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Band I.
II. Abschnitt: Ausführung der Krankenzerstreuung.
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Wärter beigegeben. In Toury wurde genächtigt. Ablon, 1 )die Endstation der Bahn, erreichte man in zwei Tagen.Hier erfolgte die Ausladung der Kranken und Verwundeten.
Am 17., 20. und 22. Oktober wurden drei derartigeTransporte abgesandt, welche je 301, 260 und 104 Mannrückwärts schafften.
Auf erhebliche Hindernisse stiess diese Beförderungs-weise nicht. Von Ablon ging der Krankentransport aufLandwegen nach Corbeil weiter.
Ausser diesen Eisenbahnwagen benutzte man auch dieWagen der Proviantkolonnen, welche auf der Landetappeüber Artenay, Etampes und La Ferte" Aleps nach Corbeilzur Empfangnahme von Vorräthen fuhren.
Am 23. Oktober 1870 gerieth bei grossem Andrangvon Kranken deren Weiterbeförderung wegen Mangels anTransportmitteln vollkommen ins Stocken.
Erst kurz vor der Räumung von Orlöans konnte derBahnbetrieb mit einer Lokomotive ins Werk gesetzt werden.In den letzten Tagen vor der Räumung von Orleans(8./9. November) fanden Krankentransporte nicht mehr statt.Dagegen wurden am 13. November die Kranken und Ver-wundeten von Toury und Angerville nach Etampes, am 14.,15. und 16. November nach Corbeil abgeschickt.
Die Kämpfe vor und nach der zweiten Besetzung vonOrleans (4./5. Dezember) füllten diese Stadt abermals mitVerwundeten und Kranken au. Soweit dieselben transport-fähig waren, wurden sie auf der Eisenbahn — nunmehr durchLokomotivbetrieb — nach Etampes, Ablon und Corbeil fort-geschafft. Gegen Ende des Jahres aber musste (bis zum4. Januar 1871) die Krankenrückbeförderung ganz sistirtwerden, weil die Brücke bei Villeneuve St. Georges durchden Eisgang zerstört war und die einzige feste Seinebrückebei Corbeil für die mannigfaltigen, auf dieselbe angewiesenenTransporte nicht ausreichte. 2 )
Aus den nordwestlich Orleans etablirten Lazarethenschaffte man die Kranken und Verwundeten theils nachEtampes, theils nach Chartres, woselbst umfassende Vor-kehrungen zu ihrer Aufnahme getroffen waren. 3 )
Als die IL Armee nach der Kapitulation von MetzEnde Oktober den Marsch nach der unteren Seine antrat,konnte sie zuerst die Bahnlinie Blesme—Nancy für dieKrankenevakuation benutzen. Gleichzeitig mit dem Vor-märsche nach Troyes — Chaumont wurde die BahnlinieSt. üizier—Joinville—Blesme—Chaumont in Betrieb gesetzt(6. November). Bei ihrem weiteren Vormarsch blieb dieII. Armee auf die Land-Etappenstrasse angewiesen, welchevon Yitry le Francois über Troyes, Estissac, Ville l'Arch-eveque nach Sens, von da über Cheroy nach Morel undFontainebleau führten. Die Bahnlinie Chaumont—Chätillonwurde erst am 2. Dezember fahrbar und blieb durch diedort streifenden Französischen Mobilgarden beständig ge-
•) Vergl. S. 166.
2 ) Vergl. S. 247.
3 ) Vergl. S. 201 und 202.
fährdet. Die Bahnlinie Chätillon—Troyes konnte am 7. De-zember in Betrieb gesetzt werden. Troyes bildete in derzweiten Hälfte des November einen Sammelpunkt für diezahlreichen Fusskranken und Maroden,') welche hinter denin Eilmärschen vordringenden Truppen zurückblieben, ebensoSt. Dizier, von wo die Krankenzüge entweder Abends oderganz früh Morgens aufbrachen, um sodann gegen 9 UhrMorgens in Blesme und Abends zum Uebernachten inLuneville einzutreffen.
Die Fortsetzung der Linie über Chätillon stiess aufandauernde, schwer zu beseitigende Hindernisse. Am25. Dezember konnte der Betrieb zwar bis Nuits sousRavieres ausgedehnt werden, die volle Benutzung der Bahngelang aber erst am 20. Januar 1871.
Von Fontainebleau aus führte eine Land-Etappenstrasseüber Melun nach Villeneuve St. Georges, von da weiternach Lagiiy und Meaux behufs Anschlusses an die Bahn-linie Paris—Strassburg.
Beim weitereu Vormarsch der 11. Armee gegen dieLoire war die Krankenzerstreuuug nach den zahlreichenGefechten eine äusserst beschwerliche. Die Kranken undVerwundeten mussten auf Landwegen über Puiseaux, Males-herbes und Milly nach Corbeil geschafft werden. VonPithiviers aus richtete sich der Landtransport theils überLa Ferte Aleps nach Corbeil, theils über Angerville undEtampes nach Juvisy. Bis zum Februar 1871 blieb dieBeförderung so sehr behindert, dass es häufig rathsamererschien, bei Auflösung von Lazarethen Kranke und Ver-wundete den Ortsbehörden unter Hinweis auf die GenferKonvention zu übergeben.
Noch schwieriger gestalteten sich die Verhältnissenach den blutigen Sehlachten westlich der Linie Orleans—Paris. Um auf Landwegen über Corbeil Lagny zu erreichen,bedurfte es tagelanger Fahrten in der kalten Winterszeitauf Landfuhrwerken, leeren Proviantwagen und einzelnenKranken-Transportwagen der Sanitätsdetachements, währendSchneetreiben und Glatteis die Bewegung hemmten undder Verpflegung die grössten Schwierigkeiten entgegen-standen. . Dabei belief sich die Zahl der an einem TageFortzuschaffenden mehrmals auf 1000 Mann.
Auch nach Eröffnung der Bahnlinie Versailles—Chartres—Le Maus (anfangs Pferde- später, vom 19. Januar1871 ab, Dampfbetrieb) musste dieser Landweg innege-halten werden, da die Ueberfüllung der Lazarethe vonVersailles, wie oben erwähnt, 2 ) ein Verbot der Kranken-absendung nach dorthin nothwendig gemacht hatte.
Vom 20. Januar an konnte die südliche BahnlinieBlesme — Chaumont — Chätillon — Nuits sous Ravieres—Montereau—Montargis—Juvisy—Orleans von Sanitätszügenbefahren werden.
!) Vergl. S. 63.2 ) Vergl. S. 248.
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