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V. Kapitel: Sanitätszüge.
konnte mit Rücksicht auf den Beginn der wannen Jahres-zeit um so eher Abstand genommen werden, als der Zugvoraussichtlich keine langen Fahrten mehr zu machenhatte. Bin Coupe" 1. oder 2. Klasse erschien zur Aufnahmedes Assistenzarztes, welcher eine Hälfte des Zuges selbst-sländig zu übernehmen hatte, ausreichend.
Beide genanntenSanitälszüge wurden dem FranzösischenHilfsverein behufs Ueberführung der liegend zu transpor-tirenden Französischen Kranken und Verwundeten nachFrankreich zur Verfügung gestellt. Aber auch hierfür ge-nügte später ein einziger Sanitätezug, daher am 29. Juli 1871auch der Preussische Sanitätszug No. VI abgerüstet wurde;drei vollständig ausgestattete Krankenwagen desselben be-hielt man für kleinere Transporte zurück; der diesenWagen zugetheilte Arzt hatte aus Geldvorschüssen die Ver-pflegung der ihm zur Beförderung überwiesenen Krankenund Verwundeten zu bestreiten. — Der Preussische ZugNo. I holte bei seiner ersten Fahrt die in den Lazarethenzu Stettin, Spandan, Hannover und Köln befindlichenFranzosen ab und führte dieselben am 25. Juli nach Lille.Bei der zweiten Fahrt sammelte er die mittels einzelnerKrankenwagen aus den Lazarethen in Königsberg, Danzig,Warlubien, Glatz, Neisse, Posen, Glogau und Altona ab-geholten 169 Franzosen zunächst in Berlin, um dieselbendann wieder als geschlossenen Zug am 13. August 1871über Köln nach Charleroi und Lille zu bringen. Im Sep-tember 1871 ging -derselbe Zug in der Stärke von17 Krankenwagen nochmals nach Frankreich, um Krankeder 4., 11. und 22. Division aus dem Okkupationsgebiet
nach Deutschland zurückzuschaffen. Am 27. Septei1871 erfolgte dann seine endgiltige Abrüstung, jj,Frankreich verbleibenden Deutschen Truppen erhielteEvakuationszwecke zunächst noch 5 vollständig ansgguKrankenwagen, 1 Küchen wagen, 1 Depotwagen und 1wagen überwiesen; am 4. April 1872 wurden jedocldiese bis auf einen Krankenwagen zurückgezogen.
Von den Bayerischen Spitalzügen liefen nacLFriedensschlüsse nur noch 2 aus. Der eine bracht*25. Juni 1871 219 kranke und verwundete FranzosenBayern nach Vesoul und Besaneon, der andere hk18. September von München nach Brunoy und &6\mdie an diesen Punkten gesammelten Kranken der DewArmee mit dem gesammten Feld-Spitalpersonal nach Soiund Laon zu Schäften. Die Abrüstung der Züge fandMünchen statt.
Der Sächsische Sanitätszug war im April ljj;iDresden demobilisirt worden. Trotzdem kamen noclmal 8 Krankenwagen dieses Zuges vorübergehend zur TWendung. Unter der Führung eines Assistenzarztes bnjder aus ihnen formirte Zug 54 kranke Franzosenwelchen 2 unterwegs starben) am 18. Juli nach Viund Besancon und kehrte am 22. Juli nach Dresden znriwoselbst er alsbald definitiv abgerüstet ward.
Die übrigen Deutschen Sanitätszüge haben anRückbeförderung der Französischen Kranken und 1wundeten nach Frankreich nicht Theil genommen, seJwurden, je nachdem sie entbehrlich erschienen, inHeimath aufgelöst.
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Iclra:
III. Besondere Vorkommnisse.
(Unglücksfälle, Belästigungen und Beschädigungen.)
Während der langen Reihe von Fahrten, welche dieDeutschen Sanitätszüge ausgeführt haben, ist nur ein ein-ziges Mal einem Sanitätszuge ein ernsterer Unglücksfallzugestossen. Es ist dies um so bemerkenswerther undspricht um so mehr für die Vorsicht und Sorgfalt, welchedie Eisenbahnbehörden der Beförderung der Züge ange-deihen Hessen, als die Schwierigkeiten, mit denen dieseVerwaltungen in Folge der Ueberhäufung weniger, nur all-mälig dem Verkehr sich öffnender Bahnen mit Zügen allerArt, und wegen der starken, die Sicherheit gefährdendenAbnutzung des liegenden und rollenden Bahnmaterials ohne-hin zu kämpfen hatten, durch die grosse Ausdehnung desKriegsschauplatzes und die Stimmung der Bevölkerung beiverhältnissmässig beschränkter Möglichkeit der Ueber-wachung des Bahnnetzes noch erheblich wuchsen. Als der
Umfang der okkupirten Gebiete von Tag zu TagWoche zu Woche immer bedeutender geworden,den wenig zahlreichen Etappentruppen nichtmöglich war, die Bahnstrecken vor Zerstörung di ^gerüstet. Die daf
Franktireurs und die feindselige Civilbevölkenrogschützen, kam es wiederholt zu Brücken- und TuSprengungen, sowie zur Zerstörung von Schienen
Trotz dieser Störungen, welche in einzelnen fall s ^ eme rem
wie es schien, besonders darauf abzielten, Krankendporte, welche demnächst passiren sollten, verunglückenlassen, hat doch keiner der Deutschen Sanitätszüge dadiSchaden genommen.
Der einzige während der ganzen Kriegszeit ülzu beklagende erheblichere Unfall betraf den SäcbsisSanitätszug auf seiner vierten Fahrt. Der genannt«
III.
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