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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
250
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Für die aus Mülhausen, Colmar und von Bpinal oderRaon l'Etape über Zabern in Strassburg einlaufendenKrankentransport- und Sanitätszüge, welche die Kranken-zerstreuung von der Süd-Armee her (ohne Berührung desGrenzortes Weissenburg) vermittelten, befand sich in Strass-

burg bei der Etappenkommandantur ein eigener ArztEvakuationspersonal stationirt; die EtappenkomrnandantiiStrassburg war zur direkten Beförderung dieser Züge %Kehl nach Baden ermächtigt.

VII. Nördlicher Kriegsschauplatz.

Während des Marsches durch die Argonnen bewegtesich die I. Armee auf zwei Etappenstrassen nördlich undsüdlich Verdun vorwärts. 1 ) Die Evakuation der Krankenkonnte theils rückwärts nach Pont ä Mousson und Metz,theils vorwärts nach Reims erfolgen, wohin auch die Be-lagerungskorps vor den kleinen Festungen ihre wenigenKranken entsandten. In der Champagne und beim weiterenVormarsch gegen Amiens blieb zunächst Reims der Ziel-punkt für die Evakuation. Der Bahnverkehr war imNovember schon so weit hergestellt, dass Krankentransport-züge von Reims aus bis Laon und, nach dem Fall vonLa Fere und Verdrängung der Franzosen gegen die nörd-liche Grenze, bis Amiens und Rouen vorgesandt werdenkonnten. Die zahlreichen, im nordwestlichen Frankreicherrichteten Feld- und Kriegslazarethe brachten ihre Leicht-verwundeten und Leichtkranken auf Landfuhrwerken, dieSchwerverwundeten und Schwerkranken, soweit sie beför-derungsfähig waren, auf Krankenwagen der Sanitätsdetache-ments an die Bahnstationen Amiens, St. Quentin, Rouen undübergaben sie dort den Sanitäts- oder Krankentransportzügen.

i) Vergl. S. 192.

Compiegne 1 ) bildete lange Zeit den Kranken-Samrupunkt der I. Armee. Dorthin entsandten die Lazarethe nachden Schlachten in der Gegend von Amiens ihre transpoftfähigen Verwundeten. Von Compiegne aus wurden dieselbezum Theil unter Benutzung von Dampfbooten auf derAisne , 2 ) nach Soissons und weiter nach Reims gebracht. InNoyon 3 ) an der Bahn La FereCompiegne, sammelten sieldie von Amiens kommenden Krankenkolonnen. Anfänglielbegaben sich dieselben von Noyon über La Fere und Laonnach Reims; nachdem aber ein Transport vom Feinde auf-gehoben worden war, wurden die Kolonnen über Compieninach Soissons geleitet.

Vom Januar ab nahmen die von Berlin, Köln umMünchen nach dem nördlichen Kriegsschauplatz abgesandteiSanitätszüge die Evakuirten in Amiens in Empfang, ider Schlacht bei St. Quentin allein 1200 verwundeteDeutsche und Franzosen.

1) Vergl. 8. 192.

2) Vergl. S. 197 und 198.

3) Vergl. S. 192.

VIII. Südwestlicher Kriegsschauplatz.

Als Orleans am 12. Oktober das erste Mal von denDeutschen besetzt wurde, richtete sich das Bestreben desBayerischen Generalkommandos, um allen Kriegsfällengegenüber bereit zu sein, sofort darauf, die zahlreichenKranken, welche dem auf dem Bahnhofe in Orleans') etablirtenBayerischen Aufnahms-Feldspital No. 9 zuströmten, nachden in Artenay, Etampes und Corbeil eingerichteten Laza-rethen zurückzubefördern.

Wesentliche Dienste leistete hierbei die Eröffnung einesPferdebahnbetriebes auf dem von Orleans nach Juvisy beiParis führenden Schienenstrange.

] ) Vergl. S. 200.

Es fand sich nämlich auf dem Bahnhof in Orleans zwaiWagenmaterial in hinreichender Menge, dagegen warenLokomotiven nur zwei unbrauchbare Exemplare aufzutreiben,deren Wiederherstellung mehrere Wochen erforderte. Di;Feld - Eisenbahnabtheilung richtete daher den BetriebPferdekräften in der Weise ein, dass je vier Wagen toifünf nach landesüblicher Weise hintereinander gespannt«Pferden gezogen wurden. Bei jedem Transport gingenmehrere solcher Züge gleichzeitig ab. Strohsäcke undMatratzen-Feldbetten dienten in den gedeckten Wagen mLagerung der Verwundeten. Behufs Begleitung und ärztlicherHilfeleistung waren den Zügen Bedeckungsmannschalte;unter dem Kommando von Offizieren, Aerzte und Kranken

tärter beigegeben,die Endstation derHier erfolgte die A

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') Vergl. S. 166.

2 ) Vergl. S. 247.

3 ) Vergl. S. 201 i