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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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Band I

II. Abschnitt: Ausführung der Krankenzerstreuung.

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?e. Ton Mifaj ^Villers CotterfiMff die Nacht unter.>tterets bis Soisson,gesperrt war. An.lach Soissons 3 ) ge .acht und gelangtenBahn, über Beim.

rankentransportfijfEröffnung der Linieistationen bestandenntilly 5 ) undReiins.fgesprengte Tunnel;raubende, für d; eHers Cotteretstranken fortan ohneMitry und GonesseWeissenburg.e -Maas-Armee bi>Vle'zieres (1. Januartrdlichen Bahnlüdie Richtung de.Januar 1871 wuntispektion die neu-I. Armee zur au.*-ogegen die Beför--Prouard aufhörte.i konnte aufgelöst311 traten nuu in3ii in Wirksamkeit,n Reims stationirte.ernay abgezweigte, 1 Offizier, 1 La-eiwilligen Kranken-e Rückbeförderiuii:Lrmee. Diejenigenien Bahnnetz heim-zu passiren. Fürr dieser Ort Nacht-nzüge und Sanität--c. aus den dortigenenden nicht Traftlbst eingerichteten

YI. Südöstlicher Kriegsschauplatz. 1 )

Wenngleich es den im Oberelsass operirenden Truppendurch Eröffnung der Bahn SchlettstadtMülhausenSent-ij e j m _-Daminerkirck und durch Wiederherstellung der Rhein-übei'o'änge leicht gemacht zu sein schien, ihre Kranken nachBaden zurückzusenden, so hatte doch in Wirklichkeit dasXIV. Armeekorps auch in dieser Beziehung erheblicheSchwierigkeiten zu überwinden. Vor allem war es bei derüberaus feindseligen Stimmung der Bevölkerung in jenenGebieten sehr schwierig, den Bahnverkehr in Südlothringenwiederherzustellen. Die Linie LunevilleSt. Die" war durchSprengung der Meurthebrücke bei Boucarat unfahrbar ge-macht- an der Bahnlinie BlainvilleVesoul, welche beidem erstgenannten Orte in die grosse Linie ParisStrass-bursr einmündet, war die Moselbrücke bei Charmes gesprengtund der Bahnviadukt bei Xertigny zerstört, während dieFestung Beifort jenseits Dammerkirch die Linie MülhausenVesoul sperrte.

Erst nach und nach gelang es, die Bahn von Blain-ville aus bis Charmes und später (11. Januar) bis Epinalin Betrieb zu setzen. Auf der Linie LunevilleSt. Diekonnte der Badische Sanitätszug bis an die Brücke zwischenBoucarat und Raon l'Etape vorgehen.

Das XIV. Armeekorps blieb somit bei seinem Vor-marsch jenseits der Vogesen wesentlich auf Land-Etappen-strassen angewiesen.

Auf der langen Strecke von Strassburg bis Dijon be-rührte dasselbe nur wenige kleine Städte (von 4000 bis12000 Einwohner), wie Raon l'Etape, Vesoul, Gray, inwelchen die Kranken, so gut es ging, untergebracht werdenmussten, weil bei der aufgeregten, fanatischen Stimmungder dortigen Bevölkerung nur da Lazarethe errichtet wer-den konnten, wo anwesende Truppen genügende Sicherheitgewährten. Kaum etablirt, waren die Lazarethe überfülltund forderten dringend die Weitersendung der Transport-fähigen. Diese aber war in hohem Grade erschwert, theilsweil der Landweg zwischen Epinal und Dijon durch dieBesatzungen der festen Plätze Beifort, Besancon, Auxoimeund Langres beständig gefährdet wurde, theils wegen derdurch die feindliche Bevölkerung bereiteten Hindernisse.

Dabei herrschte wochenlang bittere Kälte (10bis15°R.) oder windiges nasses Wetter mit strömendem Regen,so dass bald Glatteis, bald tiefer Schmutz die Wege fast un-passirbar machte. Um zur Bahn zu gelangen, bedurften dieKranken eines sechstägigen, ununterbrochenen Transportes.Ihr Befinden erheischte aber eine wiederholte Rast anOrten, wo Lazarethe zu Gebote standen. Demgemäss ver-

') Vergl. 8. 184 bis 192.

Sanitilts-Bericht über die Deutschen Heere 1870,71. I. Bd.

gingen oft 10 bis 12 Tage, bevor die Kranken Epinalerreichten, um von hier aus nach mehrtägiger Ruhe undErholung auf der Bahn heimwärts geschafft werden zukönneii.

Da es oft schwer fiel, von der Bevölkerung Fuhrwerkzu erlangen, sandte das Badische Kriegsministerium eineOmnibuskolonne zum Abholen der Kranken ins Feld. EineKommission, bestehend aus dem stellvertretenden Korpsarzt,dem Korpsintendanten und einem Delegirten der freiwilligenKrankenpflege, betrieb die Regelung der Krankenzerstreuungmit grosser Energie und sorgte für Schutz, Lebensmittel u.s.w.

Nach den Gefechten im Oktober gelangten die Trans-porte über St. Die nach Raon l'Etape und von hier nachLuneville.

Während des weiteren Vorrückens der Deutschen standdie von Dijon über Gray, Vesoul, Port sur Saone nachEpinal führende Strasse zur Verfügung.

Bei der am 27. Dezember erfolgenden Räumung vonDijon wurden alle transportfähigen Kranken auf Wagen mit-geführt. Auf spiegelglatt gefrorenen Strassen erreichten dieKrankenkolonneii, am rechten Saone-Ufer hinziehend, überPort sur Saöne nach zweitägigem Marsch Vesoul. Nachden Kämpfen bei Villersexel (am 9. Januar 1871) schaffteman einen grossen Theil der Verwundeten bei schneidenderKälte nach Lure. Während der Schlacht an der Lisaine(15., 16. und 17. Januar) stellte sich zwischen den Verband-plätzen und den rückwärtsgelegenen Lazarethen vonChatenois, Giromagny, Morvillars und Altkirch ein ununter-brochener Verwundetentransport auf Krankentransport-Wagen und Landfuhrwerken her. Der Bahnanschluss er-folgte in Mülhausen.

Dank der grossen Vorsicht, mit welcher die Kranken-beförderung ausgeführt w r urde, liefen die unter denschwierigsten Umständen vor sich gehenden Landtransporteohne besondere Unglücksfälle ab, so dass die Evakuirtenunbenachtheiligt die heimischen Lazarethe erreichten. Stetswaren die Transporte von Aerzten und Krankenwärternbegleitet, welche zumeist seitens der Sanitätsdetachementsgestellt wurden.

Für das Belagerungskorps vor Beifort entstand inDammerkirch, 1 ) der Bahnstation vor Beifort, ein Etappen-lazareth, aus welchem der unter der persönlichen Leitungdes Prinzen Karl von Baden stehende Badische Sanitätszugdie Transportfähigen abholte, um dieselben in die BadischenReserve- und Vereinslazarethe überzuführen.

i) Vergl. S. 187.

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