II. Die nach dem Kriege von 1866 in den Deutschen Staaten getroffenen Tor.kehrungen für den Eisenbahntransport Verwundeter und Kranker.
A. Norddeutscher Bund.
Nachdem die Berliner Militär-Sanitäts-Konferenz von
1867 sich mit der Angelegenheit eingehend beschäftigt unddie Zusammenstellung von Krankenwagen nach Amerikani-schem Muster zu förmlichen Lazarethzügen dringend em-pfohlen hatte, wurde durch die Pariser Weltausstellungim Jahre 1867 die Frage der Einrichtung besonders aus-gerüsteter Eisenbahn-Lazarethzüge zwar nicht unmittelbarzur Erledigung gebracht, aber doch ihrem Ziele wesentlichnäher gerückt, in erster Linie durch eine Ausstellung vonGerätheii und Gegenständen zur Lagerung und Pflege derzu Transportirenden. Insbesondere Hess der Nordameri-kanische Arzt Dr. Evans das Modell eines AmerikanischenLazareth-Eisenbahnwaggons ausstellen, welches von allenSeiten die anerkennendste Beurtheilung fand. Ausserdemgab die Pariser Ausstellung den Anstoss zum Erscheinendes Gurltsehen Werkes: „Abbildungen zur Krankenpflegeim Felde, auf Grund der internationalen Ausstellung derIlilfsvereine für Verwundete zu Paris im Jahre 1S67(Berlin 1868)*.
Neben Gurlt haben sich um die in Rede stehendeAngelegenheit noch diejenigen anderen Männer wesentlichverdient gemacht, welche gleich ihm zur Bildung eines inter-nationalen Kongresses behufs Prüfung der einschlägigenFragen von ihren Regierungen nach Paris entsandt wordenwaren. Seitens dieses Kongresses wurde vor Allem dieLagerung der Verwundeten auf Krankentragen als besteLageriingsweise bezeichnet; auch fanden durch Vermittelungder Compagnie de l'Ouest praktische Versuche mit Personen-wagen 2. und 3. Klasse, sowie mit Güterwagen statt. Daaber die Mehrzahl der Kongressmitglieder die Umänderungder in den meisten Europäischen Staaten gebräuchlichen,nicht unter einander kommunizirenden Personen- und Güter-wagen in durchgängige, mit Stirnthüren und niederlegbareneisernen Perronbrücken versehene Wagen für unausführbarhielt, so blieb vor der Hand wenigstens die Aufgabe,Sanitätszüge nach dem Amerikanischen Purchgangssystemvon Staatswegen herzustellen, ungelöst. Vornehmlich demGeneralarzt der Landwehr, Professor Dr. Esmarch muss dasVerdienst nachgerühmt werden, dieses Ziel unermüdlichweiter verfolgt zu haben. Seiner Energie und der Aller-höchsten Unterstützung, welche Ihre Majestät die KöniginAugusta diesen Bemühungen angedeihen Hess, gelang es, dieVerwaltung der Berliner Aktiengesellschaft für Fabrikationvon Eisenbahnbedarf zum Neubau von 60 Personenwagen
blieb, wurde fürbefördernden Verldingigen Person«rim Notbfall auch i.ibi'ii Stahl-Blattfe
4. Klasse nach dem Amerikanischen Durchgangfür die Hannoversche Bahn zu veranlassen und diese \\gleichzeitig zur Aufnahme von federnd aufgehängten Trfür Kriegszwecke geeignet zu machen. Sehr wesentiwar dabei das bereitwillige Entgegenkommen, dessen ider Urheber dieser Idee von dem Leiter der erwähitoVerwaltung, Herrn v. Unruh, zu erfreuen hatte. Nachtdas Preussische Handelsministerium die bezüglichen Yschlage Esmarchs gebilligt hatte, konnte am 18. Dezes!«1867 unter Betheiligung von Kommissaren des PrensaiBcbeKriegsministeriums eine Probefahrt auf dem in derschriebenen Weise zusammengestellten Zuge ausgenüalwerden, welche zur Zufriedenheit ausfiel und alle Bedenk.insbesondere solche hinsichtlich etwaiger Schwierigkeit!beim Ein- und Ausladen, beseitigte. Demzufolge ordneldas Preussische Handelsministerium am 8. Oktober Indie Bereitstellung eines grösseren Wagenparks nach ,>Esmarchschen Vorschlägen an. Diese Eisenbahnwaaderen nähere Beschreibung weiter unten folgen wird, hal*im Kriege 1870/71 ihre Verwendung gefunden.
Bei dem begründeten Zweifel, ob die neuerbaiilnWagen im Kriegsfalle für den Bedarf ausreichen wimlnund ob im Hinblick auf die bei Ausbruch eines Krie«i>unvermeidlichen Verkehrsstockungen eine rasche Sammln.dieser Wagen erwartet werden könne, suchte inzwklndas Preussische Kriegsministerium nach Mitteln, auch andeEisenbahnwagen zu schonendem Transport Verwundete.und Kranker durch geeignete, die Erschütterungen währeider Fahrt möglichst beseitigende Lagerungsmethoden taitlieh zu machen. Dasselbe entschied sich für die Annal»des Transportsystems mittels der weiter unten zu lschreibenden sogenannten Grundschen Blattfedern.
Diese beiden wesentlichen Fortschritte fanden nebenanderen für die Weiterentwickelung des Krankentransportewichtigen Einrichtungen in der Preussischen Instruktimüber das Sanitätswesen der Armee im Felde foi29. April 1869, Aufnahme.
Bestimmungen der Preussischen Peld-Sanitätsinstruktii
von 1869 betreffend den Eisenbahntransport Verwundet«
und Kranker. 1 )
Während für Leichtverwundete und Kranke die sitzen!Beförderung in den Personenwagen 1. bis 3. Klasse oh»weitere Zurüstung dieser Wagen im Prinzip beibehalt«
>v
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Zeichnung 6. Blattfed'
genommen. Diese, ibrücken versehene!in der vorderen ibeiderseits je vier !Barrierebretter in zHaken befanden siewänden. Nach Weg
J ) Beilage 13 zn § 44 der genannten Instruktion.
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Zeichnung 7. Anfstelln:
Haken zur Aufnahmjeder Längswand, underen StangenendeiGummiringe an denSeitenwände aufzuhäzeitig ward durch digeregelt, auch bereiständen eigene Zugzusammenzustellen :zur Bildung staatlicliehe Beförderung li
Sanitäts-Bericht über di