Druckschrift 
Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
259
Einzelbild herunterladen
 

Band I-

II. Abschnitt: Ausführung der Krankenzerstreuung. Schlussbetrachtung.

259

443 , 6000 o l9;299 , 3750 _

400 ,23 800 GH217 12 450 _482 ] 1800 in,209 ! 1500 _242 , 900 -.384 | 1500 412ibelle hervorruft, jfr erhältniss der Hilfe ein überwiegelachten vor Medie gewaltigen V,iches Resultat, dagazaretlie allein I,Lazareth sämmtlicllochten, und dassdinsreichte, um .,,its-Anstalten in 4leizuführen, welchedes Personals allen-reichlichsten dauern

i Tage der Verwund«der Verletzung bei fa

XI. und XII. (Knni,;chen Haupt-Felds]iit,L

X. und IV. Armeekorp'

srvepersonal. Kinn-,htigung der in deutsAdie Abweichung!

lärmig,e No. 3 und 10 XI5. 139 bezw. 137.)sekorps. (Vergl. S. IS..ndenen Lazarethelen noch grösser als ditlirten Lazaretlic (verelung der Tabelle II wimt

von der Voraussetzum:h einer Schlacht wivkli<entire, die in Anbetiwi

Diese Verhältnisse kjr Lazarethe, auch nidlieh auch in der Meinnvorauszusehende Bednrfkunftsräume.

, Beistand (ebenso wie die ausgiebigste erste Hilfe (vergl.a oi9) hatten unter den Opfern der grössten Schlachtendj e bei Beaumont und Sedan Verwundeten.') Am un-«gnstigsten erscheinen die Ziffern nach der Schlacht bei

i-jjmy __Poupry, woran wesentlich der Umstand Schuld trug,

dass zwei Bayerische Feldspitäler bei der Räumung vonOrleans in Feindeshand gefallen und der Erfüllung ihrerlafeaben durch verzögerte Rücksendung auf weitem Um-

.gge entzogen worden waren. 2 ) Nach den Kämpfen beifl'eissenburg-Wörth lag die Ursache der verhältnissmässigfeinen Zahl von Etablirungen in den bereits S. 219 er-örterten Verhältnissen (Raschheit des Aufmarsches undInanspruchnahme der Eisenbahnen) in Verbindung mit demUmstände, dass die vorauszusehenden grösseren Kämpfeder nächsten Zukunft nicht rathsam erscheinen Hessen,mehr als die unumgänglich nothwendig erscheinende Zahlvon SanitätsAnstalten bei den Opfern der ersten Zusammen-hole zurückzulassen.

Letztere Erwägung war es auch, welche zu einerraschen Wiederheranziehung der bei Spicheren und beiWeissenburg-Wörth zunächst verbleibenden Lazarethedrängte und demgemäss eine rasche Evakuation veranlasste,deren mangelhafte Ordnung im Voranstehenden geschildertund beleuchtet worden ist. 3 ) Im Gegensatz dazu war esnach den Schlachten vor Metz wesentlich der Mangel anUnterkunftsräumen und die berechtigte Sorge vor den un-vermeidlichen Folgen einer Anhäufung so zahlreicher Ver-wundeter, was dort zur schleunigen Rücksendung Tausendernach einer einzigen Eisenbahnstation zwang. 4 )

') Betreffs der Ueberfüllung, welche trotz der günstigen Durch-schnittsziffern nach der Schlacht bei Sedan an einzelnen Orten ein-trat, vergl. S. 146. Solche Thatsachen vermindern den Werth derDurchschnittsbereclmungen in keiner Weise. Die ausschliesslicheBetrachtung der einzelnen Vorkommnisse ist eben so einseitig, wieeine ausschliessliche Betrachtung der Durchschnittsziffern es wäre.Jede dieser beiden Betrachtunggarten fordert die andere zur Er-gänzung.

2 ) Vergl. S. 202 und 207.

») Vergl. S. 232 und 233.

