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Band l
II. Abschnitt: Ausführung der Krankenzerstreuung.
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Wandel wieder einstellten und die Krankenpflege wesentlich
fordern halfen.
Als die Schlachten und Gefechte vor Paris und dieLrlichen Kämpfe an der Loire immer neue Mengen Krankerid Verwundeter nach Lagny führten, wurden an zwei in, . jjgjje des Bahnhofes gelegenen Strassen 28 Häuser als\- htstation f ur 100O Passanten eingerichtet, worauf die inI a»nv etablirten Lazarethe von der Verpflichtung, solcheKranke über Nacht aufzunehmen, befreit werden konnten.
Die freiwillige Krankenpflege stellte den grösserenTheil des Pflegepersonals für die Krankentransporte undlieferte das Material zur Ausrüstung der Passantenstationenund der Transportzüge; die in Lagny stationirten Lazarethe.ralien das ärztliche Begleitpersonal her. Die Sichtung derKranken und Verwundeten lag dem Stabsarzt des Etappen-Hanntortes ob: der Feld-Lazarethdirektor XL Armeekorpsleitete die Evakuationsgeschäfte. Ihm war in dieser Be-ziehung die Strecke Lagny—Epernay unterstellt. Später(Mitte Dezember) sandte die Evakuationskommission inEperuay einen eigenen Delegirten zum dauernden Aufenthaltnach Lagny, welcher die Krankenbeförderung von dort bisEpernay zu besorgen hatte.
Während der Zeit der Gefechte erwies es sich alspraktisch, die Eisenbahnwagen auf todten Strängen desBahnhofs mit den Verwundeten zu beladen und am nächstenMorsen in den Zug einzureihen. Später fand die Beladungeist Morgens unmittelbar vor der Abfahrt nach Epernaystatt. Zur Zeit des stärksten Andranges wurden täglichzwei, am 5., 6. und 16. Dezember sogar je drei Kranken-transportzüge abgelassen.
Die Zahl der täglich in Lagny verladenen Krankenschwankte beträchtlich. Im Ganzen sind vom 28. Novemberbis 11. April 47 312 Mann, Verwundete und Rekon-valeszenten, von dort entsandt worden. Am stärksten warder Durchgang in den Tagen vom 2. bis 6. Dezember(3903 Mann) und vom 14. bis 16. Dezember (3736 Mann).
An der schon erwähnten Land-Etappenstrasse, aufwelcher vor Eröffnung der Bahn bis Lagny die Kranken-kolonnen aus dem Süden und Westen von Paris nachChäteau Thierry, Nogent l'Artaud und Nanteuil s. M. zogen,befanden sich Lazaretheinrichtungen in Coulommiers, 1 )Tournan, 2 ) und Brie Comte Robert. 3 ) Der hauptsächlich inBetracht kommende Ort an dieser Strasse aber war Corbeil. 4 )
Diese Stadt (5000 Einwohner), seit dem 20. SeptemberSitz der General-Etappeninspektion der III. Armee undder Bayerischen General - Etappeninspektion, wurde alserster gesicherter Seine-Uebergang für die südlich undwestlich von Paris operirenden Armeen schon sehr frühein Hauptsammei- und Stützpunkt für sämmtliche weiter vor-wärts geschobenen Deutschen Lazarethe des südwestlichen
1 ) Vergl. S. 179.
2 ) Ebendaselbst.
3 ) Vergl. S. 166.
4 ) Yergl. S. 160 und 177.
Theils der Pariser Einschliessungs-Armee und zugleich fürdie Krankentransporte der an der Loire und Sarthekämpfenden Truppen. Nur ein kleiner Theil der beiOrleans Verwundeten und Erkrankten wurde nach Ville-neuve St. Georges geleitet. Zeitweise stiess jedoch dieKrankenbeförderung über Corbeil auf unbesiegbare Hinder-nisse, namentlich als der Eisgang die hier errichtetenKriegsbrücken zerstört hatte (26. Dezember). Die ganzeVerbindung blieb damals für längere Zeit auf die festeBrücke von Corbeil beschränkt. Es mussten deshalb inden benachbarten Orten Soissy, 1 ) Etiolles, 2 ) Le Coudray 3 )und Evry s. S. 4 ) Lazarethe zur Aufnahme der zahlreich an-langenden Verwundeten errichtet werden.
Die Krankenbewegung bei den in Corbeil und der obengenannten nächsten Umgebung befindlichen Lazarethein-richtungen war, wie aus nachstehender Tabelle ersichtlich,während des fünfmonatlichen Bestehens derselben dauerndeine sehr lebhafte. Der tägliche Bestand schwankte in derZeit vom Oktober 1870 bis zum Februar 1871 zwischen1500 und 2000 Mann.
Jahr
Zugang an
Gesammt-summe
desZugangs
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ob
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darunter
und
Monat
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Rekon-valeszentenu. Passanten
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jap.
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xs3
1870 Oktober . . .
2 262
1275
4 037
121
166
715
249
November. .
1826
2 398
4 224
144
128
483
118
Dezember . .
2 067
4113
6180
117
176
349
76
1871 Januar....
1467
3 495
4 962
108
113
236
47
Februar . . .
866
2 445
3 311
75
61
105
16
387
914
1301
34
15
105
2
April ....
12
—
12
—
—
—
—
Summe:
9 387
14 640
24 027
603
659
1993
503
Für die Leichtkranken und Erschöpften, welche besondersvon der Loire her zuströmten, wurden am 13. Novemberzwei eigene Sammelhäuser eingerichtet, in denen sie ver-pflegt und unter strenger Disziplin gehalten wurden. Vom14. November bis 20. Februar sind etwa 8000 Mann aufdiese Weise untergebracht, 2000 davon geheilt zu ihremTruppentheil geschickt worden. Am 5. März konnten dieSammelhäuser wieder aufgehoben werden.
Die Rückbeförderung aus den Bayerischen Lazareth-Anstalten zu Corbeil erfolgte in regelmässigem Turnuszwischen den drei Spitälern, und zwar wurden auf achtRüstwagen und einem vom Oberkommando beigegebenenWagen an den ungeraden Monatstagen jedesmal 90 Kranke,im Ganzen in der gedachten Zeit 6198 in den genannten
!) Vergl. S. 177.2 ) Ebendaselbst.■■>) Vergl. 8. 166.4 ) Ebendaselbst.