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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
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T. Abschnitt: Eisenbahn-Transportwesen. Uebersieht der ausgerüsteten Sanitätszüge.

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n entsprechend ihrer verschiedenen Bestimmung alsbnkenraum, Küche, Apotheke u. s. w. eine verschieden-fcge Einrichtung und bildeten erst in ihrer Vereinigungeinem Zuge eine Lazaretheinhcit.

In Preussen gab dieAnleitung zur Ausführungr Beförderung verwundeter und kranker Mili-i r < auf Bisenbahnen vom 1. Juli 1861" in neunragraphen die ersten spärlichen Anweisungen über diesenrenstand. Danach sollten die an den oberen Extremitätenid sonst leicht Verwundeten, sowie Leichtkranke innonenwagen 1.3. Klasse ohne weitere Vorrichtungen

pn( l __ die Verwundeten mit der verletzten Extremität

h dem Wageninnern gekehrt weitergeschafft werden,an den Unterextremitäten oder schwer Verwundelen(1 Kranken in verdeckten, im Nothfall auch offenen,eliwandigen, mit Strohsäcken und Strohkopfpolstern be-ten Güterwagen. Für die Strohsäcke auch diejenigenI Feldlazarethe waren bereits starke GurtschlaufenDurchstecken der Tragestangen vorgeschrieben. Dieserohsäcke sollten an den Hauptverkehrspunkten im BückenI Armee bereit gehalten und auf Requisition den eva-iimiden Lazarethen durch die Feldintendanturen Über-soll, im Nothfall aber durch eine starke Streu aus Heur Stroh ersetzt werden. Die durch dieAnleitung etc."geschriebene Materialausrüstung der Krankenwagen (für[00 Kranke: 15 Wasserkrüge, 15 Trinkbecher, 15 Bas-el zum Einnehmen der Arzneien, 5 Steckbecken, 1(5 urin-ier) war eine sehr bescheidene. Das BegleitkommandoUte für dieselbe Krankenzahl aus 1 bis 2 Aerzten, 1 La-Btbgehilfen und 13 Krankenwärtern bestehen und ausfügbarem staatlichen Personal (die Krankenwärterlituoll aus den Krankenträger-Kompagnien) entnommennlon.

Die Leichtverwundeten sollten bei Mangel an Kranken-Hern sicli selbst gegenseitigen Beistand leisten und, fallsort ige ärztliche Hilfe erforderlich ward, die Signalflaggen Anhalten des Zuges schwingen. Bei rauher Jahreszeitr für Wärmebedürftige die Mitnahme wollener Decken(ordnet. In der Voraussetzung, dass derartige Trans-

porte nur eine kurze Fahrtdauer haben würden, war indieser Instruktion von einer Beköstigung der auf demZuge befindlichen Kranken und Verwundeten während derFahrt nicht die Bede, ebensowenig von einer Vorsorge fürHeizung, Ventilation, für weiteren Schutz gegen die Un-bilden der Witterung, für die Aufbewahrung der Effektender Zuginsassen etc.

Das Reglement über den Dienst der Kranken-pflege im Felde vom 17. April 1863, welches bis zumJahre 1869 in Kraft blieb, brachte keine weitere Ent-wiekelung dieser Frage. Für den Eisenbahn-TransportVerwundeter und Kranker während des Feldzuges 18(>(>konnten die inzwischen aus Amerika bekannt gewordenenNachrichten über die Einrichtung von Lazarethwagen nochnicht nutzbar gemacht werden, weder von Preussen undseinen Verbündeten, noch von Oesterreieh, Sachsen undden Süddeutschen Staaten. Alle damaligen, den Kranken-Transport auf Eisenbahnen betreffenden Maassnahmen beiden in Betracht kommenden Heeren trugen das Geprägeeiner mehr oder weniger glücklichen Improvisation.

Nur eines Versuchs ist aus jener Zeit zu gedenken,welcher von der Oesterreichischen Nordbahn in Böhmenunternommen wurde. Dieselbe Hess eine Reihe von Güter-wagen für den Transport von Schwerverwundeten derOesterreichisch-Sächsischen Armee herrichten. Die besondereZurüstung dieser Wagen bestand darin, dass an 16 ineinem Güterwagen befestigten Pfosten acht Tragbahren inLederriemen aufgehängt und durch Seitenpolster gegen dieseitlichen Stösse des Wagens möglichst geschützt wurden.Diese Wagen sind ohne Zweifel die ersten Lazareth-Eisen-bahnwagen gewesen, welche auf dem Europäischen Kontinentfür Kriegszwecke Verwendung gefunden haben.') Was dieseEinrichtung praktisch geleistet hat, wie umfangreich sieverwendet und welche Erfahrung damit gemacht wordenist, entzieht sich der diesseitigen Kenntniss.

') In Frankreich hatte Larrey im Jahre 1857 fiir Friedens-zwecke Eisenbahnwagen einrichten lassen, welche Kranke sitzendoder liegend aus dem Lager bei Chälons s. M. nach dem in der Stadtselbst befindlichen grossen Militärlazareth überzuführen hatten.