4 ) Besonders deutlich wird die Sachlage um Metz durch Be-trachtung der Karte X. Hierbei sei ausdrücklich erwähnt, inwelcher Weise die Karten I bis IX einerseits und X bis XII andererseitssich ergänzen. Die Karten I bis VIII weisen die Gesammtzahl allerLazarethe nach, welche jemals während des ganzen Feldzuges auf deneinzelnen Kriegsschauplätzen und an den einzelnen Orten daselbstetablirt gewesen sind; ebenso rinden sich auf Karte IX alle Eisen-bahnen, Land-Etappen- und Wasserstrassen verzeichnet, welche zuirgend einer Kriegsperiode für die Evakuation in Betracht kamen.Im Gegensatz dazu sind auf Karte X bis XII die an bestimmten Tagenobwaltenden Verhältnisse fixirt, und zwar sowohl die an dem be-treffenden Tage etablirten Lazarethe als die für die Evakuation zuGebote stehenden Eisenbahnen und Strassen. Die den Darstellungenzu Grunde gelegten Tage bieten besonders wichtige und interessanteMomente dar. Karte X (20. August) erläutert die Situation un-mittelbar nach den Schlachten bei Metz, wobei gleichzeitig ersichtlichist, wie um diese Zeit sich die Verhältnisse um Spicheren, Weissen-burg-Wörth und vor Strassburg gestaltet haben. Am 19. Septemberschloss sich der Bing der Deutschen Heere um Paris. Karte XI

Von mehr als einer Seite ist freilich den leitendenSanitätsorganen bei deii Deutschen Heeren der Vorwurfnicht erspart geblieben, die Rücksicht auf möglichekünftige Aufgaben habe gelegentlich eine volle Hingabean gewisse gegenwärtige verhindert. Mit einem Schein vonBegründung kann solcher A r orwurf höchstens im Hinblickauf die ersten Schlachten erhoben werden, welche natur-gemäss vorzugsweise der Gegenstand von Erörterungengeworden sind, schon deshalb, weil sie unmittelbar an denGrenzen geschlagen wurden und in jeder Hinsicht die nach-haltigsten Eindrücke hervorriefen. Die Anerkennung, dassdie Vorgänge nach den Zusammenstössen bei Weissenburg-Wörth und Spicheren zu einem derartigen Vorwurf zu be-rechtigen scheinen, schliesst jedoch die Frage nicht aus,welches Urtheil wohl von derselben Seite ergangen wäre,wenn in Folge besonders ausgedehnter Fürsorge für dieOpfer der ersten Schlachten es später insbesondere beiMetz oder Sedan an Sanitätsbeistand gefehlt hätte.

Für die Zeit, innerhalb welcher nach den wichtigstenSchlachten die Evakuationen vollzogen wurden, finden sichin dem Voranstellenden mehrfache bestimmte Angaben.Die Rückwärtssckaffung der Verwundeten aus den Kämpfenbei Weissenburg-Wörth war in der Hauptsache am20. August, d. h. nach 14 Tagen beendet, 1 ) diejenige derVerwundeten aus den Schlachten um Metz (einschliesslichder Schlacht bei Noisseville) währte bis Mitte September(4 Wochen); 2 ) um Sedan befanden sich am 1. Oktober(mehr als 4 Wochen nach den Schlachten bei Beaumontund Sedan) noch ca. 300 Deutsche Verwundete. 3 ) EinzelneFeldlazarethe blieben zur Behandlung der gänzlich Nicht-transportablen weit über die angegebenen Zeitpunktehinaus in der Gegend der Schlachtfelder zurück, der Be-stand anderer wurde ebenfalls an Ort und Stelle vomLazareth-Reservepersonal übernommen. 4 )

Durchschnittlich hat ein während der eigentlichenKriegsperiode in ein Feldlazareth bezw. Aufnahms-Feldspitalaufgenommener Kranker 11,5 Tage in einem solchen zu-

(20. September) demonstrirt demgemäss die durch die Gefechte am19. September vor Paris veranlassten Etablirungen, sowie diejenigenauf den rückwärtigen Etappenlinien und die um diese Zeit rings umSedan und Metz bestehenden Lazarethe. Ueberdies ist der Septemberder Monat des stärksten Zuganges an Lazarethkranken bei der mobilenArmee. Karte XII (20. Januar) zeigt die Situation im Monat deshöchsten Bestandes in den Lazarethen auf dem Kriegsschauplatz undwährend der grössten Ausdehnung des Operationsgebietes der Heere,gleichzeitig die durch die letzten grossen Schlachten (vor le Mausam 10., 11. und 12. Januar, an der Lisaine am 15., 16. und 17. Januar,am Mont Valerien und bei St. Quentin am 19. Januar) bedingtenVerhältnisse. Eine bildliche Darstellung der ersten Hilfe ist aufden dem 3. Kapitel beigegebenen Skizzen versucht worden, so gutdie namentlich hinsichtlich der Truppen-Verbandplätze lückenhaften Berichte es eben zuliessen.i) Vergl. S. 232.

2) Vergl. S. 125 und 126.

3) Vergl. S. 242.

i) Vergl. ausser dem Text des 3. Kapitels insbesondere Beilage 61.

33*