. Nach!Tode des Verfassers übersandte die Wittwe desselben das »1ausgestattete Manuskript mit den sorgfältig ausgeführten Mnungen dem Generalstabsarzt der Preussischen Armee vrelrldasselbe der Bibliothek des medizinisch-chirurgischen FriedriWilhelms-Instituts zu Berlin überwies, woselbst es seitdemwerthvolles Besitzthum aufbewahrt wird. Die betreffeTafeln dieses Bandes tragen die Bezeichnung: „nach Friei
Erster Abschnitt.
Zelt- und Barackenbehandlung" in Deutschland vor dem Kriege 1870 71.Bezügliche Vorschriften der Feld-Sanitätsinstruktion von 1869.
Die günstigen Erfahrungen, welche man namentlich inOesterreich bei der anfangs (nach der Mobilmachung imJahre 1854) aus Noth angewandten, später zur Methodeerhobenen Zeltbehandlung von Kranken und Verwundetengemacht hatte, veranlassten das Preussische Kriegs-ministerium im Jahre 1861, Versuche mit Zelten nachOesterreichischem Muster anzustellen.
Da sich jedoch die Konstruktion der OesterreichischenZelte als nicht ganz zweckentsprechend erwies, so erhieltim Jahre 1862 das Garde-Train-Bataillon den Auftrag,zwei Probezelte neuerer Konstruktion herzustellen. Die-selben waren 62 Fuss lang, 25 Fuss breit und bis zumDache 4 Fuss, in der Mitte 16 Fuss hoch. Vor und hinterdem mittleren, 52 Fuss langen Krankenraum lagen zweije 5 Fuss lange Vorräume in den Giebeln als Aufenthalts-orte für Krankenwärter und zur Unterbringung vonUtensilien. Vier in der Mittellinie stehende, 16 Fuss hohe,17 Fuss von einander entfernte, hölzerne Ständer trugeneinen dreitheiligen, 52 V2 Fuss langen Balken, der dieäussersten Ständer um je 4 Zoll überragte; ö'/a Fuss vonden letzteren, je 6 Fuss von der Mittellinie entfernt,standen auf jeder Giebelseite zwei je 10 Fuss hohe Thür-ständer.
Ueber Balken und Thürständer lag', mit 8 Ellen breiterDachfläche an jeder Seite, das leinene Doppeldach, welches,an jedem Giebelende zwischen dem äussersten Hauptständer
Schutz gegenund den Thürständern abgekappt, einen Walm bildete. ß>r untere RandGiebel waren durch einfache leinene Vorhänge gesdie sich zu 12 Fuss breiten Eingängen öffnen undGurte geöffnet erhalten Hessen. Einfache, an den lang
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Als Uebelstandmeiner Zelttheilemacht. Man gin;Ld J. Unger inigbaren Theilen
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Fusswände schlössen die Langseiten; die Trennung
Vorräume von dem Krankenraume geschah gleichfalls d
Vorhänge. Befestigt wurde das Zelt durch vier gtAündem mit Fusskrt
und vier kleine Sturmleinen, 50 Knieleinen und 112 Stri; eitern mit je sieb
leinen an grösseren und kleineren Pflöcken (Härin;
Im Innern fanden zu beiden Seiten des 4 Fuss breil
Mittelganges je 10—11 Betten Platz, mit dem Kofi
■ensprossen ruhte:
Da die KonstiZelte dieser Art
nach der Seitenwand gerichtet und 2 Fuss von dies hauplatz, theils an Ientfernt. Der Preis eines solchen Zeltes belief sich 1 ain - Bataillon liel552 Thaler, 11 Silbergroschen, 3 Pfennige; das Gewi olzkonstruktion.
Während des FDiese beiden Probezelte fanden ihre erste Verwendi inzen in der staatli
it Holz- und 70 Ze1 Zelte mit 1932Im Jahre 1867»■ und Friedens!
betrug ungefähr 9 Zentner.
im Jahre 1862 bei Ausbruch einer Typhus-Epidemie in Pos
Im lahre 1864 während des Feldzuges gegen Damiiverfügte die Preussische Militärverwaltung schon i32 Krankenzelte (zu je 12 Betten), von welchenden Kriegsschauplatz geschickt wurden. Im nächsten Jal buche in der Riehkam die Zeltbehandlung bei mehreren Garnisonlazarei eile kompendiöserund zugleich bei Uebungslagern in Aufnahme. ä dasselbe auf ein
Mit geringen Konstruktionsänderungen erfolgte V hei dem bisherigJahre 1866 vor Ausbruch des Krieges die NeuaiilnteÄn 1304 Pfund sich
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