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V. Kapitel: Sanitatsztige.
nirten Offiziere entnommenen Kommandanten. Zur Auf-rechthaltung der Zugdisziplin verfügte derselbe übereinen Unteroffizier und drei Mann aus den Ersatz-und Besatzungstruppen, welche als Wache und zur Ver-richtung der vorkommenden Arbeiten verwendet wurden.Dass die Führung der Bayerischen Spitalzüge Offizierenund nicht — wie in Preussen — Aerzten übertragen wordenist, findet seine Begründung — abgesehen von der Analogiemit den damaligen Verhältnissen in den Bayerischen Feld-spitälern — darin, dass in Bayern das ärztliche Personalbei jeder Fahrt wechselte, während die Chefärzte derPreussisehen Sanitätszüge dauernd angestellt blieben. Daaber für den Verkehr mit den Behörden im In- und Aus-lande die Kontinuität in der Leitung des Zuges nicht füg-lich entbehrt werden konnte, und Militärärzte hierfür nichtdisponibel waren, so erschien es den Bayerischen Behördenam zweckmässigslen, die Führung einer Militärperson zuübertragen. Pas ganze übrige, für jede Fahrt besondersausgewählte Personal stellte das Oentralkomitee des Baye-rischen Landeshilfsvereins. Das ärztliche Personal bestandaus freiwillig sich meldenden oder auch besonders hierzuaufgeforderten Professoren der Medizin, praktizirendenAerzten und älteren Studirenden der Medizin, deren Be-theiligung in allen Fällen unentgeltlich erfolgte. Für jedeFahrt wurde ein Oberarzt angestellt; die Zahl der ihmbeigegebenen Aerzte betrug bei den ersten, auf umfang-reiche Transporte berechneten Fahrten sieben bis acht (derMehrzahl nachStudirende der Medizin), späterhin eins bis drei.
Grosse Schwierigkeiten bereitete in Bayern die Be-schaffung des Wärterpersonals. Für die ersten Züge stelltensich hauptsächlich freiwillige Krankenpfleger zur Verfügung,Studenten und andere junge Leute, deren Leistungsfähigkeitmit ihrem guten Willen nicht immer gleichen Schritt hielt.Ausserdem wurden bezahlte Krankenwärter angeworben.Da man indess mit der Zuverlässigkeit der letzteren durch-schnittlich keine guten Erfahrungen machte, so gelangteman bald dahin, die Hauptstütze der Krankenpflege aufden Bayerischen Spitalzügen in weiblichen Pflegerinnen zusuchen, welche theils den katholischen Ordensgesellschaften,theils den evangelischen Diakonissen-Anstalten entlehntwurden. Diese Pflegerinnen leisteten ihre Dienste unent-geltlich. Dej- Küche stand meistens eine kontraktlichengagirte Köchin vor, welcher eine besoldete Küchenmagdzur Seite stand; in einzelnen Fällen besorgten Schwesterndie Küchenangelegenheiten. — Die Magazinverwaltung über-nahm ein Vertrauensmann des Landeshilfsvereins, ebenfallsunentgeltlich. — Die Bahnverwaltung stellte für jeden Zugeinen Wagenwärter, sowie das nöthige Personal für dieBedienung der Lokomotive und des Dampfheizwagens.
Auf dem Pfalz er Lazarethzuge befand sich die Füh-rung des Zuges in den Händen eines Chefarztes, welchemsich zwei bis drei Delegirte für die Magazinverwaltungund die Büreaugeschäfte beigesellten. Zwei Assistenzärztebesorgten unter seiner Leituno- die Behandlung der Kranken
und Verwundeten. Das männliche Wartepersonal injStärke von 10 Wärtern für den Zug, sowie der Koizwei Gehilfen waren vom Pfalzer Hilfsverein mDiese sämmtlichen Angestellten mit Ausnahme des KüjPersonals leisteten ihre Hilfe unentgeltlich. An» fgalt die Bahnverwaltung einen Zugrevisor, einen \UWärter, einen Arbeiter und das Personal für die L 0 ütive mit.
Das ärztliche und Pflegepersonal des Sachs«*Sanitätszuges wechselte mit jeder Fahrt. An der ,*{des Zuges stand ein Oivilarzt, welchem für die Kranbehandlung auf einzelnen Fahrten einige Aerzte beigJwaren. (Nur bei der ersten Bückfahrt und derHinfahrt wurde der Zug von einem Militärarzt »efIn den Händen dieses Arztes ruhte neben der äi-ztlkJBehandlung die ganze Leitung, der Verkehr mitliörden und die Versorgung des Zuges mit LebensgdBett- und Kleidungsstücken, Verband- und ArzneimiJwelche theils im blande, theils erst auf dem Kn(schauplatze aus staatlichen und Vereinsdepots erfolgte.Pflegepersonal wurde bei der ersten Fahrt im FeldelSanitätsdetachements und Feldlazaretten entnommen]den späteren Fahrten in der Heimath gestellt und in Iergänzt. Dasselbe bestand aus Lazarethgehilfen, milit&jJKrankenwärtern, Felddiakonen und Albertinerinnen.Küche stand eine Köchin vor.
Das gesammte Personal der Württemberg«!Spitalzüge rekrutirte sich aus den vom WürttembergSanitätsverein gestellten Freiwilligen. In die FühruJZuges theilten sich drei Personen als „leitende Komm«Der „Führer", meist ein Beamter, Offizier oder ein andfDelegirter des Vereins, übernahm die Geschäfte ikehrs mit den Behörden und die disziplinare Aufsicden Zug; der „dirigirende Arzt", stets ein Civilarzt.ldie Aufnahme und Vertheilung der Krankenwundeten auf dem Zuge und die ärztliche OberaufeWjbesorgen; ein Proviantmeister, meist dem Kaufmann«angehörig, beaufsichtigte das Zuginventar und vermiiJdie Abgabe sowie den Wiederersatz des GesammtproviEr leitete ferner die Beköstigung nach Maassgabe deilVerordnungen und hatte über die verbrauchten Gegen™Rechnung zu legen. Die eigentliche Krankenbehandlruhte in den Händen einer Anzahl von ordinirenden Ai(ein bis neun pro Zug), denen eine (ebenfalls wecteiAnzahl von Wundärzten assistirte; die Krankenpfle«engeren Sinne übten theils freiwillige Sanitätsmannsclatheils Diakonissen und barmherzige Schwestern. Aus«befand sich auf dem Zuge noch ein Apotheker,neben seinen speziellen Geschäften meist noch die!tionen eines Sekretärs übernahm. Die WageiwiLokomotivführer und Heizer hatte die Bahnverd|gestellt.
Es lässt sich nicht verkennen, dass die AnaPersonen, welche die Württembergischen Spitalzi»|