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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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V. Kapitel: Sanitätszüge.

fällen das etwa Fehlende durch Requisition bei den Etappen-behOrden, beziehungsweise durch Ankauf zu beschaffen.Trotz der reichen Ausstattung der Depots, namentlich inEpernay, ist der Weg der Requisition und des Ankaufsnoch recht häufig beschritten worden.

Da die Aerzte allgemein eine reichliche Gewährungvon kräftigen Speisen und Getränken während der an-strengenden langen Fahrten für dringend nothwendighielten, um Kollapszustände zu verhüten, so wurde indieser Richtung keineswegs gespart. In der That konntedie Krankenkost auf den Preussischen Sanitätszügen alseine reichliche und kräftige bezeichnet werden, welchezugleich eine schätzenswerthe Abwechselung gestattete.Ausser den drei täglichen Hauptmahlzeiten wurden vielender Beförderten Extraspeisen gewährt; auf manchenSanitätszügen bildete die Darreichung von Ausnahmediätfast die Regel. Die Versorgung mit frischem Fleischefand meist nach telegraphischer Bestellung an den Etappen-stationen statt, wobei es freilich nicht zu vermeiden war,dass das Fleisch mitunter zu frisch zur Zubereitung kam.Es sei hier erwähnt, dass der Preussische Sanitätszug No. Iauf seiner dritten Fahrt von Amiens nach Berlin achtlebende Hammel mit sich führte, welche nach und nachbis auf drei dem Appetit der Zuginsassen zum Opfer fielen.Recht gut bewährten sich die Fleischpräserven, vondenen das Rindfleisch mit Bouillon bei den regulären, dieBraten- und Karbonadepräserven bei den Extradiätverord-nungen in Betracht kamen. Frisches Brot und Backwerkwurde ebenfalls bei den Etappenbehörden telegraphischvorausbestellt. Von den Gemüsepräserven lobte mannamentlich Kartoffeln, von sonstigen Präparaten die konden-sirte Milch. Trotz der an die Leistungsfähigkeit desKüchenpersonals gestellten hohen Anforderungen gelanges wiederholt, neben den eigentlichen Insassen der Sanitäts-züge noch eine nicht unbedeutende Zahl von Leichtkranken,welche hin und wieder in angehängten Personenwagen denSanitätszügen auf kürzere oder längere Strecken mitgegebenwurden, zu sättigen, und so für die durch unvorher-gesehene Zwischenfälle verhinderte Beköstigung derselbenauf den Verpflegungs - Stationen rechtzeitigen Ersatz zuschaffen.

Auch auf den Bayerischen Spitalzügen wurdeBeköstigung der Kranken ursprünglich durch die Etaubehörden, beziehungsweise im Vaterlande durch dipjfrischungs- und Verpflegungsstationen der Hilfgvetgbewerkstelligt. Nachdem sich aber die Schwierigkeit«Unzulänglichkeit dieser Verpflegungsweise herangmJhatte, versah man auch diese Züge mit KücheneinriilJund Proviant. (Der Lebensmitteletat der Bayerischen S| tzüge ist in Beilage 77, sub 2, wiedergegeben.)

Der Pfälzer Lazarethzug requirirte von Anfan»|nur Brot und frisches Fleisch von den Etappen, wi|Jer den übrigen Proviant bei sich führte.

Auch auf dem Sächsischen Sanitätszuge hemlinsofern ein gemischtes System, als es im Zuge seitot Jkalte Speisen gab. Die Zubereitung der warmenTheil unter Benutzung der mitgeführten Fleiscnpräj«erfolgte auf den Etappenstationen. Wie wenig diese llpflegungsweise genügte, geht daraus hervor, dass beifzweiten Fahrt des Sächsischen Sanitätszuges in SoisJund Reims nur etwa die Hälfte der Zuginsassen beko-Jwerden konnte, während die andere Hälfte mit TheeJKaffee fürlieb nehmen musste. In Sedan vermochte |Etappe nichts zu liefern. In Montmedy und Dieden]mussten Leute zum Brotankauf in die Stadt gescl]werden, da die Kranken wiederholt über Hunger kla>erst von Metz aus konnte die Verpflegung auf der Bihre Regelung finden. Für die 3. und 4. Fahrt iSanitätszug die gesammte Beköstigung selbst in die ]

Die Verproviantirung der WürttembergiiSpitalzüge war im Ganzen eine gute und inannigfaliDennoch fehlte es nicht an Grund, die Einrichtung imangeln, dass die Diätanordnung für den Zug dem ProvJmeister oblag und die Aerzte nicht den ihnen gebiitaJEinfluss auf die Festsetzung der Diät besassen. (Dielviantausstattung der Württembergischen Spitalzüge ist|Beilage 78, sub 3, zu ersehen.)

In ähnlicher Weise, wie bisher geschildert,Beköstigung auf dem Badischen Lazarethzuge, sorilden übrigen Deutschen Sanitätszügen vor sich, unter!hilfenahme der von der freiwilligen Krankenpflege gelieft!Vorräthe und zeitweiliger Mitwirkung der Etappenliek I