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VI. Kapitel: Lazarethe des Inlandes.
der im Heimathlande errichtetenLazarethanstalten für krankeFranzosen zugänglich wurden.
Die Behandlung derselben erfolgte genau nach denfür die Angehörigen der eigenen Armee ruaassgebendenGrundsätzen. Besondere Freiheiten waren den FranzösischenOffizieren und Beamten im Offizierrange gewährt. Sie er-hielten die Erlaubniss, sich nach ihrem Wunsche von Militär-oder Civilärzten behandeln zu lassen.
Die Arzneien wurden in jedem Falle aus den Dispensir-anstalten unentgeltlich verabfolgt. Die in die Militär-lazarethe aufgenommenen Offiziere durften ihre Burschen
dahin mitnehmen, welche dann gleichfalls durch die Laza ffverpflegt wurden.
In einigen Festungen, z. B. in Coblenz, Torgau, Kokwurden auch Französische Militärärzte, welche ihren Trumtheilen in die Gefangenschaft gefolgt waren, mit iEinwilligung zur Dienstleistung bei den kranken | vgefangenen herangezogen. Dieselben erhielten da- |der Selbsteinmiethung und eine entsprecheinentschädigung. Ebenso wurden die von einzelnen Kri«gefangenen als Lazarethgehilfen oder Krankenwärterleisteten Dienste besonders vergütet.
III. Summarischer Ueberblick über die Thätigkeit der heimathlicheii Lazaretli
Im Ganzen sind in den Lazarethen, welche im Deut-schen Inlande seitens der staatlichen Behörden und derfreiwilligen Krankenpflege bereit gestellt waren, verpflegtworden:
I Angehörige der mobilen Armee etwa 250 000 Mann')
Deutsche
( Angehörige der immobilen Armee . . 175 810
Summe 425 810 MannFranzosen ............... 176 472
Insgesammt 602 282 Mann.
Eine genaue Vertheilung dieser Zahlen auf die beidenKategorien: staatliche und Vereinslazarethe ist — abgesehendavon, dass selbst diese Begriffe nicht immer scharf getrenntwerden können — aus dem Grunde nicht möglich, weilletztere nicht durchgängig selbstständige Rapporte auf-gestellt haben, die Kranken der Vereinslazarethe vielmehrvielfach in den Rapporten derjenigen staatlichen Reserve-lazarethe aufgeführt sind, zu denen sie in Bezug auf Be-legung und Verwaltung in dienstlichem Verhältniss standen.Annähernd sind die betreffenden Zahlen aus den Beilagen 88und 89 ersichtlich.
Wie diese Kranken sieh im Ganzen und während dereinzelnen Monate auf die verschiedenen Deutschen Staatenbezw. Provinzen vertheilten, d. h. wie weit eine „Zer-streuung" der Kranken erreicht wurde, legen die Beilagen90 und 91 im Einzelnen dar. Aus denselben geht hervor,dass zwar die westlichen Staatsgebiete naturgemäss dauerndstärker belegt waren als die östlichen, dass aber nichtwenige Transporte bis in den fernsten Osten geführt wordensind. 2 ) Wie weit dabei richtig, d. h. ohne Schädigung der
!) Wegen der Abweichung dieser Ziffer von der Summe in Bei-lage 88 vergl. Anmerkung 1 auf Seite 255.
2 ) Zwei Mal sah dieMilitär-Medizinal-Abtheilung des PreussischenKriegsministeriums sich veranlasst, einer Ueberfüllung der westlichenLazarethe durch besondere Maassregeln abzuhelfen. Zum ersten Malgeschah dies am 14. August (vergl. S. 235 und 236), zum zweiten Malam 20. September.
Transportirten, verfahren worden ist, wird — so«das Material eine Beantwortung dieser schwierigenverwickelten Frage zulässt — im chirurgischen und mzinischen Theile des Berichtes seine Beleuchtung er
Ein Vergleich der eben genannten Beilagen mit 4Beilagen 92 und 93 ergiebt, dass der Bestand an T(wundeten und Kranken der mobilen Armee in den Lazaretkdes Inlandes während der eigentlichen Kriegsmonate (d.l srfahrens aus einemvon August 1870 bis einschliesslich Februar 1871) dimj ^ therapeutischen 1schnittlich das Zweieinhalbfache, als Maximum (im Aup lgen , u er ^ nen ^mehr als das Vierfache des Bestandes in den Lazaretk r hältnissen noch cauf dem Kriegsschauplatze ausmachte. (Vergl. hierzu i jjder in Betracht, iSchlussbetrachtung zum 4. Kapitel S. 254 ff.)
Gegen Ende März 1871 begann die allmälige Inlösung der im Heimathlande für den Kriegserrichteten Lazarethe.
Zuerst wurden die von der freiwilligen Kranken)ij« mwenden, da jeder
Ist auch die in cebung, Verwundeteifgefiibrten Barackei
»racken nicht unterigen in festen Gebäikrnde Gleichweilt- und Baracken-Beihendes Studium gei
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aufgestellten Vereins- und Privatlazarethe geräumt undInsassen in staatliche Anstalten übergeführt
Sehr bald sank dann der Krankenbestand so wiherab, dass er dem Friedensverhältniss sich nähertedie vorhandenen Garnisonlazarethe mit Zuhilfenahme einTheils der Reservelazarethe zur Unterbringung der nod
übriggebliebenen Kranken und Verwundeten der Feldarai ' er / te Auf g abe d e r
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Mit dem weiteren Heruntergehen der Krankenzl „j Sedan, 3 ) nach wefwurde auch die Entleerung der vom Staate neu errichtet« wölkerung des in BLazarethe in die Wege geleitet, so dass Anfang Oktal» «terkunftsräumen seh1871 alle für den Kriegsbedarf errichteten Lazarethe at!gelöst waren; die betreffenden Gebäude wurden ihrefrüheren Bestimmung zurückgegeben, die noch nicht \heilten Kranken und Verwundeten in die Garnisonlazaretipoth an Baulichkeitenübergeführt.')
l ) Betreffs des in den Lazarethen des Inlandes beschäftigt!!wesenen Personals vergl. Beilage 13 und 19, sowie den Test1. Abschnitts des 1. Kapitels.
Meunigten Evakuati<itragen hat, das LoosAuch währ■n Metz machte sich
'■) Vergl. S. 98.! ) Vergl. insbesondes ) Vergl. S. 146.*) Vergl. S. 123.